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Champions League

Havertz schießt Chelsea zum Champions-League-Sieg

Jan Kupitz
May 29, 2021, 11:01 PM GMT+2
Manchester City v Chelsea FC - UEFA Champions League Final
Manchester City v Chelsea FC - UEFA Champions League Final / Jose Coelho - Pool/Getty Images
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Der FC Chelsea und Thomas Tuchel sind Champions-League-Sieger 2021! Im rein englischen Finale setzten sich die Blues gegen Manchester City verdient mit 1:0 durch. Kai Havertz avancierte durch seinen Treffer zum Matchwinner.

Tore:
0:1 Havertz (43.)

Schon vor Anpfiff gab es die erste Überraschung: Während Tuchel den FC Chelsea wie zu erwarten und mit den drei Deutschen Rüdiger, Havertz und Werner aufs Feld schickte, verzichtete sein Gegenüber Guardiola bei Man City nicht nur wie üblich auf einen echten Mittelstürmer, sondern auch auf jeglichen defensiv orientierten Mittelfeldspieler. Ein Schachzug, der nicht unbedingt aufging. Im Gegenteil.

Denn die Blues suchten bei Ballbesitz den schnellen und direkten Weg nach vorne. Das Tempo, das insbesondere Werner, Mount und Havertz mitbrachten, stellte die Defensive der Cityzens ohne eigenen Abräumer ein ums andere Mal vor Probleme. Das City-Mittelfeld um Gündogan, Silva, Foden und De Bruyne schaffte es nicht, die richtige Balance herzustellen. Und so waren es vor allem die Londoner, die mehr und vor allem die gefährlicheren Torraumszenen zu verzeichnen hatten.

Schon nach einer Viertelstunde hätte Chelsea gut und gerne in Führung gehen können, doch Werner - ausgerechnet und mal wieder Werner - ließ zwei richtig dicke Chancen liegen. Ein Spieler mit seinem Preisschild und seiner Güteklasse sollte die eigentlich verwerten.

timo werner
Werner ohne Glück im Abschluss / Alex Livesey - Danehouse/Getty Images

Auf Seite der Skyblues sorgte nur Foden für ein Ausrufezeichen, der von De Bruyne stark in Szene gesetzt wurde. Doch der Schuss des jungen Engländers, der wohl den Weg ins Tor gefunden hätte, wurde vom bärenstarken Rüdiger in letzter Sekunde geblockt und entschärft.

Ansonsten war es in der ersten Hälfte ein ideenloser Auftritt der Guardiola-Truppe, die zwar wie immer mehr Ballbesitz verzeichnete, aber nur selten zwingend wurde und in der Rückwärtsbewegung aufgrund des fehlenden Sechsers teils eklatante Lücken aufwies.

Eine dieser Lücken nutzte Havertz, der kurz vor dem Halbzeitpfiff überragend von Mount bedient und auf die Reise geschickt wurde, Ederson umlief und ins leere Tor zum 1:0 einschob. Sein erster Treffer in der Champions League und die verdiente Führung für den FC Chelsea!

Mit diesem Spielstand ging es in die Kabinen.

Ederson Moraes, Kai Havertz
Ederson kann Havertz nicht stoppen / Alex Livesey - Danehouse/Getty Images

Auch nach Wiederbeginn fand City keine Lösungen, um das massive Bollwerk der Londoner unter Druck zu setzen. Getreu des Pep-Mottos setzten die Skyblues auf Ballbesitz, Ballbesitz und nochmal Ballbesitz - doch das Team, das die Partie über weite Strecken im Griff hatte, war der FC Chelsea.

Die Blues schafften es, den Spielfluss immer weiter zu verschleppen und sorgten mit ihren Kontern hier und da für gefährliche Nadelstiche. Die größte Möglichkeit der zweiten Hälfte bot sich dem für Werner eingewechselten Pulisic, der von Havertz herrlich in Szene gesetzt wurde, seinen Chipball alleinstehend vor Ederson aber knapp neben das Tor setzte.

Natürlich warfen die Skyblues in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne, brachten den Ball häufiger in den Strafraum - um die sehr gut aufgelegte Defensive des FC Chelsea in Verlegenheit zu bringen, reichte das aber nicht aus. Lediglich Mahrez hatte mit einem Distanzschuss, der knapp über die Latte strich, noch einmal die Chance, die Verlängerung zu erzwingen. Und so machte der Treffer von Kai Havertz den Unterschied an diesem Abend.

Insgesamt ist es ein hochverdienter Triumph der Blues, die von Tuchel deutlich besser eingestellt wurden als die Cityzens von Guardiola.

Man kommt nicht drumherum, Pep einen nicht unerheblichen Anteil an dieser Niederlage zuzuschreiben. Statt auf Altbewährtes zu setzen, wollte er in einem besonderen Spiel mal wieder für taktische Finessen sorgen, indem er in seinem Mittelfeld auf jegliche Absicherung verzichtete und nur auf Künstler setzte. Dieser Drang, stets einen neuen Kniff draufsetzen zu wollen, wurde ihm bereits beim FC Bayern in den entscheidenden CL-Partien zum Verhängnis. Und im Finale gegen Chelsea erneut.

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