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Hertha BSC

Herthas Transfer-Pläne in der Defensive: Zwei Verkaufskandidaten und der Traum vom Coup

Simon Zimmermann
Fredi Bobic will auf dem Transfermarkt Geduld zeigen
Fredi Bobic will auf dem Transfermarkt Geduld zeigen / Pool/Getty Images
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Fredi Bobic will Geduld zeigen auf dem Sommer-Transfermarkt. In Schwung gekommen sei dieser ohnehin längst noch nicht. In der Defensive der Hertha gibt es zwei klare Verkaufskandidaten. Und weiter den Traum von einer spektakulären Rückkehr.


"Er schläft fast ein. Die EM läuft noch. Während des Turniers bekommst du jeden Spieler angeboten, der mal den Ball getroffen hat. Da ist ganz spannend, aber da muss man auch nicht gleich zuschlagen. Die Großen kommen noch, und die Engländer haben noch gar nicht angefangen. Die werden vielleicht erstmal ihren EM-Triumph feiern und dann nach zwei Wochen wach werden. Ich rechne mit einem spannenden August. Dann kommen dann oft Spieler um die Ecke, mit denen du gar nicht rechnest. Zu früh bringt dir nichts, weil sich noch nichts bewegt."

Die Aussage stammt von Fredi Bobic. Der neue Sportchef von Hertha BSC sprach über den Sommer-Transfermarkt in diesem Jahr. Viel Bewegung ist noch nicht reingekommen, Stand Anfang Juli. Mit Suat Serdar und Rückkehrer Kevin-Prince Boateng hat sich die Alte Dame zumindest im Mittelfeld aber schon recht prominent verstärkt.

In der Defensive verläuft der Stand der Planungen dagegen noch analog zum Treiben auf dem gesamten sommerlichen Transfermarkt. Es herrscht Ruhe - vor dem Sturm? "Unser Kader ist überall besetzt. Wenn es Abgänge gibt, werden wir das eine oder andere machen. Aktuell ergibt es keinen Sinn, den Kader zu überfüllen. Ich bin weit weg davon, unnötig viel Geld auszugeben, nur weil welches da ist", erklärte Bobic dazu.

Mit Kapitän Dedryck Boyata, Niklas Stark, Omar Alderete, Jordan Torunarigha und Marton Dardai verfügt die Hertha aktuell über fünf Innenverteidiger. Klar ist deshalb: Bevor ein neuer Abwehrspieler kommt, müsste mindestens einer den Klub verlassen. Stark sowie die beiden Eigengewächse Torunarigha und Dardai sind unantastbar. Für Boyata und Alderete gilt das bekanntlich nicht.

Valencia vor Leihe von Alderete?

Letzterer besitzt in Berlin zwar noch einen Vertrag bis 2025, die Zeichen beim 24-jährigen Paraguayer stehen aber auf Abschied. "Der Plan ist, dass er zurückkommt. Dass Interesse aus Spanien da ist, ist Fakt. Aber ich habe nichts Schriftliches bei mir liegen", erklärte Bobic dazu. Nach Bild-Informationen soll Valencia zuschlagen wollen. Im Raum steht eine Leihe mit Gebühr bzw. anschließender Kaufpflicht. Nach dem Aus mit Paraguay bei der Copa America könnte der Deal in den nächsten Wochen Fahrt aufnehmen.

Omar Alderete könnte vor einer Leihe nach Spanien stehen
Omar Alderete könnte vor einer Leihe nach Spanien stehen / SOEREN STACHE/Getty Images

Auch Boyata musste zunächst das Aus mit der Nationalmannschaft verkraften. Der Belgier scheiterte im EM-Viertelfinale an Italien. "Wir haben ihn in Ruhe gelassen während der EM. Wir werden in Ruhe besprechen, wie sich die Situation für ihn darstellt und was er denkt. Das Gespräch hat noch nicht stattgefunden. Es gibt aber nur zwei Optionen", meinte Bobic vielsagend.

Nach dem EM-Aus mit Belgien muss Dedryck Boyata eine Entscheidung treffen
Nach dem EM-Aus mit Belgien muss Dedryck Boyata eine Entscheidung treffen / SOPA Images/Getty Images

Verlängern oder verkaufen? Boyata könnte Hertha gute Einnahmen bescheren

Mit den beiden Optionen meint Bobic: verlängern oder verkaufen. Der 30-Jährige geht in sein letztes Vertragsjahr in Berlin. Ablösefrei ziehen lassen will man ihn im kommenden Sommer nur sehr ungern. Sollte es einen Verein geben, der eine hohe einstellige Millionensumme bietet, darf der Innenverteidiger gehen (Marktwert: acht Millionen Euro). Gut möglich, dass vor allem Klubs aus der Premier League den Belgier im Blick haben.

Mit den finanziellen Mitteln durch die möglichen Abgänge von Alderete und Boyata will die Hertha dann für einen Ersatz sorgen. Die Bild berichtete zuletzt, dass man auch Jerome Boateng gerne wieder im Olympiastadion spielen sehen würde. Dessen Ambitionen weiter für einen Topklub zu spielen und die Vorstellungen in Sachen Gehalt standen dem Plan bislang aber im Weg.

Jerome Boateng
Wohin es Jerome Boateng zieht, ist weiter völlig offen / Alexander Hassenstein/Getty Images

"Jerome bewegt sich noch in einer komplett anderen Sphäre. Ich kenne seine Berater sehr gut, da sind sicherlich noch andere Gedanken da. Wir müssen abwarten, was passiert", meinte Bobic dazu. Für den 32-Jährigen würde wohl ein Gehalt zwischen sechs und sieben Millionen Euro fällig. Ganz abgehakt scheint man in Berlin eine Rückkehr des Weltmeisters noch nicht zu haben. Je länger Boateng keinen neuen Klub findet, desto besser könnten die Chancen werden...

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