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Borussia Mönchengladbach

Bringt Manu Koné der Borussia endlich wieder den "Spaß auf dem Platz"?

Christian Gaul
Manu Koné vertraut in seine Stärken
Manu Koné vertraut in seine Stärken / UWE KRAFT/Getty Images
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Nach seinem guten Debüt gegen den BVB sprach Manu Koné nun über seine ersten Erfahrungen und die Ziele mit der Borussia.


"Das habe ich sehr genossen. Ich habe die Spiele gegen Bayern und Bielefeld ja schon auf der Tribüne verbracht und kannte die Atmosphäre schon ein wenig. Aber ich wollte sie unbedingt am eigenen Leib erfahren. Und auf dem Platz - das war unglaublich. Es war das erste Mal, dass ich in einem so fabelhaften Stadion gespielt habe, mit Fans, die einen solchen Lärm machen. Als ich dann ausgewechselt wurde und die Zuschauer auf meinem Weg zur Bank für mich geklatscht haben, ging mir das echt zu Herzen und hat mich sehr glücklich gemacht. Ich hatte in Toulouse ja wegen Corona nur in leeren Stadien gespielt. Das hat mich echt umgehauen", sagte der 19-Jährige Manu Koné gegenüber borussia. de zu seinem Debüt für die Gladbacher.

Allein diese Aussagen lassen auf einen unbekümmerten jungen Mann schließen, der in Zukunft ein lange vermisstes Element in die Mannschaft tragen könnte - den nötigen Spaß am Spiel.

Doch der Neuzugang aus der zweiten französischen Liga vertiefte seine Einblicke und gab damit auch zu erkennen, welch einen mentalen Glücksgriff die Borussia scheinbar mit ihm gemacht hat.

Koné als mögliches Initial für das Aufbrechen alter Mechanismen

Dass es für Koné bei seinem Debüt gleich für die Startelf im wichtigen Spiel gegen ein Top-Team wie den BVB ging, lag auch der suboptimalen Performance seines Konkurrenten Florian Neuhaus in den Wochen zuvor. Doch von Druck oder Anspannung wollte Koné nichts wissen.

"Ehrlich gesagt bin ich mehr mit der Einstellung ins Spiel gegangen, dass ich nichts zu verlieren habe. Ich wollte der Mannschaft unbedingt zeigen, welchen Wert ich für sie haben kann. Zudem wollte ich allen beweisen, dass ich die Qualitäten dazu habe, in dieser Mannschaft zu stehen und ihr zu helfen. Ich glaube am Ende waren die Fans, die Kollegen und der Staff froh, dass das gelungen ist. Meine Familie natürlich auch", bekräftigte Koné den Eindruck, dass es sich bei ihm um ein echtes menschliches Juwel handeln könnte.

Denn nicht nur trägt er eine extreme Unbekümmertheit in das Team, sondern zeigte er auch seinen sportlichen Wert für die Mannschaft.

Manu Koné
Manu Koné könnte in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung sein / UWE KRAFT/Getty Images

In Verbindung mit der 18-jährigen Flügelzange aus Luca Netz und Joe Scally fügt sich Koné nahtlos in eine gefühlte Aufbruchstimmung bei der Borussia ein. Ähnliches hatte man im Herzen, als Marcus Thuram anfing, die Eckfahne zu zweckentfremden.

Doch während Thuram stetig an Begeisterung verlor und zudem derzeit wie auch Mentalitäts-Bombe Stevie Lainer an einer Verletzung laboriert, kann Koné nach schwierigem Start dem Team auf dem Platz helfen.

"Ich hatte ja eine schwierige Zeit nach meiner Ankunft bei Borussia, weil ich mich sofort verletzt habe. Aber ich habe hart an meiner Rückkehr und für dieses Ziel, auf dem Platz zu stehen, gearbeitet. Als der Trainer mir dann sagte, dass ich in der Startelf stehen würde, war ich einfach happy", rekapitulierte Koné.

Besonders aber eine Aussage des Youngsters deutet an, welchen Mehrwert er liefern könnte. "Ich will einfach eine starke Saison spielen, vielleicht mal ein Tor schießen und auf dem Platz Spaß haben. Wenn das alles so kommt, dann wäre es perfekt für mich", brachte Koné das auf den Punkt, was sich wohl auch viele Anhänger wünschen.

Ergebnisse und Einsatz stehen natürlich im Profi-Geschäft im Vordergrund. Doch der in den vergangenen Monaten fast völlig abhandengekommene Spaß am Spiel muss wieder ein wichtiger Bestandteil der Borussia werden.

Möglicherweise könnte Manu Koné ein entscheidender Faktor werden, um Fans und Mannschaft aus der Verkrampfung der letzten Monate zu geleiten.

"Ich glaube, dass ich mich in Zukunft noch mehr an die Bundesliga gewöhne. Das wird schon klappen, da vertraue ich auf mich", sagte Koné vielversprechend, als hätte es noch einen weiteren Beleg für seine lockere Einstellung gebraucht.

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