Werder Bremen

Kohfeldt über Zeit bei Werder: "Extreme Phasen in beide Richtungen"

Jan Kupitz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Florian Kohfeldt hat sich zu seinem Aus beim SV Werder Bremen geäußert. Groll gegenüber dem Verein oder Verantwortlichen hegt der 39-Jährige nicht - im Gegenteil.


Nach seiner Ankunft beim VfL Wolfsburg konnte Florian Kohfeldt mit drei Siegen in den ersten drei Partien vollauf überzeugen. Mit jedem weiteren Spiel entwickelt er sich mehr und mehr zum Glücksgriff für die Wölfe - das Lächeln des Fußballlehrers ist zurück.

Vor einem halben Jahr sah das noch ganz anders aus. Da kämpfte Kohfeldt mit dem SV Werder das zweite Jahr in Folge um den Abstieg und wurde einen Spieltag vor Schluss entlassen. Geschäftsführer Frank Baumann gestand im Nachhinein, zu lange am Chefcoach festgehalten zu haben. Eine Aussage, die Kohfeldt seinem jahrelangen Weggefährten jedoch nicht übelnimmt.

Kohfeldt ist Baumann nicht böse

"Das ist absolut legitim", bestätigte der 39-Jährige im Gespräch mit der Sport Bild und ergänzte: "Ich halte Frank Baumann nach wie vor für einen sehr guten Manager. Es gibt keine Aussage von ihm, die mich gekränkt oder gestört hat. Wir haben uns seitdem mehrfach gesehen und können uns guten Gewissens in die Augen schauen."

Kohfeldt beteuerte, dass er während seiner Amtszeit jede Entscheidung "immer für Werder, nie für mich selbst" getroffen habe und "null Komma null Groll gegenüber dem Verein oder den Verantwortlichen" hege. "Ich hatte ein schmerzliches Ende, was die Tabellensituation angeht", gestand er. "Aber ich bin weiterhin in großer Sympathie mit Werder verbunden. Da ist nichts kaputtgegangen."

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Kohfeldt hatte bei Werder auch viele gute Momente / PATRIK STOLLARZ/GettyImages

Für den gebürtigen Siegener, der 2018 zum "Trainer des Jahres" gekürt worden war, gab es am Osterdeich "extreme Phasen in beide Richtungen". Denn vor dem zermürbenden Abstiegskampf waren die Grün-Weißen unter Kohfeldt sogar ein Aspirant für das internationale Geschäft gewesen - ein Umstand, der vielen Fans außerhalb Bremens mittlerweile entfallen ist.

Zum Schluss sei es in Bremen "keine einfache Zeit" mehr gewesen. Dennoch habe Kohfeldt in der Hansestadt, "wenn ich beispielsweise durch die Stadt gelaufen bin, immer breiten Zuspruch und Aufmunterung bekommen".

Das Werder-Urgestein betonte, dass es nicht immer alles richtig mache. "Aber ich versuche immer, mit vollem Herzen und mit kompletter Hingabe für den Verein und die Mannschaft zu entscheiden und nie aus Überheblichkeit oder damit ich dabei gut aussehe." Eine Eigenschaft, die man mittlerweile auch beim VfL Wolfsburg zu schätzen weiß.

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