Drei Geheim-Treffen sorgten beim FC Bayern für die Wende

Yannik Möller
Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann / Adam Pretty/GettyImages
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Rund um den September herrschte Katerstimmung beim FC Bayern. Unsouveräne Spiele, fehlende Punkte und Trainer-Gerüchte standen auf der Tagesordnung. Mit drei geheimen Treffen lenkte man intern wieder auf die Erfolgsspur ein.


Manchmal reicht schon eine unglückliche Niederlage in der Bundesliga, damit an der Säbener Straße die Alarmglocken schrillen. Dementsprechend kann man sich vorstellen, wie die Stimmung im vergangenen September aussah. Diverse verschenkte Punkte, spielerische Auftritte, denen es an mehreren Ecken an Souveränität mangelte, und zugleich aufkeimende Gerüchte rund um Thomas Tuchel.

Eine Negativ-Phase, die längst überstanden und dank der zuletzt zehn Siege in elf Spielen mitsamt des tadellosen Weiterkommens in der Champions League auch vergessen worden ist.

Drei Treffen für Bayern-Kehrtwende: Salihamidzic lobte Nagelsmann-Arbeit

Die Sportbild berichtet von drei Geheim-Treffen, die intern stattgefunden und schlussendlich die Wende zumindest mit eingeleitet haben. Dreh- und Angelpunkt: Hasan Salihamidzic, der bei allen drei Treffen dabei war.

Treffen Nummer eins hat dem Bericht zufolge nach der 0:1-Pleite beim FC Augsburg stattgefunden. Der Sportvorstand und Julian Nagelsmann trafen sich zum Essen. Dabei ging es aber natürlich auch um eine kurze Analyse der aktuellen Lage. Außerdem sprach er dem Trainer sein uneingeschränktes Vertrauen aus. Das war beinahe notwendig, reichen doch kleinste Verfehlungen schnell für ein wachsendes Misstrauen.

Salihamidzic bestätigte die drei Treffen gegenüber dem Magazin auch und erklärte bezüglich seines Austauschs mit Nagelsmann: "Julian und ich haben grundsätzlich einen offenen, vertrauensvollen und konstruktiven Austausch. [...] Dass man sich in so einer Phase, in der wir dann auch noch in Augsburg verloren, vielleicht einmal öfter trifft, um zu diskutieren, ist völlig normal."

Das erste Treffen legte den Grundstein für Treffen Nummer zwei, bei dem auch Oliver Kahn anwesend war. Beim gemeinsamen Espresso-Trinken sprachen die beiden Bosse dem Coach erneut das Vertrauen aus. Ein wichtiges Zeichen, weil zu diesem Zeitpunkt die ersten Gerüchte um Thomas Tuchel aufkamen. Für 'Brazzo' und Kahn war jedoch klar: Man wird an Nagelsmann festhalten.

Hansi Flick, Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic
Auch Salihamidzic und Kahn arbeiteten an der Wende / Stefan Matzke - sampics/GettyImages

Auch das öffentliche Auftreten des Trainers sei besprochen worden. Damals ging es etwa um Kritik an Spielern oder fehlende Selbstkritik. Ein Thema, das schnell ad acta gelegt werden konnte.

Ohnehin könne man mit Nagelsmann "über alles reden", so Salihamidzic. Zugleich betonte er, dass er persönlich an seinem Auftreten "nichts auszusetzen" gehabt habe. Stattdessen lobte er ihn für seine klaren Analysen und Lösungsansätze.

Diese Analysen wurden dann bei Treffen Nummer drei thematisiert. Neben Trainer und Sportvorstand war auch Analyst Benjamin Glück dabei. Zusammen wurden die Leitfaden für die kommenden Wochen erarbeitet, um die Münchener aus der Krise zu führen.

Ein Resultat: Die Spieler brauchten mehr Sicherheit. Sie sollten sich einspielen können, mehr auf die eigenen Stärken vertrauen als sich an den Gegner anzupassen und in klaren Rollen agieren.

Dadurch wurden etwa deutliche Positions-Duelle definiert. Leroy Sané und Serge Gnabry auf rechts, Thomas Müller und Jamal Musiala im Zentrum, Sadio Mané und Kingsley Coman auf links. Dadurch gab es eine klare Marschroute und weniger Hin und Her.

"Julian war in seinen Analysen sehr klar und hat erklärt, was er machen will. Das Ergebnis kann sich sehen lassen", lobte Salihamidzic. Doch auch er hat die Treffen initiiert und maßgeblich beeinflusst.


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