Hertha BSC: Die Hinrunden-Noten der Berlin-Stars

Simon Müller
Hertha bejubelt das erste Bundesliga-Tor von Mattéo Guendouzi
Hertha bejubelt das erste Bundesliga-Tor von Mattéo Guendouzi / LEON KUEGELER/Getty Images
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Im Sommer hat sich bei Hertha BSC einiges verändert, der Kader steckt im Umbruch. Nach dem ersten Teil der Saison werfen wir einen Blick auf die Leistungen der einzelnen Spieler - wie schlugen sich die Neuzugänge? Und welche arrivierten Kräfte fanden zurück zur Form alter Tage?

Die Torhüter

Alexander Schwolow hat gehalten, was man sich von ihm versprochen hat
Alexander Schwolow hat gehalten, was man sich von ihm versprochen hat / Mika Volkmann/Getty Images

Alexander Schwolow: Abgesehen von seinem etwas unglücklichen Debüt im DFB-Pokal liefert der Torhüter bei Hertha genau das, was man von ihm erwarten durfte. Auf der Linie steht er seinem Vorgänger Rune Jarstein in Nichts nach, fußballerisch ist er sogar etwas besser. In den kommenden Jahren könnte der Torwart in der noch jungen Hertha-Mannschaft auch zu einer Führungsfigur werden. 8/10

Rune Jarstein: Nach mehr als 170 Pflichtspielen in Blau-Weiß nähert sich die Hertha-Karriere des Norwegers langsam dem Ende. Im Sommer läuft der Vertrag des mittlerweile 36-Jährigen aus, an Schwolow gibt es für Jarstein kein Vorbeikommen mehr. ohne Bewertung


Die Verteidiger

Dedryck Boyata ist neuer Hertha-Kapitän. Im Spielaufbau hat er noch Luft nach oben
Dedryck Boyata ist neuer Hertha-Kapitän. Im Spielaufbau hat er noch Luft nach oben / Pool/Getty Images

Marvin Plattenhardt: Nachdem er zu Saisonbeginn eher einen schweren Stand hatte, stand der Ex-Nationalspieler in den letzten sechs Bundesliga-Partien immer in der Startelf. Wirklich überzeugen konnte er aber nur gegen Augsburg - offensiv ist Plattenhardt zu berechenbar, dazu kommen defensive Fehler wie gegen Borussia Dortmund. Weiterer Kritikpunkt: Auch Plattenhardts Standards sind lange nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren. 5/10

Jordan Torunarigha: Verletzungsbedingt kam der 23-Jährige erst sechsmal zum Einsatz. In diesen Spielen agierte Torunarigha allemal solide, nach seiner längeren Verletzung waren die jüngsten Auftritte aber noch nicht auf dem Level der Vorsaison, als Torunarigha insbesondere im Spielaufbau überzeugte. 6/10

Dedryck Boyata: Der neue Kapitän der Berliner macht das, was alle von ihm erwarten: Er verleiht der Hertha-Defensive Stabilität. Mit riskanten Abwehraktionen kann er immer wieder gefährliche Aktionen entschärfen, wie schon in der Vorsaison verursachte er aber auch in diesem Jahr bereits einen Elfmeter durch zu ungestümes Einsteigen. Dazu kommt der ab und an etwas uninspirierte Spielaufbau des Belgiers, der aber meist durch seinen Innenverteidiger-Partner aufgefangen wurde. 6/10

Omar Alderete: Erst am Deadline-Day aus Basel gekommen, war Alderete durch den Torunarigha-Ausfall direkt gefordert. Der Paraguayer machte seine Sache ausgesprochen gut. Defensiv unterliefen ihm quasi keine Fehler, sein etwas riskanterer Spielaufbau ergänzte sich gut mit Dedryck Boyata. Gemessen an den Erwartungen ein sehr guter Einstand für den Neuzugang. 8/10

Márton Dárdai: Der zweite Dárdai-Sohn kam erst zwei Mal zum Einsatz, wirklich aussagekräftig waren diese auch nicht. Gegen Augsburg wurde er erst in der Nachspielzeit eingewechselt, in Leverkusen half er in der Schlussphase, das Unentschieden über die Linie zu retten. Dabei fiel der 18-Jährige vor allem durch seine ruhige und abgeklärte Art auf. ohne Bewertung

Maximilian Mittelstädt: Zu Saisonbeginn glänzte Maximilian Mittelstädt als Stamm-Linksverteidiger, ehe er plötzlich durch Plattenhardt ersetzt wurde. Bis dahin hatte er immerhin bereits zwei Vorlagen verzeichnet - und seine Sache eigentlich auch besser gemacht als Plattenhardt in den darauffolgenden Spielen. 7/10

Peter Pekarik: Eigentlich war der Slowake bei Hertha längst abgeschrieben - bis Bruno Labbadia das Kommando übernahm. In dieser Saison lässt Pekarik defensiv kaum etwas zu, dazu kommen bereits drei erzielte Tore. Beeindruckende Leistungen, die ihm völlig zurecht einen Stammplatz einbrachten. 9/10

Deyovaisio Zeefuik: Zeefuik spielte bisher bei Hertha keine große Rolle - unter anderem auch deshalb, weil er sich nach einer Einwechslung gegen RB Leipzig in fünf Minuten Gelb-Rot abholte. Sollte er dieses vogelwilde Element seines Spiels bändigen können, dürfte er in der Rückrunde häufiger zum Einsatz kommen. 3/10

Lukas Klünter: Ein weiterer Spieler, der noch keine Sekunde auf dem Platz stand, ist Lukas Klünter. Der Rechtsverteidiger stand überhaupt nur zwei Mal im Kader, gut möglich, dass er den Verein schon im Winter verlässt. ohne Bewertung


Das Mittelfeld

Mattéo Guendouzi hilft dem Hertha-Spiel enorm
Mattéo Guendouzi hilft dem Hertha-Spiel enorm / Maja Hitij/Getty Images

Niklas Stark: Nach schwacher Vorsaison wurde Stark von Labbadia auf die Sechs beordert - mit Erfolg. Zumindest seine Zweikampfstärke kann Stark dort wieder deutlich besser ausspielen, unter Druck fällt es ihm allerdings manchmal schwer, die Pässe an den Mann zu bringen. 6/10

Lucas Tousart: Mit großen Erwartungen war Lucas Tousart im Sommer bei Hertha BSC empfangen worden. Bisher konnte er diese noch nicht wirklich erfüllen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Verletzungen, wenig Spielpraxis, eine noch nicht wirklich funktionierende Mannschaft. 5/10

Santiago Ascasibar: Die Verletzungsgeschichte von Santiago Ascasibar verkommt langsam zur Farce. Aufgrund verschiedenster Verletzungen stand der Argentinier noch keine Minute auf dem Platz, jeweils kurz vor seiner Rückkehr setzt der nächste Rückschlag ein. ohne Bewertung

Eduard Löwen: Nachdem seine Augsburg-Leihe abgebrochen wurde, weil Löwen dort den Status als Stammspieler verloren hatte, läuft auch die Berlin-Rückkehr eher unglücklich für Eduard Löwen. Erst vier Kurzeinsätze stehen zu Buche, Löwen hat gegenüber Tousart, Darida und Guendouzi klar das Nachsehen. 3/10

Mattéo Guendouzi: Nachdem der Transfer am Deadline-Day über die Bühne ging, ist Mattéo Guendouzi bei Hertha schnell zum unverzichtbaren Stammspieler aufgestiegen. Insbesondere mit seiner Präsenz tut die Arsenal-Leihgabe der Mannschaft gut, dazu spielt er eine wichtige Rolle im Spielaufbau. 8/10

Vladimir Darida: Nach einem verheißungsvollen Start in die Saison (zwei Vorlagen gegen Bremen) gab es für Kilometerfresser Darida in dieser Saison bisher nicht allzu viel zu bejubeln. Meist spielt der Tscheche zwar weitestgehend fehlerlos, solide und engagiert, kreiert dabei allerdings kaum offensive Gefahr. 6/10


Die Stürmer

Jhon Córdoba startete stark, verletzte sich dann aber - zum Leidwesen der Torgefahr der Alten Dame
Jhon Córdoba startete stark, verletzte sich dann aber - zum Leidwesen der Torgefahr der Alten Dame / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Jhon Córdoba: Jhón Córdoba war im Sommer der einzige Neuzugang für die Hertha-Offensive. Umso besser schlug der Kolumbianer ein: In den ersten Spielen erzielte er drei Tore, ehe er verletzt ausfiel. Mit seiner bulligen Art konnte der Stürmer viele Bälle festmachen und verteilen und wird von Hertha BSC schmerzlich verletzt. Die Rückkehr steht allerdings kurz bevor. 8/10

Matheus Cunha: Matheus Cunha ist der Schlüsselspieler in Herthas Offensive. (Zu) viel hängt vom Brasilianer ab, der einige furiose Auftritte hinlegte - allerdings auch immer wieder weniger starke Auftritte einstreute. Sollte Cunha noch mehr Konstanz in seine Leistungen bringen, wird er wohl nicht mehr allzu lange für Hertha kicken. 9/10

Dodi Lukébakio: Der Belgier startete stark in die Saison, zur Winterpause hin zeigte aber auch bei ihm die Formkurve nach unten. Für die Hertha-Offensive kann er an guten Tagen ein belebendes Element sein, das bringt er aber etwas zu selten auf den Platz. Immerhin: Die Defensivarbeit Lukébakios hat sich unter Labbadia deutlich verbessert. 6/10

Javairô Dilrosun: In der ersten Hälfte der Hinrunde hätte man Dilrosun beinahe vergessen - ehe der junge Niederländer gegen Union im Stadtderby mit einem gelungenen Joker-Einsatz zurückkehrte. Ähnlich wie bei Lukébakio oder Cunha gilt auch für Dilrosun: Ein wenig mehr Konstanz dürfte es sein, Einige wenige gute Spiele pro Jahr sind auf Dauer nicht genug. 5/10

Mathew Leckie: Da Hertha auf den Flügeln dünn besetzt ist, kam auch Leckie immer wieder zu Joker-Einsätzen. Überzeugen konnte der Australier dabei nur in einzelnen Aktionen. Sinnbild für seine bisherige Saison: Ein vollkommen misslungener Seitenwechsel gegen Mainz, der im Seiten-Aus landete. 2/10

Krzysztof Piatek: Der polnische Stürmer passt nicht wirklich ins System von Trainer Labbadia, als einzige Spitze und ohne Jhon Córdoba agierte Piatek meist glücklos. Aber als Joker überzeugte er in den Einsätzen gegen Augsburg und Union. Immerhin seinen Status als Derbyheld dürfte Piatek aber nicht allzu schnell verlieren. 4/10

Daishawn Redan: Der junge Niederländer kam für Hertha kaum zum Einsatz, vereinzelte Joker-Einsätze verzeichnete Redan in der Hinrunde. Mit Córdobas Rückkehr wird es für Redan noch schwerer, Bundesliga-Minuten zu sammeln. ohne Bewertung

Jessic Ngankam: Das Hertha-Eigengewächs kam zu sieben Joker-Einsätzen, erzielte dabei auch sein erstes Bundesliga-Tor (gegen Bayern). Als Einwechselspieler bewies Ngankam ein ums andere Mal, dass er dem Hertha-Spiel etwas mehr Schwung verleihen kann. Bis zum Saisonende dürfte auch das Startelf-Debüt in der Bundesliga folgen. 6/10

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