Gründe für Flick-Scheitern: So verlor der Bundestrainer die Kabine

Hansi Flick
Hansi Flick / Alex Grimm/GettyImages
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Abseits der fehlenden Siege und der schlechten Auftritte war es schlussendlich auch der fehlende Rückhalt aus der Mannschaft, der Hansi Flick sein Amt gekostet hat. Der DFB musste die Reißleine ziehen.

Es wäre ein Einfaches, bloß auf die Ergebnisse und Auftritte der letzten Spiele sowie der Weltmeisterschaft zu verweisen. Das würde wohl schon ausreichen, um die Freistellung von Hansi Flick als Trainer der deutschen Nationalmannschaft zu begründen.

Allerdings gab es noch mehr Faktoren, als die inzwischen ohnehin wackelige Position des Bundestrainers, die spätestens durch die WM und die Reaktionen auf das erneut sehr enttäuschende Turnier auf die Probe gestellt wurde. Ein nicht zu unterschätzendes Problem: Innerhalb des Teams hatte Flick kaum noch einen Rückhalt.

Taktik und Personal: Flick hat gegenüber der Mannschaft viel Rückhalt verloren

Wie Sport1 berichtet, waren zuletzt immer weniger Spieler von Flick als Coach überzeugt. Insbesondere wichtige Führungsspieler hätten die Entwicklung als sehr kritisch eingestuft und somit das Vertrauen verloren.

Dafür gab es allem Anschein nach gleich mehrere Faktoren. Einer davon: Die taktischen Umstellungen, die Flick immer wieder vornahm und die Mannschaft offenbar eher verunsicherten, als dass sie stabilisierten. Die Entscheidung, mit Joshua Kimmich und Nico Schlotterbeck als Außenverteidiger ins Spiel gegen Japan zu gehen, dürfte dafür ein gutes Beispiel sein.

"Am Ende des Tages müssen wir dem Trainer vertrauen, dass er die richtigen Entscheidungen trifft, dass er weiß, was gut für die Mannschaft ist", hatte Kimmich sehr verhalten seine Meinung zu dieser Umstellung erklärt. Zu diesem Zeitpunkt schien es noch mit Flick weiterzugehen. Nach Überzeugung klang das definitiv nicht.

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich nach der 1:4-Niederlage gegen Japan / Stuart Franklin/GettyImages

Auch so manche Personalentscheidung soll dem Coach intern viel Support gekostet haben. Prominente Beispiele: Die Nicht-Nominierung von Niklas Süle zum Ende der vergangenen Saison, obwohl er eine starke Rückrunde gespielt hatte. Leon Goretzka, der Teil der Nationalelf war, als er regelmäßig schlecht aufspielte, und nun nach einem wirklich guten Start in die neue Saison nicht in den Kader berufen wurde. Derartige Entscheidungen haben dem Bericht nach "in Teilen des Teams Unverständnis" ausgelöst.

Befürworter mit einem guten Standing innerhalb der DFB-Auswahl scheinen nur noch Ilkay Gündogan und Antonio Rüdiger gewesen zu sein. Ersteren ernannte Flick zuletzt zum neuen Kapitän, während er Letzteren zum neuen Abwehrchef gemacht hatte.

Schlussendlich kam es also zur Freistellung des Trainers, die DFB-Präsident Bernd Neuendorf als "unumgänglich" beschrieb.


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