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Spanische Medien: Bayern will Barça-Star Pedri

Guido Müller
Mit einer Ausstiegsklausel von 1 Milliarde Euro versehen: Barças Jungstar Pedri
Mit einer Ausstiegsklausel von 1 Milliarde Euro versehen: Barças Jungstar Pedri / David Ramos/GettyImages
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Erst Mitte Oktober verkündete ein sichtlich stolzer Joan Laporta die Vertragsverlängerung von Barcelonas Jung-Star Pedri bis zum Sommer 2026. Eingebaute Ausstiegsklausel: eine Milliarde Euro! Doch dieses Preis- oder Warnschild (je nach Blickwinkel) scheint den FC Bayern München nicht davon abzuhalten, sich weiterhin sehr laute Gedanken über den Kanaren zu machen.


Ganz neu ist der Name Pedri auf der Münchener Wunschliste nicht. Schon im Sommer letzten Jahres war der deutsche Rekordmeister an den Diensten des offensiv vielseitig verwendbaren Kickers interessiert.

Und auch die preisliche Dimension, in die der Teenager (wird in drei Tagen 19!) nach der Ausweitung seines Arbeitspapiers vorgestoßen ist, scheint die Bayern nicht davon abzuhalten, ihn in ihre Personalplanungen für die Zukunft einzubeziehen.

Und damit beziehe ich mich jetzt gar nicht so sehr auf die fantastisch anmutende Eins mit neun Nullen hintendran. Denn natürlich wird der FC Bayern keine Milliarde Euro für einen Spieler ausgeben. Das dürfte auch noch in den kommenden fünfzig Jahren gelten. Obwohl - wer weiß...

Spielt Barças prekäre Finanzlage den Bayern in die Karten?

Denn zur Realität im beginnenden Winter 2021/22 gehört natürlich auch die weiterhin sehr prekäre finanzielle Situation der Azulgrana. Insofern macht der jüngste Bericht der spanischen Fußball-Zeitung as durchaus Sinn.

Demgemäß wollen die Bayern den Katalanen eventuell schon im kommenden Winter, spätestens aber im Sommer nächsten Jahres, ein Angebot für den Spanier vorlegen.

Und das soll es in sich haben. Die Münchener sollen nämlich gewillt sein, ihre historische Rekord-Marke von 80 Millionen Euro (aufgestellt vor zweieinhalb Jahren beim Kauf von Lucas Hernández) zu überbieten.

Es dürfte wohl in den dreistelligen Bereich gehen. In diese Sphären wären die Bayern ja auch schon fast bei Leroy Sané vorgestoßen - ehe eine schwere Verletzung des Nationalspielers das damalige Transferringen mit seinem damaligen Arbeitgeber Manchester City jäh beendete.

Leroy Sane
Für Leroy Sané hätte Bayern vor ein paar Jahren wohl auch eine dreistellige Ablöse an Manchester City bezahlt. Eine Verletzung änderte dann alles. / Sebastian Widmann/GettyImages

Geld haben die Münchener - trotz Coronapandemie - genug. Die Frage ist: Wieviel davon sind sie wirklich bereit, für Pedri auszugeben? In einem Land wie Deutschland, in dem Neid-Debatten vielleicht häufiger als anderswo aufkommen, werden astronomisch hohe Gehälter von der Gesellschaft einfach anders betrachtet, als in Spanien, Italien oder auch England.

Denn neben der Ablösesumme will der Spieler ja auch entlohnt werden. Die as schreibt davon, dass die Münchener bereit sein sollen, Pedris aktuelles Gehalt beim FC Barcelona (geschätzte 3,5 Millionen Euro) zu vervierfachen.

Mit dann 14 Millionen Jahresgage würde sich der Spanier zwischen genanntem Hernández (13 Mio.) und Thomas Müller (15 Mio.) im Mittelfeld des Münchener Gehaltsgefüges, einreihen. (Quelle: vermogenmagazin.de)

Die nicht minder drängende Frage: Wie gut (oder schlecht) ist es um Barças Finanzen wirklich bestellt? Und daran anknüpfend: Wie sieht es im kommenden Monat aus? Dann nämlich weiß man rund ums Nou Camp, ob auch im Frühjahr nächsten Jahres noch mit den üppigen Geldern aus der Champions League geplant werden kann.

Dem morgigen Spiel gegen Benfica (Di, 21.00 Uhr) haftet nicht nur aus diesen Erwägungen heraus ein schon schicksalshafter Charakter an. Sollten die Blaugrana tatsächlich nicht in der Champions League überwintern, und zudem womöglich auch in der heimischen Liga nicht bald die Kurve kriegen, könnte das Panorama für die Bayern im Winter tatsächlich vielversprechend aussehen.

Barças Trumpf: Um Pedri soll ein neues schlagkräftiges Team geformt werden

Gegen einen Wechsel spricht allerdings, dass Pedri sich beim FC Barcelona pudelwohl fühlt - und er beim FC Bayern quasi von vorn anfangen müsste, um sich den jetzigen status quo zu erarbeiten. Bei seinem aktuellen Arbeitgeber würde er hingegen eine der zentralen Gallionsfiguren für ein neues sportliches Projekt (unter Neu-Trainer und Klublegende Xavi) sein.

Deshalb von mir: eine Wechselwahrscheinlichkeit von zehn Prozent. Höchstens.

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