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Bayern München

Bericht: FC Bayern gibt Coman-Verlängerung auf - und hat Nachfolger im Blick

Simon Zimmermann
Der Coman-Poker geht in die nächste Runde
Der Coman-Poker geht in die nächste Runde / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Der FC Bayern und Kingsley Coman: Es droht die Trennung. In München hat man offenbar eine Vertragsverlängerung mit dem Franzosen aufgegeben und wartet auf Angebote. Einen Nachfolger hat der Rekordmeister bereits im Blick.


Er ist mal wieder eine dieser Personalien, die sich zum Dauer-Thema beim FC Bayern entwickeln könnte: Kingsley Coman. Die Ausgangslage um den Franzosen scheint recht deutlich abgesteckt zu sein. Der Vertrag des 25-Jährigen in München ist noch bis 2023 gültig, spätestens am Ende der neuen Saison muss eine Entscheidung her, ob der Franzose verlängert oder verkauft werden soll.

Erschwert wird die Entscheidung von den offenbar extrem hohen Forderungen der Coman-Seite. Ein Topverdiener im Kader wolle er werden, an die 20 Millionen Euro im Jahr sollen es schon sein, heißt es. Die Bayern wiederum sind nicht bereit, solch exorbitanten Forderungen nachzukommen. Kapitän Manuel Neuer und Weltfußballer Robert Lewandowski sollen in diesen Gehaltssphären die Ausnahme bleiben.

Dass man diese Linie durchzieht, haben die Verantwortlichen im Fall David Alaba gezeigt. Der Österreicher wurde ablösefrei ziehen gelassen. Ein Fall, der sich dennoch nicht wiederholen soll, schließlich kann sich auch der Rekordmeister nicht leisten, Leistungsträger häufiger ohne Gegenwert zu verabschieden.

Die Zeit spielt eher Coman in die Karten

Und so will man einen Abgang von Coman auch nicht gänzlich ausschließen. Von einem 100-Millionen-Euro-Preisschild war zuletzt die Rede. Natürlich ein sehr hoch angesetzter Betrag (Comans Marktwert liegt bei 65 Millionen Euro), der lediglich als strategischer Zug im Coman-Poker aufgefasst werden kann. Die FCB-Bosse haben der Coman-Seite zumindest deutlich gemacht: Wir machen nicht alles mit, notfalls geben wir dich auch ab!

Dennoch hat der Franzose das Heft des Handelns selbst in der Hand. Ohne eine Einigung mit den Bayern wird es genügend Topklubs geben, die auf seine Dienste lauern und ihn auch fürstlich entlohnen. Je näher das Vertragsende kommt, desto eher lockt auch die Option, ablösefrei zu wechseln und so noch ein fettes Handgeld zu kassieren.

FC Bayern will Klarheit und hat Coman-Nachfolger im Blick

In München sollte man daher gewillt sein, früh Klarheit zu schaffen - auf die eine oder andere Seite. Für den Fall, dass man Coman tatsächlich ziehen lässt, soll es bereits einen Plan B geben. Jüngst wurden Gerüchte um Ajax-Außenstürmer Antony laut.

Antony
Antony ist aktuell für Brasilien bei Olympia im Einsatz / Francois Nel/Getty Images

Bruno Andrade, der u.a. für UOLEsporte schreibt, kocht die Gerüchte um den 21-Jährigen weiter hoch. Der brasilianische Medienriese gilt gemeinhin als recht zuverlässige Quelle. Demnach sei Antony der klare Favorit der Bayern auf die mögliche Coman-Nachfolge. Der brasilianische Angreifer, der aktuell in Tokio mit der Olympia-Auswahl um Gold kämpft, soll auch eines der Wunschziele von Julian Nagelsmann sein. Der neue Bayern-Coach wollte Antony schon im vergangenen Jahr verpflichten - damals noch für RB Leipzig.

30 Millionen Euro Ablöse sollen für Antony aufgerufen sein. Intern habe man sich bei Ajax eingestanden, dass der Brasilianer den Klub in diesem Sommer verlassen wird. Obwohl man ihn erst im letzten Jahr für 15,75 Millionen Euro aus der Heimat verpflichtete und er noch bis 2025 unter Vertrag steht.

Andrade berichtet weiter, dass ein Angebot der Bayern für Antony bald folgen könnte. Denn bei Coman habe man die Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung praktisch aufgegeben. Man warte nun auf konkrete Angebote interessierter Klubs.

Es wäre schon ein echter Paukenschlag, sollte Coman die Bayern tatsächlich noch diesen Sommer verlassen!

Einschätzung: Plant der FC Bayern ohne Coman - und mit Antony?

Trotz der recht zuverlässigen Quelle muss man die aktuellen Gerüchte noch mit Vorsicht genießen. Klar ist aber, dass sich die aktuellen Verhandlungen mit Coman in einer Sackgasse befinden. Eine Lösung scheint nur schwer möglich zu sein - zu unterschiedlich sind die finanziellen Vorstellungen.

Sollte man beim FCB also tatsächlich zu der Erkenntnis gekommen sein, dass man nicht mit Coman verlängern kann, könnte ein Verkauf schon in diesem Sommer durchaus Sinn machen - unter zwei Voraussetzungen: A) Coman kann für eine satte Ablöse verkauft werden. 70 Millionen Euro sollten es für den Franzosen schon sein. B) Antony kann von Ajax tatsächlich für rund 30 Millionen Euro verpflichtet werden. Die Bosse und Nagelsmann scheinen vom Brasilianer überzeugt zu sein.

Tritt dieses Szenario ein, hätte man einen Nachfolger, der in Sachen Gehalt deutlich unter Coman liegen würde und der durchaus noch einiges an Wertsteigerungs-Potenzial besäße. Zudem könnte man mit den zusätzlichen Coman-Einnahmen für frisches Geld sorgen, mit dem sich auch auf anderen Problem-Postionen noch einmal handeln lässt.

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