Borussia Mönchengladbach

Eberl erwägt Investoren für Gladbach - ansonsten könnte das Mittelmaß drohen

Yannik Möller
Max Eberl denkt über Gladbachs Finanz-Weg nach
Max Eberl denkt über Gladbachs Finanz-Weg nach / Alex Grimm/GettyImages
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Max Eberl zeigte sich immer stolz auf die Arbeit von Gladbach ohne Geld von Investoren oder durch Anteilsverkäufe. Nun zeigte er sich in Gedanken, ob dieser Weg in Zukunft noch beizubehalten sein wird. Ansonsten könnte das Mittelmaß drohen.


Das Finanz-Modell von Borussia Mönchengladbach, die Arbeit ohne externe Gelder auch so erfolgreich zu schaffen über die letzten Jahre, ist längst nicht mehr das am häufigsten gewählte Modell. Links und rechts werden Investoren in die Vereine geholt, Anteile verkauft.

Auf diesen Weg war Max Eberl immer stolz. So betonte er einmal (via Bild): "Wir reden über einen Klub, der ohne einen Cent von Investoren oder Anteilsverkäufen und mit eigener Finanzkraft und Kreativität all das geschaffen hat." Über einige Spielzeiten konnte der Sportdirektor die Borussia nicht nur stabilisieren, sondern so nachhaltig führen, dass sogar die Champions League wieder zurück im Borussia-Park war.

Ohne Kurswechsel: Eberl befürchtet mögliches Gladbach-Mittelmaß innerhalb der Bundesliga

Doch ob dieser Kurs auch in Zukunft derartige Aussichten ermöglicht, ist zumindest fragwürdig. Denn: so ehrenwert diese Arbeit im finanziellen Sinne auch ist, so ist sie auf Dauer ein Nachteil gegenüber Vereinen, die teils urplötzlich mit größeren Summen um sich werfen können.

Das weiß auch Eberl, der sich darüber offen Gedanken macht. Bereits ganz aktuell wird es für Gladbach "18 Millionen weniger Einnahmen" geben, erklärte er (via kicker). Die Geisterspiele und der neue TV-Vertrag zeigen Wirkung. Probleme, die dem Kurs des Klubs auf die Füße fallen.

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In Gladbach wurde über die Jahre sehr souverän gearbeitet / BSR Agency/GettyImages

Deshalb schließt der 48-Jährige nicht mehr völlig aus, dass auch Investoren zumindest ein Thema werden könnten: "Man muss sich immer Gedanken machen, auch wenn man die Konkurrenten in der Liga sieht." Dahingehend müsse man "für sich strategisch Entscheidungen fällen". Nicht zuletzt auch durch die aktuellen Mindereinnahmen könne es durchaus sein, "dass mehr Vereine kreativere Wege wählen, sich demensprechend aufzustellen". Das könnte in Zukunft auch auf Gladbach zutreffen.

Die aktuelle Lage bezeichnete Eberl als "sehr kompliziert". Gerade im Hinblick auf die Bundesliga werde sich die Vereinsführung "Gedanken machen müssen, wie man da weitergeht". Hält man auf ewig und stur an den eigenen Idealen fest, könnte es bald sein, dass es für Gladbach nur noch "ein Ziel ist, in der Bundesliga eine Rolle zu spielen" - Erfolge wie das internationale Geschäft wären dann noch schwerer zu erreichen.


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