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FIFA beschließt Beschränkungen für Leih-Transfers

Simon Zimmermann
FIFA-Präsident Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino / Dan Mullan/GettyImages
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Die FIFA will Spielerleihen künftig einschränken und hat härtere Bestimmungen verabschiedet, die schon ab Sommer gültig sein sollen. Dabei lässt der Weltverband aber eine Hintertür offen.


Leih-Deals sind im Profifußball in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen. Statt einer festen Verpflichtung setzen viele Klubs häufiger auf Spielerleihen - die in vielen Fällen mit Kaufoptionen oder sogar -verpflichtungen gekoppelt sind. Finanzielle Engpässe sind häufig die Hauptgründe für solche Deals.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, wenn es ums Leihen geht. Die andere Hälfte ist das Gebaren, mit dem u.a. der FC Chelsea oder italienische Klubs sehr bekannt sind. Es geht um die sogenannten Loan-Armys. Also beinahe eine Art Schattenteam, das beim Klub unter Vertrag steht, aber per Leihe auf der ganzen Welt verteilt im Einsatz ist.

Besonders diesen Teil hatte der Weltverband im Blick. Am Donnerstag beschloss die FIFA nun, Leihen in den kommenden Jahren einzuschränken. Die Regelungen sollen ab dem 1. Juli 2022 in Kraft treten.

  • Leihe muss mindestens zwischen zwei Transferperioden andauern und darf höchstens für ein Jahr gelten
  • Maximal sind ab Sommer 2022 nur noch acht Ausleihen erlaubt. Im Gegenzug darf ein Klub auch nur noch acht Leih-Spieler aufnehmen
  • Diese Anzahl wird 2023 auf sieben und 2024 auf sechs Leih-Spieler reduziert
  • Nur noch drei Spieler dürfen an denselben Klub verliehen werden
  • Während einer Leihe darf ein Spieler nicht mehr zu einem dritten Klub weitertransferiert werden

Doch auch mit den neuen Beschlüssen lässt die FIFA eine Hintertür offen. Es gibt zwei entscheidende Ausnahmen:

  • Spieler bis 21 Jahre sind von den Beschränkungen ausgeschlossen
  • Im Klub ausgebildete Spieler sind von den Beschränkungen ausgeschlossen

Die nationalen Verbände haben drei Jahre Zeit, um das nationale Leih-System an die internationalen Bestimmungen anzupassen.

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