Borussia Mönchengladbach

Zeit für Plan B oder C: Wie geht die Trainersuche in Gladbach nach der Favre-Absage weiter?

Simon Zimmermann
Wie gehts jetzt weiter, Roland Virkus?
Wie gehts jetzt weiter, Roland Virkus? / Lukas Schulze/GettyImages
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Der Wunschtrainer kommt nicht. Zurückgeworfen hat die Favre-Absage Borussia Mönchengladbach aber nicht. Sagt zumindest Sportchef Roland Virkus. Plan B und C sollen schon bereit liegen. Doch welche Namen tragen die Favre-Alternativen jetzt?


"Letztendlich ist es so, wenn man Borussia Mönchengladbachs Ansatz sieht, ist Lucien Favre der erste Trainer, auf den man kommt", erklärte Fohlen-Sportchef Roland Virkus in einer Medienrunde. Dumm nur, wenn der Favorit auf den Trainerposten gar nicht will.

Und so lehnte der Schweizer eine Rückkehr an den Niederrhein ziemlich überraschend ab, nachdem es eigentlich schon als abgemacht galt, dass er die Fohlenelf ein zweites Mal übernehmen würde.

"Natürlich haben wir alles dafür getan, wir haben mehrfach mit ihm gesprochen. Aber letztendlich muss man es respektieren, wenn er für sich sagt, dass er nicht mehr in Deutschland arbeiten möchte", meinte Virkus zu Favres Absage.

"Es ist letztendlich so, dass wir immer zweigleisig, teilweise dreigleisig gefahren sind und deswegen hat uns das nicht zurückgeworfen", so Virkus weiter.

Demnach müsste Gladbach neben Favre auch noch Plan B und C in der Tasche haben. Nur welche Trainer könnten dabei im Fokus des VfL stehen? In den Medien geistern derzeit vor allem drei weitere Kandidaten umher: Daniel Farke, Vincent Kompany und Hannes Wolf.

Daniel Farke - die Antithese zu Lucien Favre

Der 45-jährige Farke arbeitete zuletzt in Russland beim FK Krasnodar, schmiss aber keine zwei Monate nach Dienstantritt im Zuge der Ukraine-Invasion hin. Zuvor war er über vier Jahre Trainer bei Norwich City auf der Insel.

Daniel Farke
Daniel Farke / Visionhaus/GettyImages

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung gab er jüngst Einblicke in seine Planungen: "England kenne und schätze ich, Deutschland ist meine Heimat und die Bundesliga ein Top-Produkt, auch international", so Farke über seine mögliche nächste Station als Trainer. Er werde allerdings nur ein Projekt übernehmen, "von dem ich zu 100 Prozent überzeugt bin. Und bei dem ich das Gefühl habe, dass die Vorstellungen des Klubs und meine absolut übereinstimmen."

Neben Gladbach gilt auch der FC Schalke als potenzieller Klub für den Trainer, der ähnlich wie etwa David Wagner eher für einen Fußball steht, der auf Umschaltspiel setzt. Farke wäre so etwas wie die Antithese zu Favre. Und eigentlich will man in Gladbach wieder mehr zurück zum Ballbesitzfußball, weil das dem Kader besser entsprechen würde...

Kompany auf dem Sprung nach England

Mit Vincent Kompany steht zudem ein großer Name auf der Kandidatenliste. Der ehemalige Abwehrstar beendete in der Heimat beim RSC Anderlecht seine aktive Karriere als Spielertrainer, ehe er seit 2020 ausschließlich als Coach für den Traditionsklub arbeitete. Nun hat er seinen Abschied vom Tabellendritten der Jupiler League Pro verkündet.

Kurioserweise wird Kompany - wie Farke - ebenfalls auch auf Schalke gehandelt. Eine Rückkehr nach Deutschland scheint aber eher unrealistisch zu sein. Die besten Chancen auf Kompany werden derzeit Premier-League-Absteiger FC Burnley ausgerechnet.

Vincent Kompany
Vincent Kompany / BSR Agency/GettyImages

Hannes Wolf als Notlösung?

Bliebe Hannes Wolf. Ein Name, der in Gladbach für Bauchschmerzen sorgt. Keine Sorge liebe Fohlen, der 23-jährige Österreicher ist nicht plötzlich zum Trainer mutiert. Im Gespräch ist vielmehr sein 41-jähriger Namensvetter, der aktuell die deutsche U19-Auswahl betreut.

Wolf stünde schon eher für offensiven, aktiven Ballbesitzfußball, den er unter anderem als Interimscoach mit Bayer Leverkusen recht erfolgreich spielen lassen hat. Die ganz großen Meriten hat sich Wolf bei seinen Stationen beim VfB Stuttgart, HSV und KRC Genk aber nicht unbedingt verdient. Man kommt nicht umher zu denken, Wolf wäre so etwas wie eine Notlösung für die Fohlen, weil der Markt keinen besseren Kandidaten hergibt.

Hannes Wolf
Hannes Wolf / Getty Images/GettyImages

Gedankenspiele um Xabi Alonso

Eine Idee hätten wir in der 90min-Redaktion aber noch. Vielleicht verfolgt Roland Virkus eine ähnliche. Gemeint ist ein Name, der im vergangenen Sommer schon durch den Borussia Park geisterte: Xabi Alonso.

Der ehemalige Weltklasse-Mittelfeldspieler hat die zweite Mannschaft von Real Sociedad gerade erst in die zweite spanische Liga geführt und im Anschluss seinen Abschied von seinem Jugendklub verkündet. Der 40-Jährige wäre demnach sofort verfügbar.

Xabi Alonso
Xabi Alonso / Quality Sport Images/GettyImages

Und wer Alonso noch als Spieler kennt, dürfte keine große Phantasie brauchen, für welche Art von Fußball er als Trainer steht. Richtig geraten: Ballbesitzfußball! Alonso könnte durchaus ein geeigneter Kandidat sein, der darüber hinaus noch einiges an Strahlkraft an den Niederrhein bringen würde, die durchaus auch seine Vorteile in der Kaderplanung hätte.

Ob Alonso sich ebenfalls ein Engagement in Gladbach vorstellen kann, ist allerdings nicht überliefert. Bislang ist das ein reines Gedankenspiel. Mit Blick auf die Alternativen und die möglichen Pläne B und C in der Schublade von Roland Virkus ist man aber geneigt zu sagen: Letztendlich sollte man dieses Gedankenspiel zumindest intensivieren.


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