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Borussia Mönchengladbach

Die Borussia stellt Adi Hütter offiziell vor: "Ich bin ein Bauchmensch!"

Christian Gaul
Adi Hütter will bei der Borussia guten Fußball spielen lassen
Adi Hütter will bei der Borussia guten Fußball spielen lassen / Stuart Franklin/Getty Images
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Am Freitagmittag stellte die Borussia ihren neuen Trainer Adi Hütter offiziell auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz vor. Der 51-Jährige zeigte sich motiviert, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.


Einen Tag nach seinem offiziellen Arbeitsbeginn stellte sich Adi Hütter im Beisein seines Sportdirektors Max Eberl den Pressevertretern. Dabei präsentierte sich der neue Trainer der Borussia gewohnt souverän und menschlich, aktuell bezieht er sein Quartier im Hotel auf dem Gelände des Borussia-Parks.

"Ich habe Borussia in den letzten Jahren verfolgt. Der Verein entwickelt sich gut, und die Mannschaft ist hochinteressant. Ich möchte begeisternden und attraktiven Fußball spielen lassen, aber natürlich müssen auch die Ergebnisse stimmen", freute sich Hütter auf die Arbeit bei einem "tollen Verein" - ohne zu verschweigen, dass er auch vorher bei einem "tollen Verein" gearbeitet habe.

Generell brachte Hütter eine erfrischende Authentizität in die Fragerunde. Übermäßig aufgesetzte Versprechungen, wie sie bei seinem Vorgänger durchklangen, schenkte sich der "Bauchmensch" Hütter.

Hütter der "Bauchmensch" - Europa soll wieder das Ziel sein

"Max Eberl hat mich Ende März überzeugt, zu Borussia zu kommen. Die sportlichen Ambitionen, aber auch das familiäre Umfeld dieses Klubs waren ausschlaggebend. Ich bin ein Bauchmensch und habe meine Entscheidung nach diesem Gespräch recht schnell für mich getroffen", erklärte Hütter. Ohne den Reiz des Klubs und die Aussicht, mit dem "besten Sportdirektor der Liga" zu arbeiten, hätte Hütter laut eigener Aussage "in Frankfurt bleiben können".

Zuerst wolle sich Hütter mit "vielen Gesprächen" ein Bild über den Kader und dessen Zusammenstellung machen.

Mit welchem Kader er für seine erste Saison mit der Borussia planen kann, steht noch lange nicht fest. Besonders die noch laufende EURO 2020 verkompliziert die Lage.

"Die Kaderplanung ist momentan sehr kompliziert. Der Transfermarkt hat eigentlich noch gar nicht angefangen, weil die EM noch stattfindet. Wir haben zwei, drei Baustellen. Wir haben viele Szenarien im Kopf, wir haben viele Spieler im Kopf, mit denen wir auch schon Gespräche geführt haben", erläuterte Max Eberl.

"Bei Borussia ist eine sehr gute Mannschaft beisammen. Wenn noch ein Spieler gehen sollte, ist der Klub gut darauf vorbereitet. Dann gilt es natürlich, adäquaten Ersatz zu finden. Aber Max Eberl ist ein toller Sportdirektor, da mache ich mir gar keine Sorgen. Zu Beginn der Vorbereitung haben wir viele junge Spieler dabei, die ich mir genau anschauen werde. Unser Ziel ist es natürlich auch, das eine oder andere Talent hochzuziehen", gab auch Hütter einen Einblick in den bevorstehenden Umbruch.

Sicher hingegen scheint zu sein, dass Hütter neben seinen langjährigen Begleitern Armin Reutershahn und Christian Peintinger auch auf die Dienste von bereits vorhandenen Akteuren wie Frank Geideck, Oliver Neuville oder Eugen Polanski setzen wird. "Auch hier werden wir uns die nötige Zeit für Gespräche nehmen, doch es gibt genug zu tun. Standard-Situationen, Analyse, Gegner-Beobachtungen - wir werden für jeden eine geeignete Rolle finden", bestätigte Hütter.

Zwar sei Hütter durchaus mit der Geschichte Borussias vertraut, doch wolle er sich zugleich in dieser Thematik weiterbilden. "Ich weiß einiges über die Historie des Klubs. Die goldenen 70er, Trainerlegenden wie Hennes Weisweiler, Udo Lattek, Lucien Favre oder Hans Meyer und ebenso große Spieler-Persönlichkeiten. Dennoch werde ich in der nächsten Zeit sicher mal die Fohlenwelt besuchen", versprach der neue Trainer.

Konkrete Ansätze für die Arbeit mit der Mannschaft kann Hütter auch ohne lange Eingewöhnungsphase benennen. "Marco Rose hat hier in den letzten beiden Jahren den Fußball spielen lassen, der auch mir gefällt. Allerdings hat Borussia in der zurückliegenden Saison zu viele Gegentore bekommen, in der Defensive müssen wir uns in der neuen Saison verbessern", so Hütter.

Trotz der unklaren Kader-Situation und der relativ kurzen Vorbereitung auf seine erste Saison am Niederrhein will Hütter keine kleinen Brötchen backen.

"Wir müssen wieder dahin kommen, in die Dreifachbelastung zu kommen. Die Ansprüche hier in Mönchengladbach sind hoch, das weiß ich. Aber auch mein Anspruch ist, wieder um die internationalen Plätze zu kämpfen. Daher passt das gut", krempelte Hütter sofort die Ärmel hoch.

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