Gideon Jung beim HSV: Neustart statt Abschied

Wird in den kommenden Wochen gebraucht: Gideon Jung
Wird in den kommenden Wochen gebraucht: Gideon Jung / Martin Rose/Getty Images
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So schnell kann es manchmal gehen. Bis vor Kurzem war Gideon Jung (26) noch eine der wahrscheinlichsten Optionen auf einen Abschied vom Hamburger SV im Winter-Transferfenster. Doch die aufeinanderfolgenden Verletzungen von Jan Gyamerah und Klaus Gjasula haben den Wechselplänen des Spielers einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Am Wochenende gesellte sich dann auch noch Amadou Onana zu den beiden genannten Pechvögeln. Die Ausfallzeit des Belgiers, der sich mit Problemen in den Adduktoren plagt, soll aber weitaus kürzer ausfallen als die von Gjasula und Gyamerah. Vor allem bei Gjasula befürchtet man einen Ausfall über mehrere Wochen hinweg.

Fällt mit einem Innenbandriss im rechten Knie für mehrere Wochen aus: Klaus Gjasula
Fällt mit einem Innenbandriss im rechten Knie für mehrere Wochen aus: Klaus Gjasula / Simon Hofmann/Getty Images

Den in solchen Fällen fast reflexartigen Ruf nach externen Verstärkungen wollte Trainer Daniel Thioune dann aber vorerst (noch) nicht anstimmen. "Kurzfristig können wir die Ausfälle kompensieren", kommentierte der Coach (via Mopo) den aktuellen personellen Engpass - und verweist auf die Breite und Tiefe seines Kaders.

Verletzte sich am Sprunggelenk: Jan Gyamerah
Verletzte sich am Sprunggelenk: Jan Gyamerah / Martin Rose/Getty Images

Dennoch dürften die jüngsten Malaisen seiner Mitspieler für Jung wohl nur eines bedeuten: den Verbleib im Volkspark auch über den Januar 2021 hinaus. Beim Spiel gegen Jahn Regensburg wurde Jung auch gleich gebraucht. In der 76. Minute kam er für den zweifachen Scorer (1 Tor, 1 Assist) David Kinsombi in die Partie und half mit, den Zwei-Tore-Vorsprung seines Teams über die Zeit zu bringen.

Wohl nicht die letzten Spielminuten, die er in den kommenden Wochen erhalten wird. Und wer weiß - vielleicht nimmt die aktuelle Situation dem Klub sogar eine schwierige Entscheidung ab. Denn die bisherigen Offerten für Jung sollen vor allem aus der Zweiten Liga gekommen sein.

Der Klub hätte jedoch nach eigenem Bekunden Bauchschmerzen damit gehabt, Jung an einen direkten Liga-Konkurrenten abzugeben. Mit dem Ausfall von Gjasula und der damit verbundenen neuen Situation im Kader dürfte sich diese Zwickmühle nun von selbst aufgelöst haben.

Jonas David und Xavier Amaechi sollen weiterhin verliehen werden

Während sich Jungs Perspektiven auf Spielpraxis somit in den letzten Tagen erheblich verbessert haben, sieht es für die anderen Wechselkandidaten im Hamburger Kader nicht ganz so positiv aus. Deshalb wäre der HSV bezüglich der Personalie Jonas David auch durchaus gesprächsbereit.

Ein Winter-Wechsel wäre für den 20-Jährigen auch keine neue Erfahrung. Bereits die komplette vergangene Rückrunde spielte der Verteidiger leihweise beim späteren Aufsteiger Würzburger Kickers, kam dort auch bis zum Auftreten muskulärer Probleme (die ihn ab dem 27. Spieltag für den Rest der Saison außer Gefecht setzten) auf regelmäßige Einsätze.

Für das Eigengewächs (David kam mit 14 Jahren aus der Jugend von Regionalligist Eintracht Norderstedt zu den Rothosen), das in der laufenden Spielzeit erst einen einminütigen Kurzeinsatz (beim 4:3-Sieg in Paderborn) vorweisen kann, soll es Angebote von Teams aus der unteren Tabellenhälfte der Zweiten Liga sowie von einigen ambitionierten Drittligisten geben.

Einem Wechsel am nächsten steht derzeit jedoch der Engländer Xavier Amaechi. Der Youngster, der 2019 aus der Jugend des FC Arsenal nach Hamburg kam, soll bei einigen englischen Klubs im Gespräch sein. Deshalb weilt der Noch-Teenager (wird morgen 20!) auch auf der Insel - und hofft, dass sich eine dieser Optionen in den kommenden Tagen oder Wochen konkretisiert.