Starke Wechsel, tolle Youngster und "ein Tor von uns allen" - Borussia macht den ersten Schritt

Lars Stindl ging voran
Lars Stindl ging voran / Frederic Scheidemann/Getty Images
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Die Borussia konnte am vierten Spieltag den ersten Sieg einfahren. Die Gründe für den Erfolg waren dabei vielfältig und ebenso erfreulich.


Mit 3:1 behielt die Borussia am Sonntagabend die Oberhand gegen einen unangenehmen Gegner aus Bielefeld. Damit feierte man nicht nur den ersten Saison-Sieg, sondern stellte auch unter Beweis, dass der Kader trotz der vielen Ausfälle einige Perlen bereithält.

Sicherlich darf man nun nicht erwarten, dass die Gladbacher in den kommenden Wochen die endlich an den Tag gelegte Konsequenz ebenso abrufen können. Doch machte der Auftritt gegen die Arminia nicht nur Mut, sondern läutete eventuell eine neue Ära ein.

Stindl nach dem Doppelpack: "Es war ein ungemein gutes Gefühl, in diesem Stadion Fußballspielen zu dürfen!"

In erster Linie gewinnt man Spiele, wenn man mehr Tore als der Gegner schießt. An diesem Abend war es erneut Capitano Lars Stindl, der die Borussia auf den richtigen Kurs brachte. Zunächst landete sein abgefälschter Schuss nach schöner Kombination mit Startelf-Debütant Luca Netz als Bogenlampe zur 1:0-Führung im Bielefelder Kasten.

"Vor dem ersten Tor haben wir es gut herausgespielt. 20 Meter vor dem Tor ist der Ball dann wieder zu mir gekommen. So ein Schuss ist nicht gerade meine Königsdisziplin. Der Ball wurde dann aber noch abgefälscht und ist dann hinten reingefallen. Das war das Glück des Tüchtigen. Natürlich war das sehr schön. Und ich glaube, aufgrund meines Blickwinkels war ich der erste im Stadion, der gesehen hat, dass der Ball hinten reinfällt. Ich habe mich sehr darüber gefreut", so Stindl nach der Partie gegenüber DAZN (via borussia.de).

Dass die Bielefelder quasi mit dem Pausenpfiff ausgleichen konnten, war einem Fehler von dem an diesem Abend neben sich stehenden Florian Neuhaus geschuldet. "In der ersten Halbzeit haben wir drei, vier klare Fehler gemacht. Da gestärkt zusammenzustehen, diese Dinge klar anzusprechen und sie verbessern zu wollen ist das Wichtigste. Erfolg über eine ganze Saison kann man nur als Mannschaft haben", wollte Stindl jedoch alle seine Mitspieler gleichermaßen in die Verantwortung ziehen.

Denis Zakaria
Denis Zakaria krönte seine Leistung mit einem Treffer / Frederic Scheidemann/Getty Images

Doch auch die Fans trugen laut Stindl zum Erfolg der Mannschaft bei. "Wie schon am ersten Spieltag war es eine Riesenfreude, dass wieder so viele Menschen im Stadion waren und die komplette Fanszene Stimmung gemacht und uns über 90 Minuten unterstützt hat. Es war ein ungemein gutes Gefühl, in diesem Stadion Fußballspielen zu dürfen für diesen Verein, mit diesen Jungs. Aus dem Lauf dann ein Tor zu schießen und in Richtung Eckfahne zu rutschen - das sind ganz tolle Momente, auch in meinem Alter ist das noch ein unglaubliches Gefühl, das es sich lohnt, jedes Mal wieder zu erleben. Es war ein Tor, nicht nur von mir, sondern von uns allen, für Borussia", so der Capitano.

Kurz nachdem Stindl per Kopf das 2:1 erzielen konnte, sorgte Denis Zakaria mit einem schönen Lauf für das 3:1 und damit die Entscheidung. Der Schweizer krönte damit seine starke Leistung und zeigte, dass die zuvor kolportierten Wechsel-Absichten keine Rolle mehr zu spielen scheinen.

Neben den Torschützen lassen sich jedoch auch noch einige weitere Spieler positiv hervorheben. Besonders die Youngster konnten bei ihrem ersten gemeinsamen Startelf-Auftritt überzeugen.

Scally, Netz und Beyer stark - Hütters Wechsel machen Lust auf mehr

Aus der Not eine Tugend machen - dies ist derzeit das Motto der von vielen Verletzungen geplagten Borussia. Wie im Vorfeld vermutet, stellte Trainer Adi Hütter sein System auf ein 3-4-2-1 um und brachte mit Jordan Beyer, Joe Scally und Luca Netz gleich drei echte Fohlen in der Startelf.

Netz machte bis zu seiner krankheitsbedingten Auswechslung ein starke Partie und leitete das 1:0 ein. Scally und Beyer überzeugten ebenso und hatten auch dann keine Anpassungsschwierigkeiten, als die Borussia gezwungenermaßen auf eine Viererkette umstellen musste.

Insofern könnte das Spiel als Initial für eine vielversprechende Zukunft dieser Youngster in Erinnerung bleiben, auch wenn Stammkräfte wie Ramy Bensebaini und Stevie Lainer demnächst wieder zur Verfügung stehen werden.

Adi Huetter
Adi Hütter bewies ein gutes Händchen / Lars Baron/Getty Images

Doch nicht nur die System- und Startelf-Wechsel des Trainers machten sich bezahlt. Hütter reagierte rechtzeitig auf den mauen Abend von Florian Neuhaus und brachte mit Lászlo Bénes einen Aktivposten der zweiten Hälfte. Zudem zeichnete sich Patrick Herrmann von der Bank kommend als zweifacher Vorbereiter der Gladbacher Tore zum Sieg aus.

Insofern hat es den Anschein, dass sich Hütter immer besser mit dem vorhandenen Kader arrangiert hat und die Spieler mehr und mehr verstehen, was der Österreicher mit ihnen vorhat.

Am kommenden Samstag steht das traditionell unbeliebte Auswärtsspiel in Augsburg auf dem Programm. Sollte es den Gladbachern gelingen, die gegen Bielefeld gezeigte Leistung zu bestätigen, dann wird man den suboptimalen Start in die Saison schnell vergessen machen können.

Denn Hütter zeigte sich nach der Partie am Sonntag keinesfalls gewillt, nun den Fuß vom Pedal zu nehmen. "Was mich geärgert hat, ist, dass wir nicht mit einer Führung in die Halbzeit gegangen sind. Teilweise haben wir sehr gut nach vorne kombiniert, vor allem die Tore Nummer zwei und drei waren klasse herausgespielt. Es hat aber sicherlich noch nicht alles gepasst. Über 90 Minuten haben wir jedoch alles versucht", mahnte Hütter (via borussia.de).

Dennoch nahm auch der Trainer die Wichtigkeit dieses Sieges wahr. "Letztlich war es ein wichtiger Befreiungsschlag für uns", der nun in Augsburg bestätigt werden muss.