Frauen-Bundesliga TOTW: Die Topelf des 8. Spieltags

Alexandra Popp hat sich einen Platz in der Topelf mit ihrem Doppelpack gegen Köln redlich verdient
Alexandra Popp hat sich einen Platz in der Topelf mit ihrem Doppelpack gegen Köln redlich verdient / Christof Koepsel/GettyImages
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Nach drei Wochen Bundesliga-Pause ist endlich wieder Topelf-Zeit! Dieses Mal haben es gleich drei Wolfsburgerinnen ins Team of the Week geschafft. Hinzu kommen zwei Frankfurterinnen und je eine Akteurin aus Hoffenheim, Freiburg, Bremen, Duisburg, Essen und Leverkusen.


Die Topelf im Überblick

1. Tor & Abwehr

Marina Hegering
Marina Hegering mausert sich zur Torjägerin. Ihre Defensivqualitäten sind ohnehin unumstritten. / Christof Koepsel/GettyImages

TW: Friederike Repohl (Bayer Leverkusen) - Ärgerlich, dass Bayer Leverkusen das Auswärtsspiel bei Favorit Frankfurt in letzter Sekunde mit 0:1 verlor. Noch ärgerlicher, dass der direkte Freistoß von Lara Prasnikar nur deshalb den Weg ins Tor fand, weil die Leverkusener Mauer aus unerfindlichen Gründen zum Schweizer Käse mutierte. Am ärgerlichsten war der Gegentreffer für Bayer-Schlussfrau Repohl, die einen Sahnetag erwischt und ihre Farben mit mehreren tollen Paraden im Spiel gehalten hatte. Schade, dass diese tolle Leistung nicht mit der weißen Weste belohnt wurde!

IV: Sjoeke Nüsken (Eintracht Frankfurt) - Die Nationalspielerin lieferte beim 1:0-Erfolg über die Werkself wie ihre Nebenfrau Sara Doorsoun eine tadellose Vorstellung ab. Sowohl am Boden als auch in der Luft, im direkten Duell ebenso wie in puncto Stellungsspiel erwies sich die Frankfurter Abwehrzentrale als unüberwindbar. Dass Nüsken den Vorzug vor ihrer Kollegin erhielt, lag an ihren Impulsen im Aufbauspiel, an dem sie sich als gelernte Mittelfeldspielerin mehrfach mit klugen Pässen beteiligte.

IV: Marina Hegering (VfL Wolfsburg) - Nach ihrer Verletzung ist Marina Hegering wieder komplett dabei, und die 32-Jährige zeigt seitdem eindrucksvoll, warum sie ein wichtiger Bestandteil von Wolfsburgs Team werden kann. Offensiv ist sie bei Standardsituationen eine echte Waffe, erzielte über zwei Spiele in 90 Minuten drei Tore. Eine Quote, über die sich wohl auch jede Stürmerin freuen würde! Hegering war gegen Köln zweimal nach Flanken zur Stelle, einmal staubte sie ab, das 3:0 markierte sie mit einem wuchtigen Kopfball. Auch defensiv war sie tadellos und verlor keinen Zweikampf. In dieser Form wird Trainer Tommy Stroot sie auch in den wichtigen Spielen nicht auf die Bank setzen. Ob Kathrin Hendrich daher dauerhaft nach rechts rückt, ist eine spannende Frage. Sicher ist aber auch, dass Hegering nicht überlastet werden soll, daher wurde sie auch gegen Köln zur Halbzeit ausgewechselt.

IV: Lena Ostermeier (SGS Essen) - Die SGS hielt die Auswärtspartie beim FC Bayern lange offen und musste erst kurz vor Schluss das entscheidende 0:2 hinnehmen. Zu verdanken hatten die Essenerinnen dieses achtbare Ergebnis einer konzentrierten Defensivleistung, zu der Lena Ostermeier einen wichtigen Beitrag leistete. Dabei stach die 26-Jährige weniger im direkten Zweikampf als durch ein aufmerksames Stellungsspiel hervor. Zudem brachte Ostermeier 75 Prozent ihrer Pässe an die Frau - nach Ramona Maier der Spitzenwert im Team von Trainer Markus Högner.

2. Mittelfeld


LM: Nina Lührßen (Werder Bremen) - Lührßen sorgte für den Gänsehaut-Moment des Spieltags: Vor über 20 000 Zuschauern im Weserstadion und direkt vor den gut aufgelegten Bremer Ultras brachte sie Werder gegen Freiburg in Führung. Und wie: Aus halbrechter Position zirkelte sie den Ball perfekt an der Freiburger Mauer vorbei ins rechte Eck. Die Freiburgerinnen hatten wohl eher mit einer Flanke gerechnet, Lührßen aber nutzte perfekt aus, dass SC-Torhüterin Rafaela Borggräfe eher mittig stand. Für die Außenbahn-Spielerin, die selbst aus Bremen stammt, ein ganz besonderes Tor. "Seitdem ich klein bin, habe ich mir gewünscht in diesem Stadion zu spielen“, sagte Lührßen nach dem Spiel.

ZM: Janina Minge (SC Freiburg) - Wenn’s läuft, dann läuft’s – anders kann man die Saison von Freiburgs Mittelfeldspielerin Janina Minge wohl kaum beschreiben. Nach acht Spieltagen steht sie in illustrer Gesellschaft – zusammen mit Ewa Pajor und vor Alexandra Popp – an der Spitze der Torjägerinnenliste. Und das, obwohl Minge in den letzten Jahren nicht als die torgefährlichste Spielerin der Liga bekannt war. Über sieben Bundesliga-Saisons gelangen ihr nur zehn Tore. Aktuell sieht es stark danach aus, als könnte sie diese Quote in einer einzigen Spielzeit überbieten, es fehlen nach ihrem Doppelpack gegen Bremen nur noch drei Treffer. Im Weserstadion behielt Minge zweimal die Nerven, zwei flache Schüsse von der Strafraumkante entführten die drei Punkte ins Breisgau. Auch Minge selbst konnte die Frage des Magenta Sport-Reporters, was denn in ihren Zaubertrank gemischt worden sei, nicht wirklich beantworten, hofft aber, dass es so weiterläuft.

ZM: Lena Oberdorf (VfL Wolfsburg) - Eine Abräumerin darf in der Topelf natürlich nicht fehlen. Und da führt kein Weg an Lena Oberdorf vorbei, die auch gegen Köln das Mittelfeld sauber hielt. Dass Oberdorf nach ihrer Schulterverletzung bereits wieder auf dem Platz steht, ist ein Glücksfall für sie und den VfL. Das Aufatmen der Fans des Nationalteams und von Wolfsburg war vermutlich bis in die USA zu hören, als bekannt gegeben wurde, dass ihre Verletzung weniger schlimm aussieht als zunächst befürchtet. Wie wichtig Oberdorf ist, zeigte sich bereits im Freundschaftsspiel gegen die USA, als Deutschland nach ihrer Auswechslung sichtbar den Faden verlor. Gegen Köln war ihr die kurze Auszeit nicht anzusehen, Oberdorf grätschte wie gewohnt alles weg und setzte den Effzeh im Pressing sehr gut unter Druck.

RM: Antonia Halverkamps (MSV Duisburg) - Halverkamps, Halverkamps, immer wieder Halverkamps. Die 22-Jährige beackert beim MSV Duisburg unermüdlich die rechte Seite und hat maßgeblichen Anteil daran, dass der Aufsteiger nach acht Spieltagen auf einem sensationellen sechsten Platz steht. Gegen den SV Meppen gelang der gebürtigen Duisburgerin auch endlich ihr erster Scorerpunkt, als sie im Sechzehner mustergültig Kollegin Allie Hess bediente.

3. Sturm

Alexandra Popp
Alexandra Popp erzielte gegen Köln ihre Saisontreffer fünf und sechs. / Christof Koepsel/GettyImages


ST: Erëleta Memeti (TSG Hoffenheim) - Erëleta Memeti ist so richtig in Hoffenheim angekommen: Nach ihrem Hattrick am vergangenen Wochenende im DFB-Pokal gegen Leverkusen war sie nun erneut an drei Treffern beteiligt. Bei Hoffenheims 3:1 gegen Turbine Potsdam war die Flügelflitzerin wieder sehr aktiv, die meisten Angriffe liefen über sie. In der ersten Halbzeit haderte die TSG noch mit ihrem Chancenwucher, wobei Memeti daran keine Schuld traf: In der 39. Minute bediente sie Julia Hickelsberger-Füller wunderschön durch die Mitte, die traf aber nur die Latte. Dafür wurde eine Vorlage von ihr dann nach dem Wiederanpfiff verwertet: Memeti hatte auf links die Übersicht und fand Naschenweng an der Strafraumkante, die einen ihrer berühmten Distanzschüsse abgab – drin war der Ball. Ein paar Minuten später machte sie den Sack zu, als sie nach der Ecke im Getümmel am schnellsten reagierte. Und das 3:0 leitete Memeti mit einem kleinen Tänzchen im Turbine-Strafraum ein – sehr starke Vorstellung der 23-Jährigen.

ST: Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) - Alexandra Popp hat einfach Spaß am Fußballspielen aktuell, und Tore schießt sie auch noch. Bei Wolfsburg hat sie alle Freiheiten, kann sich über den gesamten Platz bewegen und sich anbieten. Aber wenn es zählt, ist sie auf dem Posten in der Mitte und liefert verlässlich Tore. Zum 2:0 nahm Popp einen Zuckerpass von Waßmuth gut an und verwandelte souverän, beim 4:0 konnte sie nach deren Schussversuch abstauben. Es werden wohl nicht die letzten Tore gewesen sein, die aus dieser Koproduktion entsprangen. Zum Ende des Spiels rückte Popp auf die Sechserposition und machte es auch dort sehr gut, gewann insgesamt zehn von zwölf Zweikämpfen.


ST: Lara Prasnikar (Eintracht Frankfurt) - Lara Prasnikar kann nach dem 1:0-Last-Minute-Erfolg gegen Leverkusen ein Lied davon singen, wie nah Freud und Leid im Fußball beieinander liegen. Lange sah es so aus, als würde die technisch beschlagene Slowenin den Platz als Depp des Spiels verlassen. Zu nachlässig war sie mit ihren vielen tollen Gelegenheiten umgegangen, hatte die Kugel entweder neben den Kasten platziert oder in Bayer-Schlussfrau Repohl ihre Meisterin gefunden. Dann kam die 93. Minute. Prasnikar legte sich den Ball zum Freistoß zurecht, erschreckte die Leverkusener "Mauer" so sehr, dass sich gleich mehrere Lücken auftaten und versenkte das Leder zum vielumjubelten Lucky Punch im linken Toreck.


Spanien - Deutschland: Die Analyse mit Tobias Escher


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