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Gespräche in der Länderspielpause - Glasner-Aus in Wolfsburg nur eine Frage der Zeit?

Yannik Möller
Nach seiner öffentlichen Transfer-Kritik steht Wolfsburg-Coach Glasner wohl vor seinem Aus
Nach seiner öffentlichen Transfer-Kritik steht Wolfsburg-Coach Glasner wohl vor seinem Aus / Boris Streubel/Getty Images
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Beim VfL Wolfsburg scheint es hinter den Kulissen ordentlich Zündstoff zu geben: Nachdem Trainer Oliver Glasner indirekt, aber mit klaren Worten die Transferpolitik kritisierte, ist sein Aus bei den Wölfen ein durchaus realistisches Szenario - wenn das Tischtuch mit Jörg Schmadtke zerschnitten ist, könnte es nach nun anstehenden Gesprächen zur Trennung kommen.

Die Kritik, die Oliver Glasner in der vorigen Woche öffentlich geäußert hatte, traf Sportdirektor Marcel Schäfer und Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Gegenüber Sky hatte der Trainer des VfL Wolfsburg kritisiert, dass man keinen Offensivspieler mit "Tempo und Tiefgang" verpflichtet hatte. Ob es so gemeint war oder auch nicht: Worte, die sich ganz klar an und gegen Schäfer und Schmadtke richten, und das öffentlich.

Es waren Worte, die Glasner und dessen Zukunft beim VfL ins Ungewisse stellten. Eine öffentliche Kritik, womöglich als Ausdruck eines angespannten und sicher nicht (mehr) harmonischen Arbeitsverhältnisses - in der Regel klare Zeichen, dass eine Zusammenarbeit zumindest hinterfragt und neu bewertet werden sollte.

Gegen Hoffenheim könnte VfL-Coach Glasner vorerst das letzte Mal an der Seitenlinie gestanden haben
Gegen Hoffenheim könnte VfL-Coach Glasner vorerst das letzte Mal an der Seitenlinie gestanden haben / DeFodi Images/Getty Images

Sportdirektor Schäfer hatte nach dem 2:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim seine Meinung erklärt (via Bild): "Die Kaderplanung ist ein Thema, dass intern besprochen werden muss [...]. Es öffentlich zu platzieren, war nicht richtig. Der Zeitpunkt war mehr als unglücklich."

Ebenfalls war zu beobachten, wie er sich - genauso wie auch Stürmer Wout Weghorst - nach der Partie demonstrativ vor die Kameras stellte und dem eigenen Spiel sehr viel "Tempo und Tiefgang" attestierte. Ein klarer Seitenhieb gegen den Trainer - und auch das öffentlich.

Glasner-Aus wirkt immer realistischer - Wolfsburg-Chef Schmadtke verwahrt sich sportliches Hintertürchen

Laut Bild sei inzwischen nicht mehr die Frage, ob Glasner seine Sachen in Wolfsburg packen muss, sondern nur noch wann. Er selbst erzählte, dass man sich nun beraten werde: "Wir werden die Länderspielpause nutzen, um ums nochmals zusammenzusetzen und uns darüber zu unterhalten."

Auch wenn es durchaus denkbar ist, dass das Verhältnis zwischen den Verantwortlichen dermaßen zerrüttet ist, dass eine Fortführung der gemeinsamen professionellen und vertrauensvollen Arbeit nicht mehr zu gewährleisten ist - allzu einfach dürfte VfL-Chef Schmadtke diese etwaige Trennung sicherlich nicht fallen, vor allem aus sportlichen Gründen.

Jörg Schmadtke gefiel die öffentliche Kritik seitens Oliver Glasner überhaupt nicht
Jörg Schmadtke gefiel die öffentliche Kritik seitens Oliver Glasner überhaupt nicht / TF-Images/Getty Images

"Die Mannschaft ist relativ unbeirrt, was da um sie herum passiert. Sie ist stabil und klar in ihrer Konzentration und in ihrem Tun. Und das ist gut zu wissen. Sportlich ist alles okay", erklärte der 56-Jährige gegenüber Sportbuzzer. Die Diskussion um den Trainer wolle er zwar "nicht bewerten", wobei selbstverständlich klar ist, dass er das intern wird tun müssen.

Zwar ruderte er in seinen Aussagen auch etwas zurück indem er betonte, dass geäußerte Worte durchaus auch falsch interpretiert werden können und dass "davon auszugehen" sei, dass Glasner auch in der nächsten Partie gegen den FC Schalke 04 auf der Trainerbank Platz nehmen wird.

Allerdings ist es derzeit nur schwer vorstellbar, dass sich die Beteiligten beim gemeinsamen Plausch wieder auf eine gemeinsame Linie verständigen können - zu viel scheint im Vertrauensverhältnis zerbrochen gegangen zu sein. Der Coach hingegen sagte bereits, dass er nicht an einen Rücktritt denke.

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