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Bayern München

Rummenigge verrät: Das waren meine zwei besten Transfers

Jan Kupitz
Rummenigge hat zuletzt mit Salihamidzic zusammen gearbeitet
Rummenigge hat zuletzt mit Salihamidzic zusammen gearbeitet / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Vier Wochen lang ist Karl-Heinz Rummenigge noch als Vorstands-Vorsitzender des FC Bayern München tätig, danach wird er sein Amt - sechs Monate früher als geplant - niederlegen. Zum Abschied zieht die Bayern-Legende noch ein kurzes Fazit zu den besten Transfers der Amtszeit, aber auch zu den schmerzhaftesten Abgängen.


Insgesamt 30 Jahre lang ist Rummenigge im operativen Geschäfts des deutschen Rekordmeisters tätig. Von 1991 bis 2002 zunächst als Vize-Präsident, danach in seiner heutigen Position als Vorstands-Chef. Daher hat der 65-Jährige in seiner Karriere natürlich auch zahlreiche Transfers abgewickelt - der teuerste war der von Lucas Hernandez, den sich KHR und Co. vor zwei Jahren schlanke 80 Millionen Euro kosten ließen.

Neuer und Lewandowski sind Rummenigges beste Transfers

Seine besten Verpflichtungen waren allerdings zwei andere Akteure: "Neuer 2011 für rund 20 Millionen Euro [vom FC Schalke], Lewandowski 2014 sogar ablösefrei [vom BVB] - hinten der beste Torwart der Welt, vorne der beste Stürmer der Welt. Das war die Basis für die besten zehn Jahre der Vereinsgeschichte", schwärmt Rummenigge im Interview mit der Bild von seinen beiden Glücksgriffen.

Robert Lewandowski, Karl-Heinz Rummenigge
Lewandowski war neben Neuer Kalles bester Fang / Alexander Hassenstein/Getty Images

Auf der anderen Seite habe es aber natürlich auch Abgänge gegeben, die ihm nicht leicht gefallen sind. Wie zum Beispiel der Wechsel von Toni Kroos, der 2014 an Real Madrid abgegeben wurde. Sein Verkauf "war zwar sportlich schmerzhaft, dafür war er mit 30 Millionen Euro damals wirtschaftlich wichtig", stellt Rummenigge klar. "Es gibt Phasen, da ist auch Bayern München darauf angewiesen, dass etwas in die Kasse kommt."

Ähnlich habe es sich auch bei David Alaba verhalten, der das Angebot zur Verlängerung ablehnte und stattdessen ablösefrei ebenfalls zu Real Madrid wechseln wird. Der Österreicher sei "ein wunderbarer Junge", so der Bayern-Boss. "Das Gesamtpaket hätte aber einfach den Rahmen gesprengt."

Rummenigge nimmt Salihamidzic in Schutz

Derjenige, der in den letzten Monaten schon immer mehr Verantwortung für die Spielertransfers übernahm und nach dem Rummenigge-Abschied noch mehr im Fokus stehen wird, ist Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Der Bosnier wird von vielen Fans kritisch gesehen, vor allem die Transferperiode im vergangenen Sommer - als mit Costa, Sarr, Roca und Dantas viele Transferflops kamen - wird ihm schwer angelastet.

"Als Sportvorstand ist Hasan primär dafür verantwortlich, dass der Kader national Titel holt und international um Titel mitspielt. Nachwuchsarbeit und Finanzen muss er ebenfalls im Blick haben. Was die Transfers betrifft, hat er sich selbst die Messlatte manchmal vielleicht etwas zu hoch gelegt", gesteht Rummenigge, der Brazzo aber ein Stück weit "auch in Schutz nehmen" möchte. "Denn Uli Hoeneß und ich hatten auch nie eine 100-Prozent-Quote bei den Transfers. Außerdem kommt mit Nagelsmann jetzt 'sein' Trainer. Das wird seine Position stärken."

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