Transfer

Gewinner und Verlierer der Transferperiode

Jan Kupitz
Borussia Dortmund v SV Werder Bremen - Bundesliga
Borussia Dortmund v SV Werder Bremen - Bundesliga / Jörg Schüler/GettyImages
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Das Winter-Transferfenster ist rum und insbesondere bei den großen Klubs der Bundesliga ist wenig passiert. 90min wirft einen Blick auf die Aktivitäten und sagt, wer die Transferperiode gut genutzt hat - und wer ein Verlierer der letzten Wochen ist.

GEWINNER

VfL Wolfsburg

Zugänge: Jonas Wind (12 Mio. Euro), Max Kruse (5 Mio. Euro), Kevin Paredes (6,7 Mio. Euro)

Abgänge: Wout Weghorst (14 Mio. Euro), Joshua Guilavogui (Leihe), Daniel Ginczek (ablösefrei), Admir Mehmedi (ablösefrei), Marvin Stefaniak (ablösefrei)

So viel die Wolfsburger im Sommer falsch gemacht haben, so viel haben sie im Winter richtig gemacht. Allen voran die Verpflichtung von Kruse dürfte dafür sorgen, dass die Wölfe den gefährlichen Plätzen schnell wieder entrinnen - zudem kamen mit Wind und Paredes zwei weitere sehr vielversprechende Stürmer. Insbesondere der Däne könnte zum Shootingstar avancieren und ein kongeniales Duo mit Kruse abgeben. Als Kirsche auf der Sahne wurde bereits der Transfer von Jakub Kaminski für die kommende Saison festgezurrt.

Auf der anderen Seite gab man den unzufriedenen Weghorst für einen ordentlichen Preis ab, zudem konnte man die sportlich unscheinbaren Guilavogui, Ginczek, Mehmedi und Stefaniak an den Mann bringen und den Kader somit etwas aufräumen.

Durch den frischen Wind in der Offensive sollte der VfL nun ordentlich gerüstet sein und eine vergleichsweise ruhige Rückrunde absolvieren können. Es liegt an Florian Kohfeldt, die PS auf den Rasen zu bringen. Über die Transferperiode kann der Wölfe-Coach jedenfalls nicht meckern.


Hertha BSC

Zugänge: Marc Oliver Kempf (500.000 Euro), Fredrik Björkan (ablösefrei), Dong-jun Lee (800.000 Euro), Kelian Nsona (500.000 Euro)

Abgänge: Krzysztof Piatek (Leihe), Jordan Torunarigha (Leihe), Devo Zeefuik (Leihe), Dennis Jastrzembski (ablösefrei)

Nach der abermalig enttäuschenden Hinrunde musste Hertha BSC auf dem Transfermarkt etwas tun - und Fredi Bobic hat ganz gut geliefert. Das Missverständnis mit Millionen-Flop Piatek wurde (vorerst) beendet, dazu verpflichtete man mit Kempf den langersehnten Abwehrboss. Dank der Ankunft des Ex-Stuttgarters ist die Hoffnung groß, die zweitschlechteste Defensive der Liga dicht zu bekommen. Auch Linksverteidiger Björkan dürfte ein Upgrade zu Plattenhardt und Mittelstädt darstellen.

Wenn zusätzlich die offensiven Lee und Nsona positiv überraschen, kann man von einem gelungenen Transferfenster reden, in dem ohne große Summen verhandelt wurde.

Klar ist aber auch: Das kann aus Sicht der Alten Dame nur der Anfang sein.


VERLIERER

Borussia Dortmund

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Tobias Raschl (sechsstelliger Betrag), Ansgar Knauff (Leihe)

Als Fan von Borussia Dortmund kann man von der abgelaufenen Transferperiode durchaus enttäuscht sein. Der BVB verzichtete auf jegliche Neuzugänge, obwohl es Handlungsbedarf gegeben hätte: ein schneller Flügelspieler und ein solider Außenverteidiger hätten es schon sein dürfen, um die Ansprüche, die man bei Schwarz-Gelb nun einmal hat, zu erfüllen. Somit muss Marco Rose mindestens bis Saisonende mit einem nicht ganz ausgewogenen Kader arbeiten und hoffen, dass gerade auf den Außenbahnen keine Verletzungen hinzukommen. Schwierig!

Fast genauso enttäuschend wie fehlende Neuzugänge sind auch die Transferaktivitäten auf der anderen Seite. Der BVB schaffte es nicht, gutbezahlte Reservisten wie Roman Bürki, Nico Schulz oder Axel Witsel an den Mann zu bringen. Ihr sportlicher Wert ist überschaubar, dennoch werden sie weiterhin gut kassieren. Alles andere als optimal.


Borussia Mönchengladbach

Zugänge: Marvin Friedrich (5,5 Mio. Euro)

Abgänge: Denis Zakaria (8,6 Mio. Euro), Hannes Wolf (Leihe), Torben Müsel (Leihe)

Nach der enttäuschenden Hinrunde hatte man schon erwartet, dass Borussia Mönchengladbach im Winter aktiv wird. Und tatsächlich fing das Transferfenster mit der Verpflichtung von Marvin Friedrich und dem Abschied von Hannes Wolf ziemlich gut an - doch danach folgte nichts mehr.

Marcus Thuram und Alassane Plea, die mit ihrem Kopf sichtlich nicht mehr bei der Borussia sind, stehen weiterhin im Kader - genau wie Matthias Ginter, der nach dem Friedrich-Transfer eigentlich verzichtbar geworden ist. Für Zakaria konnte man zwar noch eine ordentliche Ablöse kassieren, fand jedoch keinen Ersatz. Auch in der Offensive hätte sich zwingend etwas ändern müssen.

Der Kader, der im vergangenen Jahr weit unter den Erwartungen geblieben ist, wurde nicht ansatzweise verstärkt. Das könnte eine sehr holprige Rückrunde am Borussia-Park werden.


Union Berlin

Zugänge: Sven Michel (2,5 Mio. Euro), Andras Schäfer (1 Mio. Euro), Dominique Heintz (150.000 Euro)

Abgänge: Max Kruse (3 Mio. Euro), Marvin Friedrich (5,5 Mio. Euro), Tymoteusz Puchacz (Leihe), Cedric Teuchert (?), Rick van Drongelen (Leihe), Pawel Wszolek (Leihe)

Gemischte Gefühle bei Union - doch letzt überwiegt das Negative. Mit Puchacz, Teuchert, van Drongelen und Wszolek brachte man zwar einige Reservisten an den Mann, doch die Abgänge von Kruse und Friedrich trafen die Eisernen hart. Das Duo hatte maßgeblichen Einfluss an der tollen Entwicklung der Berliner und dürfte in der Rückrunde schmerzlichst vermisst werden.

Die Neuen Michel, Heintz und Schäfer sind spannende Spieler, können die Abgänge des Star-Duos jedoch nicht annähernd ersetzen. Eine herbe Schwächung für Urs Fischer, das man muss klar festhalten.

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