Ginter-Saga bei Gladbach: So kam es zum Bruch

Matthias Ginter wird Gladbach verlassen
Matthias Ginter wird Gladbach verlassen / Matthias Hangst/GettyImages
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Zunächst wollten sowohl der Spieler als auch der Klub die Vertragsverlängerung. Doch nun wird Matthias Ginter Borussia Mönchengladbach spätestens im Sommer verlassen, nachdem es in den letzten Monaten ordentlich Spannungen - und wohl auch Zoff - gegeben hat.


Borussia Mönchengladbach wollte mit Matthias Ginter verlängern und der Abwehrspieler war durchaus daran interessiert, sich das Angebot anzusehen und weitere Jahre für die Fohlenelf zu spielen. Schlussendlich endet alles in der Trennung, über die beide Seiten die Deutungshoheit behalten wollen. Im Hintergrund: Wochen und Monate mit angespannter Stimmung und Unmut.

Davon berichtet die Sport Bild. Dass sich Gladbach im Sommer des letzten Jahres nicht in der Lage sah, Ginter ein vernünftiges Angebot zur Vertragsverlängerung zu machen, ist erstmal nicht neu. Max Eberl hatte diesen Aspekt ziemlich offen kommuniziert. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: die finanziellen Einbußen durch die Corona-Pandemie.

Ginter enttäuscht vom Angebot - Eberl sieht's anders

Der Innenverteidiger wollte erstmal ruhig abwarten, doch dem Bericht zufolge war die Verpflichtung von Luca Netz ein erster Stimmungskiller. Immerhin zahlte Gladbach im Sommer knapp vier Millionen Euro für den Youngster, weitere Zahlungen könnten folgen.

Auf der Ginter-Seite kam folglich die Frage auf, ob doch Geld vorhanden sei, nur nicht für sein neues Vertragsangebot. Man fühlte sich nicht wertgeschätzt, es gab ersten Frust.

Im Laufe des Oktobers soll es dann den ersten größeren Riss gegeben haben. Der Anlass: das von Eberl vorgelegte Angebot für einen neuen Vertrag. Aus Gladbachs Sicht ein sehr ordentliches Angebot in Corona-Zeiten, denn das jährliche Gehalt von etwa vier Millionen Euro sollte bei einer Verlängerung bestehen bleiben.

Der gebürtige Freiburger war jedoch überrascht und enttäuscht. Nach der Wartezeit hatte er mit einem besseren Angebot gerechnet. Erneut kam das Gefühl auf, nicht genug wertgeschätzt zu werden.

Die darauf folgende Entwicklung soll laut Sport Bild zum endgültigen Bruch gesorgt haben. Die Ginter-Seite war zwar bereit für erneute Verhandlungen, erwartete aber ein klares Entgegenkommen vom Verein und Sportdirektor Eberl. Auf dessen Seite hingegen machte sich Enttäuschung aufgrund des nicht angenommenen Angebots breit. Immerhin war es - der Überzeugung des Vereins nach - ein sehr gutes Fundament für eine Verlängerung.

Max Eberl
Max Eberl entschied sich für den Schlussstrich / Sebastian Widmann/GettyImages

Eberl zieht Schlussstrich - Öffentlicher "Kampf" um Deutungshoheit

Gladbach sah das Handeln des 27-Jährigen und seiner Berater als Hinhalten. Davon sprach Eberl auch zuletzt öffentlich. Dieses habe er "nicht weiter ertragen" wollen. Deshalb kam es kurz vor Weihnachten zur Entscheidung, dass das Angebot nichtig ist und sich die Borussia im Sommer von Ginter trennen werde. Das teilte Eberl der Berater-Agentur mit.

Daraufhin fühlte sich der Spieler vor den Kopf gestoßen. Für das Vorgehen der jeweils anderen Seite gab es rückblickend kein Verständnis mehr, die Stimmung galt als sehr angespannt. Ein Telefonat zwischen Eberl und Ginter sollte für etwas Entspannung sorgen. Doch vom geplanten Instagram-Post, in dem er kommunizierte, er habe eigenständig sich für den Sommer-Abschied entschieden, war dabei nicht die Rede.

Das wiederum war ein Stoß vor den Kopf der Fohlen. Der Verein soll "maximal verärgert" gewesen sein über die falsche Darstellung. Von einem Vertrauensverhältnis kann wohl kaum noch gesprochen werden. Selbst zur Mannschaft gibt es gewisse Risse: auch sie, sogar der Team-Rat, erfuhr vom bevorstehenden Abschied erst durch den Post. Auf eine persönliche Mitteilung kurz zuvor hatte der Nationalspieler verzichtet.


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