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Hertha BSC

Hertha-Neuzugang Radonjic: Talentiert und schnell - aber mit einigen Defiziten

Jan Kupitz
Nemanja Radonjic soll Hertha BSC nach oben schießen
Nemanja Radonjic soll Hertha BSC nach oben schießen / Srdjan Stevanovic/Getty Images
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Am Deadline Day hat sich Hertha BSC nicht nur mit Sami Khedira, sondern auch mit Nemanja Radonjic verstärkt. Der Serbe wurde bis zum Sommer von Olympique Marseille ausgeliehen, danach können die Berliner entschieden, ob sie den 24-Jährigen für zwölf Millionen Euro fest verpflichten möchten. Doch wer ist Radonjic überhaupt?

Obwohl Radonjic nicht der Wunschspieler der Hertha war (eigentlich sollte Milot Rashica von Werder Bremen verpflichtet werden), teilte Arne Friedrich mit, dass sich der serbische Nationalspieler "schon lange in unserer Datenbank" befand - so könne man sicherstellen, "dass mögliche Neuzugänge in unsere Spielphilosophie passen".

Vom Neuzugang verspricht sich Herthas Sportdirektor vor allem "Tore und Vorlagen. Er hat alles, was wir gesucht haben und es wird spannend zu sehen sein, wie er sich hier entwickelt." Natürlich brauche Radonjic noch "Eingewöhnungszeit, die er genauso wie die volle Rückendeckung von uns bekommen wird".

Rakete Radonjic bringt es auf 37km/h

Bei seiner Vorstellung gab der neue Mann bekannt, dass er zwar auch auf der rechten Flügelposition spielen könne, bevorzugt aber auf links auflaufe - somit kann Matheus Cunha dauerhaft endlich wieder zentraler agieren, wo der Brasilianer seine Qualitäten am besten ausspielen kann. Ein positiver Nebenaspekt der Verpflichtung.

Radonjic beschreibt "meine Schnelligkeit, mein Dribbling und meine Beidfüßigkeit" als seine Stärken: "In Marseille bin ich in einem Sprinttest mit 37 km/h gemessen worden - ich denke, das spricht für sich." Bei OM habe ihm zuletzt allerdings "ein wenig die Sicherheit gefehlt und das Gefühl, dass man mir vertraut und auf mich baut. Das hatte ich in den Gesprächen hier in Berlin dafür direkt."

Darüber hinaus haben wir noch weitere Infos über Herthas Neuzugang eingeholt: bei Davy Diamant, Teamchef von 90min Frankreich, der Radonjic während seiner Zeit bei Olympique Marseille verfolgt hat.

"Als Radonjic nach Frankreich kam, wurde er als ein junger Spieler mit sehr viel Potenzial gesehen. Und wir dachten, dass er sich entwickeln und ein ganz wichtiger Flügelspieler für OM werden könnte. Doch es scheint, dass er sich in Marseille nie integriert hat. Er stand fast nie in der Startelf, weder unter Rudi Garcia noch unter André Villas-Boas", erläutert Davy.

Nemanja Radonjic: Gute Ansätze, aber...

Zwar habe Radonjic "viel Talent und einige Skills auf Lager, aber es fehlt ihm an Mentalität". Dazu habe er nie die Sprache gelernt und einfach nicht gezeigt, dass er es wert ist, in der Startelf zu stehen. Auch taktisch und in der Defensivarbeit habe der 24-Jährige einige Defizite.

"Er hat ab und zu natürlich schon ein paar interessante Sachen gezeigt, aber nie konstant. Ich denke, wenn er mehr Selbstvertrauen bekommt und reifer wird, wird er ein besserer Spieler sein. Aber man sollte nicht erwarten, dass er ein Schlüsselspieler in der Bundesliga wird", lautet daher das Fazit aus Frankreich.

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