Frauen-Bundesliga

Frauen-Bundesliga TOTW: Die Topelf des 2. Spieltags

Frankfurts Lara Prasnikar steuerte zum 4:2-Sieg in Freiburg einen Doppelpack bei
Frankfurts Lara Prasnikar steuerte zum 4:2-Sieg in Freiburg einen Doppelpack bei / Sebastian Widmann/GettyImages
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Ein spannendes Rheinderby, der spektakuläre Wolfsburger Last-Minute-Sieg in Hoffenheim, Frankfurts vier Tore in Freiburg und Duisburgs überraschender 3:0-Erfolg in Potsdam. Der zweite Spieltag hatte einiges zu bieten und brachte spannende Kandidatinnen für die Topelf hervor. Besonders prominent sind in dieser Woche die Bayer-Frauen, der MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt vertreten.

Die Topelf im Überblick:


1. Tor & Abwehr

Alexandra Popp, Sarai Linder
Hoffenheims Sarai Linder (links) zeigte gegen den VfL Wolfsburg um Alexandra Popp (rechts) eine bärenstarke Leistung / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

TW: Manon Klett (1. FC Köln) - Der 1. FC Köln ging im Rheinderby bei Bayer Leverkusen mit 0:1 als Verlierer vom Platz. Mit der Leistung von Torfrau Manon Klett hing die ärgerliche Niederlage jedoch nicht zusammen - ganz im Gegenteil. Die 25-Jährige war beim Gegentreffer durch Jill Bayings chancenlos und zeigte eine blitzsaubere Vorstellung. Kletts zahlreichen Rettungsaktionen war es zu verdanken, dass die Geißböcke bis zum Ende der Partie die Gelegenheit hatten, noch einen Punkt mitzunehmen.

IV: Kaitlyn Parcell (MSV Duisburg) - Eigentlich war es nicht geplant, dass Parcell so viel spielen würde, die US-Amerikanerin stand nicht in der Startelf der Zebras. Verletzungsbedingt wurde sie dann aber früh eingewechselt und machte ihre Sache ebenso wie die restliche MSV-Verteidigung gut. Parcell machte die Räume auf ihrer Seite gut dicht und lief links außen viel. Defensiv fehlerfrei, brachte sie sich auch vorne gut ein, etwa mit präzisen Hereingaben. Ihr Treffer zum 2:0, wo sie frei einschob, war das i-Tüpfelchen auf einer guten Leistung – eine Bewerbung für einen Startelfeinsatz beim nächsten Spiel.

IV: Sarai Linder (TSG Hoffenheim) - 80 Minuten rannte, flankte und dribbelte Wolfsburg gegen die führende TSG Hoffenheim, aber ohne zum Torerfolg zu kommen. Über weite Teile des Spiels hatten die Favoritinnen nicht mal klare Chancen. Das lag an ihrer eigenen Ideenlosigkeit, aber auch an einer sehr gut organisierten Defensive, die stabil stand und keine Lücken ließ. Aus dem Kollektiv stach besonders Sarai Linder heraus, die immer wieder proaktiv verteidigte und die Gefahr früh erkannte. Bei Hereingaben und langen Bällen war sie aufmerksam.

IV: Melissa Friedrich (Bayer Leverkusen) - Im Rheinderby strahlte Köln deutlich weniger Torgefahr aus als noch am letzten Spieltag; Leverkusen gelang es gut, die Konter des Effzeh zu unterbinden. Melissa Friedrich trug ihren Teil dazu bei, Mandy Islacker und Co. vom Spiel abzuschneiden: Sie klärte, ob mit dem Fuß oder mit dem Kopf, immer wieder und wurde auch offensiv nach Standards gefährlich. In der Spieleröffnung war sie ebenfalls souverän und ließ sich von Kölns Pressing nicht irritieren.

2. Mittelfeld

Jule Brand
Jule Brand avancierte gegen ihren Ex-Klub Hoffenheim zur Wolfsburger Matchwinnerin / Lukas Schulze/GettyImages

DM: Elisa Senß (Bayer Leverkusen) - Senß könnte zu Leverkusens wichtigster Verpflichtung dieser Saison avancieren. Ein erster Fingerzeig dafür war bereits, dass sie als Neuzugang prompt Kapitänin wurde. Aber auch auf dem Platz geht Senß mit gutem Beispiel voran und zeigte gegen Köln eine Leistungssteigerung gegenüber ihrem ersten Spiel im Bayer-Trikot. Sie wurde ihrer Rolle als Spielmacherin komplett gerecht und war offensiv und defensiv wichtig für ihr Team: Offensiv glänzte sie mit einigen Flanken und klugen Pässen, defensiv zeigte sie ihre Spielintelligenz mehrmals, als sie Kölns Pässe gut antizipierte. In einer Szene verband sie beides hervorragend: Senß kam nach einer Kölner Flanke an den Ball, kloppte ihn aber nicht einfach raus, sondern zog ein Solo ins Mittelfeld an, um dann eine Mitspielerin zu bedienen.

DM: Saskia Matheis (Werder Bremen) - Auch Matheis hat ihren Wert als Neuzugang bereits unter Beweis gestellt. Am ersten Spieltag hatte die Neu-Bremerin, aus Frankfurt gekommen, mit einem technisch anspruchsvollen Tor das Remis gegen Turbine Potsdam gesichert. Gegen Bayern München konnte die Mittelfeldspielerin sich etwas weniger am Ball ausleben, passte sich der Rolle aber sehr gut an und brachte die gegnerischen Verteidigerinnen mehrmals mit mutigem Anlaufen ins Schwitzen. Durch sie liefen auch viele von Werders Kontern, zudem schlug sie die Standards gut.

LM: Yvonne Zielinski (MSV Duisburg) - Dass Aufsteiger MSV Duisburg mit einem 3:0 bei Turbine Potsdam den ersten Saisonsieg einfuhr, hatte er maßgeblich Kapitänin Yvonne Zielinski zu verdanken. Die 32-Jährige schnürte einen Doppelpack und erwies sich im Mittelfeld als wichtiges Schwungrad, das die Potsdamerinnen nie richtig in den Griff bekamen. Trotzdem vergaß Zielinski nicht, sich bei ihren Mitspielerinnen zu bedanken: "Man hat gesehen, dass wir echt eine super Mannschaftsleitung auf den Platz gebracht haben. Bei den optimalen Zuspielen musste ich ja nur noch reinschieben", erklärte sie nach der Partie.

OM: Linda Dallmann (FC Bayern) - Im Auftaktmatch gegen Eintracht Frankfurt noch auf der Bank, nutzte Linda Dallmann ihre Startelf-Chance gegen Werder Bremen dazu, Werbung in eigener Sache zu betreiben. Die Nationalspielerin bereitete das vorentscheidende 2:0 durch Jovana Damnjanovic mustergültig vor und traf selbst per Traumtor zum 3:0-Endstand.

RM: Jule Brand (VfL Wolfsburg) - Die 19-Jährige musste gegen Ex-Klub Hoffenheim 70 Minuten warten, ehe sie ins Geschehen eingreifen durfte. Die kurze Einsatzzeit reichte für das Top-Talent jedoch aus, um zur Matchwinnerin zu avancieren. Brand legte das 1:1 durch Jill Roord vor und erzielte den Siegtreffer eine Minute vor Spielende selbst. Zuvor war die Nationalspielerin bereits an der Latte und an TSG-Torfrau Martina Tufekovic gescheitert.

3. Sturm

Tainara, Lara Prasnikar
Im Eröffnungsspiel gegen den FC Bayern war Lara Prasnikar noch kein Torerfolg vergönnt gewesen. Gegen Freiburg stach die 24-Jährige gleich doppelt zu / Alex Grimm/GettyImages

ST: Geraldine Reuteler (Eintracht Frankfurt) - Bei Frankfurts 4:2-Sieg gegen Freiburg stand Reutelers Name nicht auf der Liste der Torschützinnen, und dennoch war die Schweizer Nationalspielerin eine der auffälligsten Offensivakteurinnen der SGE. Reuteler war mit ihrer Schnelligkeit für Freiburg nie zu greifen und legte ein ums andere Mal die klaffenden Lücken in der Dreierkette des SC offen. Sie setzte sich oft gut gegen ihre Gegenspielerinnen durch und bereitete mit ihren Hereingaben Chancen vor, so etwa in der 69., als sie perfekt für Martinez auflegte, die zum 3:1 verwandelte. Reuteler kam aber auch selbst in Abschlusspositionen - in der 18. Minute hatte sie etwa Pech, als sie nur den Pfosten traf, in anderen Szenen hätte sie besser zielen können – das einzige Manko bei ihrer Vorstellung. Auch im Pressing war die 23-Jährige engagiert, erzwang mit starkem Anlaufen fast das 2:0. Viele Konter gingen über sie auf der linken Seite, weshalb sich Freiburg oft nur mit einem Foul zu helfen wusste.

ST: Lara Prasnikar (Eintracht Frankfurt) - Auch die zweite Angreiferin der Topelf trägt das Trikot der Eintracht. Lara Prasnikar erzielte beim 4:2-Erfolg in Freiburg zwei Treffer und bestätigte ihre tolle Form aus der Champions-League-Qualifikation, wo ihr ebenfalls zwei Tore gelungen waren. Insbesondere beim ihrem ersten Tor im Dreisamstadion stellte die slowenische Nationalspielerin ihre ganze Klasse unter Beweis und sorgte mit einem herrlichen direkten Freistoß für die wichtige 2:1-Führung.


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