2. Bundesliga

"Der FCK ist ein schlafender Riese" - Hercher und Redondo verlängern in Kaiserslautern

Christian Naß
Der 1. FC Kaiserslautern feiert den Aufstieg in die 2. Liga nach dem gewonnenen Relegationsspiel in Dresden
Der 1. FC Kaiserslautern feiert den Aufstieg in die 2. Liga nach dem gewonnenen Relegationsspiel in Dresden / Ronny Hartmann/GettyImages
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Als Thomas Hengen im März 2021 den Posten als Geschäftsführer beim 1. FC Kaiserslautern übernahm, stand der Verein bereits mit einem Bein in der Regionalliga. Der Ex-Profi hat bewiesen, dass er einen Traditionsklub wie den FCK führen kann. 


Hengen sorgte zuletzt mit einer unpopulären Entscheidung für Aufsehen. Kurz vor den Relegationsspielen ersetzte er den Erfolgscoach Marco Antwerpen durch Dirk Schuster. Dieser Mut wurde mit dem Aufstieg in die 2. Liga belohnt und stärkt seine Position im Verein.

"Die 15 Monate, die ich beim FCK bin, fühlen sich wie 15 Jahre an. Es war eine brutal intensive Zeit. Antwerpen und Frank Döpper haben uns am Leben gehalten, den Klassenerhalt gesichert. Da war es kurz vor zwölf", blickt Hengen gegenüber dem kicker zurück. 

Der FCK-Boss hat dafür gesorgt, dass der Betzenberg wieder zu seiner alten Stärke zurückgefunden hat. In den letzten drei Heimspielen gegen Saarbrücken, die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund und Dresden kamen jeweils rund 50.000 Zuschauer ins Fritz-Walter-Stadion. Zahlen, von den manche Bundesligisten nur träumen können. 

Mitgliederkampagne beim FCK geht nach dem Aufstieg durch die Decke 

"Ich komme nicht drum herum, die Plattitüde zu bedienen, aber es ist einfach so: Der FCK ist ein schlafender Riese. Das zeigt sich aktuell in einer Form, wie wir es nicht für möglich gehalten haben", erzählt Gero Scira, Vorstandsmitglied des eingetragenen Vereins, dem kicker

Scira hat Anfang 2022 mit seinen Vorstandskollegen eine neue Mitgliederkampagne ins Leben gerufen. Allein seit Ende Februar konnten über 2.600 neue Mitglieder gewonnen werden. Der Aufstieg wird die Zahlen noch einmal nach oben schnellen lassen. "Es ist unvorstellbar, was hier abgeht. Die rennen uns die Bude ein. Das macht uns natürlich superstolz und glücklich. Wir geben alles dafür, so schnell wie möglich jeder und jedem Einzelnen gerecht zu werden", betont der 39-Jährige. 

Aber nicht nur der Verein profitiert von dem Aufstieg in die 2. Liga. Auch die Stadt Kaiserslautern kann feiern. Schließlich muss der FCK künftig wieder 2,4 Millionen Euro Stadionpacht zahlen, statt zuvor 625.000 Euro.

Hercher und Redondo verlängern per Klausel 

Inzwischen laufen auch die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren. Die auslaufenden Verträge von Kenny Prince Redondo und Philipp Hercher haben sich durch den Aufstieg verlängert. Über die genauen Details der neuen Arbeitspapiere schweigt der Klub bislang. Vermutlich werden die beiden Verträge aber bis zum Sommer 2024 gültig sein. 

Ob auch andere Leistungsträger wie Kevin Kraus, Alexander Winkler und Hikmet Ciftci ähnliche Klauseln in ihren auslaufenden Verträgen haben, ist bisher nicht bekannt. Der beste Torhüter der abgelaufenen Drittliga-Saison, Matheo Raab, hat eine solche Klausel jedenfalls nicht. Geschäftsführer Hengen ist sich dennoch sicher, dass der FCK "die größten Leistungsträger halten kann. Ob wir alle halten können, werden wir sehen". 

Zudem ist den Verantwortlichen in Kaiserslautern klar, dass der komplette Kader wohl erst zum Ende der Transferperiode im August stehen wird. Die Roten Teufel werden dabei ein besonderes Auge auf Spieler werfen, deren Einsatzchancen in der Bundesliga nach der Saisonvorbereitung eher gering sind. 

Nach vier Jahren in der 3. Liga sind die wirtschaftlichen Mittel in Kaiserslautern begrenzt. Mit Medienerlösen von rund 7,6 Millionen Euro bildet der Betze das Schlusslicht im Ligavergleich. Ob die Investorengruppen noch etwas Geld zur Verfügung stellen werden, ist derzeit noch offen.


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