Hamburger SV

HSV: Tribüne oder Rückkehr nach Schottland - David Bates muss sich entscheiden

Guido Müller
Geht er zurück in die schottische Heimat? David Bates hat beim HSV keine Perspektiven mehr
Geht er zurück in die schottische Heimat? David Bates hat beim HSV keine Perspektiven mehr / Boris Streubel/Getty Images
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Mit der Freistellung von Toni Leistner hat sich der Kreis von Innenverteidigern beim Hamburger SV weiter verkleinert. Zuvor hatte man bereits Rick van Drongelen an Bundesligist Union Berlin abgegeben und Gideon Jungs Vertrag aufgelöst. Für Leih-Rückkehrer David Bates (24) wird dies dennoch keine Auswirkungen haben.

Denn der schottische Innenverteidiger spielt in den sportlichen Planungen der Hamburger absolut keine Rolle mehr. Wie auch schon in den vergangenen Jahren nicht.

Im Sommer 2018, zur ersten Zweitliga-Saison der Rothosen, ablösefrei vom Spitzenklub Glasgow Rangers verpflichtet, kam der 1,93-Hühne während seiner Debütsaison noch auf 25 Liga-Spiele (ein Tor) für den HSV. Nachhaltig überzeugen konnte er indes nicht.

Nur ein Spiel für Sheffield Wednesday

Da nach dem missglückten sofortigen Wiederaufstieg wieder einmal großes Stühlerücken im Volkspark folgte, sah sich der Brite (von der neuen sportlichen Führung) schnell aussortiert - und wurde als Leihgabe an den englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday abgegeben.

Dort bestritt er in der gesamten Spielzeit nur ein einziges (!) Pflichtspiel - im relativ bedeutungslosen EFL-Cup (von einigen auch spöttisch "Mickey-Mouse-Cup" genannt).

Kaum wieder zurück in Hamburg, stand im Sommer 2020 - der HSV war auch ohne seine Hilfe erneut nicht aufgestiegen - dann schon die nächste Leihe, diesmal zum belgischen Erstligisten Cercle Brügge, auf dem Programm.

Auch für Cercle Brügge nicht gut genug

Trotz erhöhter Einsatzzeiten blieben seine Leistungen auch in Flandern überschaubar - sodass die Cercle-Verantwortlichen am Ende von einer festen Verpflichtung des Spielers absahen. Doch auch der HSV kann mit Bates, nach dessen zweiter Rückkehr nach Hamburg, weiterhin nichts anfangen.

David Bates
In Belgien kam Bates zu vermehrten Einsatzzeiten / BSR Agency/Getty Images

Und scheint diesmal auch nicht gewillt zu sein (anders als in den Fällen von Gideon Jung oder Khaled Narey), das Arbeitspapier (mit entsprechender Abfindung) aufzulösen.

Heißt für den Spieler: Findet er in den kommenden Tagen keinen Klub, der ihm bessere Konditionen bietet als die seines aktuellen Vertrags (was schwierig werden dürfte), wird er wohl ein Jahr lang auf der Tribüne Platz nehmen müssen.

Denn spielen darf Bates auch für die Regionalliga-Mannschaft der Rothosen nicht, wo er sich zur Zeit fit hält.

Kult-Fan "Helm-Peter", täglicher Zaungast beim Training der Profis im Volkspark, hat Mitleid mit dem Ungewollten - und kritisiert auch den Klub für dessen Umgang mit ihm: "Ich habe noch nie einen so traurigen Spieler gesehen. Jeder kriegt hier eine Abfindung und kann gehen. Er nicht – so darf man nicht mit einem Menschen umgehen." (via bild.de)

Rückkehr nach Schottland?

Doch vielleicht tut sich für den sympathischen Abwehrrecken bis zur Schließung des Transferfensters am 31. August ja doch noch irgendwo eine Fluchttür auf. Einem Bericht der Edingburgh Evening News (via tag24.de) zufolge, soll der schottische Erstligist Hearts of Midlothian Interesse an seiner Verpflichtung signalisiert haben.

Wie die Bild-Zeitung ferner berichtet, sollen die Hanseaten auch bereit sein, den Spieler ablösefrei ziehen zu lassen - wenn sie ihn denn nur (und ohne Abfindungszahlung) von der Gehaltsliste kriegen.

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