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Borussia Mönchengladbach

Gladbacher Gedankenspiele um Rangnick? "Würde gern große Aufgabe übernehmen!"

Christian Gaul
Mar 5, 2021, 12:39 PM GMT+1
Ralf Rangnick würde gerne bei einem Traditionsklub arbeiten
Ralf Rangnick würde gerne bei einem Traditionsklub arbeiten | JOHN MACDOUGALL/Getty Images
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In der aktuellen Diskussion um die sportliche Talfahrt der Borussia und den Wechsel von Marco Rose zum BVB meldet sich nun ein alter Bekannter aus der Bundesliga zu Wort. Ralf Rangnick möchte nach fast zehn Jahren im Dienste der RB-Gruppe wieder einen Traditionsverein übernehmen.

Zwar bekräftigte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl unlängst, dass er die laufende Saison mit dem scheidenden Trainer Rose beenden will, obwohl die Borussia aktuell der Rückrunden-Fünfzehnte ist und jegliche Überzeugung in ihrem Spiel vermissen lässt.

Zudem wenden sich viele Fans ab, die Grundstimmung rund um den Borussia-Park ist auf dem Tiefpunkt - Roses Wechsel und die dazugehörigen Eigenheiten der Kommunikation des Transfers belasten die Beziehung zwischen Klub und Anhängern.

"Alle Beteiligten haben sich schwergetan, den Wechsel zu so einem frühen Zeitpunkt zu bestätigen. Neben Marco Rose ist Borussia Mönchengladbach mit Max Eberl der Leidtragende", meldete sich nun auch Ralf Rangnick zu Wort.

Im Sportschau Club sprach der ehemalige Bundesliga-Trainer und Gestalter des RB-Konzerns kürzlich über die Borussia und bot sich indirekt als Alternative an. Der 62-Jährige ist derzeit vereinslos und wäre damit verfügbar, doch gibt es andere Klubs, zu denen der als sehr aneignend geltende Rangnick besser passen könnte.

Rangnick will Tradition - Gladbach benötigt "nur" einen Trainer

"Ich kann mir vorstellen, dass er sich von diesem Wechsel noch mehr die Möglichkeit verspricht, mit dem BVB auch Titel zu gewinnen. Er ist erst 44 und noch relativ jung, was die Trainerjahre angeht", äußerte sich Rangnick auch explizit zu Roses Wechsel nach Dortmund.

Er selbst hatte nach Stationen u.a. in Hoffenheim und auf Schalke vor rund zehn Jahren begonnen, als Sportdirektor für RB Salzburg und RB Leipzig tätig zu sein, bevor er als Manager nach dem Vorbild der Premier League in einer Doppelfunktion bei den Sachsen arbeitete. Ab Sommer 2019 überwachte er die Geschicke der RB-Außenstellen im brasilianischen Bragantino und in New York, seit Juli 2020 ist er vereinslos und könnte demnach sofort bei der Borussia einspringen. Ob eine Dekade bei RB, besonders nach dem Rose-Fiasko, jedoch eine gute Bewerbung für einen Job in Gladbach ist, sei dahingestellt.

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Rangnick hat eine Dekade RB im Blut | RONNY HARTMANN/Getty Images

Der "Fußball-Professor" war schon immer ein Fan der Borussia und seine Fachkompetenz, sowie seine Erfolge, sind unbestritten. "Ich würde gerne noch eine weitere schöne, große Aufgabe übernehmen, gerne auch bei einem großen Traditionsverein, wo man nicht notgedrungen in der dritten oder vierten Liga anfangen muss", ließ Rangnick erkennen, dass er sich ein Engagement in der Bundesliga immer noch zutraut.

"Ich könnte mir vorstellen, all die Dinge, die wir in Leipzig unter Anwendung neuester State-of-the-Art-Technologie gemacht haben, mal bei einem Traditionsklub zu machen. Ich würde gerne die Strahlkraft eines solchen Vereins zusammenbringen mit den Innovationen und diesem neuen Ansatz", erklärte Rangnick.

Allerdings sind die Strukturen bei der Borussia gefestigt wie lange nicht, Rangnicks Ansatz wird am Niederrhein schlicht nicht benötigt. Zudem ist unklar, wie sich Rangnick neben dem Gladbacher Macher Max Eberl einordnen würde. Denn Rangnick gilt als Alleingestalter - eine Rolle, die besser zu momentan eher schwammig aufgestellten Klubs wie Schalke oder dem HSV passen würde.

Hinzu kommt, dass Rangnick bei vielen Anhängern keine große Lobby besitzt, auch wenn das bei den Entscheidungsträgern des Klubs nur eine untergeordnete Rolle spielen muss.

Letztlich hat die Borussia, sollte es tatsächlich zu einer vorzeitigen Freistellung von Rose kommen, mit Heiko Vogel bereits eine Interimslösung unter Vertrag. Der Gladbacher U23-Trainer sammelte mit dem FC Basel schon Meistertitel in der Schweiz und Erfahrung in der Champions League.

Vieles spricht also nicht dafür, dass Rangnick als ernsthafter Kandidat für die Nachfolge von Marco Rose gehandelt werden kann.

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