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Hertha BSC

Dardai bleibt wohl Hertha-Trainer - aber: Verein muss Ziele "anders moderieren"

Jan Kupitz
Pal Dardai hat Hertha BSC zum Klassenerhalt geführt
Pal Dardai hat Hertha BSC zum Klassenerhalt geführt / Boris Streubel/Getty Images
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Pal Dardai hat Hertha BSC zum sicheren Klassenerhalt geführt! Eine nicht immer einfache Saison hat für die Berliner somit doch noch ein versöhnliches Ende genommen - nun kann der Blick nach vorne gerichtet werden. Der Ungar wird wohl auch in der kommenden Spielzeit die Profis der Hertha leiten.


Ende Januar hatte Dardai beim BSC das Traineramt vom glücklosen Bruno Labbadia übernommen. Der Arbeit des 45-Jährigen war es maßgeblich zu verdanken, dass die Hauptstädter auch 21/22 im Oberhaus vertreten sind. Und damit dürfte sich auch die Frage, wer die Hertha-Profis in der kommenden Saison betreut, erledigt haben.

Die Bild berichtet am Sonntagmittag, dass die Hertha-Bosse Dardai "unbedingt behalten" wollen und der ab 01. Juni tätige Sportvorstand Fredi Bobic diese Personalie wohl auch absegnen werde. Ein Trainerwechsel, der in den vergangenen Monaten medial immer mal wieder thematisiert worden war, scheidet somit aus, die Hertha-Legende wird sehr wahrscheinlich auch über den Sommer hinaus den Big City Club betreuen.

Noch am Samstagabend hatte Dardai in einer digitalen Medienrunde zu verstehen gegeben, dass er selbst nicht wisse, welchen Posten er in der neuen Saison ausüben werde. Sicher sei nur, dass er dem Klub definitiv erhalten bleiben werde. "Ich habe auf jeden Fall meinen Vertrag bei Hertha BSC - ob bei den Profis oder bei einer U-Mannschaft: Ich bin hier und gehe nicht weg. Ich gehöre zu dieser Familie", stellte der 45-Jährige laut kicker klar. "Jetzt haben wir noch einen Spieltag. Und dann werden wir bestimmt reden. Es ist nicht meine Aufgabe, mich anzubieten. Ich mache meinen Job, dann werden wir sehen."

Dardai: Hertha-Profis mussten "die egoistischen Gedanken zur Seite schieben"

Der Ungar, der das Schalke-Spiel als Schlüsselmoment für den Klassenerhalt nannte, verriet zudem, dass seine schwierigste Aufgabe darin bestand, "dass die Jungs die egoistischen Gedanken zur Seite schieben und als Team funktionieren". Normalerweise, so Dardai, hätte die Entwicklung nach seiner Übernahme deutlich schneller vorangehen müssen, denn "eine gute, fußballintelligente Mannschaft hat nach sechs Wochen viele Dinge verinnerlicht". Doch bei der Hertha habe es "sehr lange gedauert, bis die Spieler einige Sachen akzeptiert haben: das Gemeinsame, System, Disziplin."

Indirekt kritisierte Dardai auch die vielen Einkäufe der vergangenen Transferperioden - denn nur viel Geld zu haben und damit auf Shoppingtour zu gehen, reiche nicht aus. "Man muss auch lernen, dass es schwierig ist, so viele neue Spieler auf einmal zu holen. Wenn das gleich klappt, ist es ein Wunder. Man muss das fordern, was drinsteckt. Ich sehe nicht, dass diese Mannschaft die Qualität hat, um Dritter in Deutschland zu werden und in der Champions League zu spielen." Daher müsse es der Verein "ein bisschen anders moderieren" und realistischere Saisonziele ausgeben.

Dardai sprüht eine Bodenständigkeit aus, die dem Verein einfach gut tut. Auch in der kommenden Saison.

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