Bayern München

Nachfolger Eberl? Salihamidzic bei Bayern gehörig unter Druck

Daniel Holfelder
Hasan Salihamidzic
Hasan Salihamidzic / Stuart Franklin/GettyImages
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Für Sportvorstand Hasan Salihamidzic wird die Luft beim FC Bayern immer dünner. Mit Max Eberl ist sogar schon ein möglicher Nachfolger im Gespräch.


Salihamidzic' Vertrag in München läuft noch bis 2023. Lange Zeit, so berichtet die Sport Bild, herrschte im Aufsichtsrat Einigkeit darüber, dass das Arbeitspapier des 45-Jährigen zeitnah ausgedehnt werden soll. Die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate haben jedoch dazu geführt, dass eine Verlängerung inzwischen kein Thema mehr ist. Im Gegenteil: Die Zweifel an Salihamidzic sind groß, nicht nur in der Führungsriege, sondern auch innerhalb der Mannschaft.

Beim Saisonabschluss-Treffen machte der Bosnier den kommenden Transfersommer zum Thema und kündigte Verstärkungen an. Die Profis sind jedoch alles andere als überzeugt davon, dass Brazzo dieses Versprechen halten kann. In der Kabine ist man nach wie vor irritiert darüber, dass die Bayern Niklas Süle ablösefrei zum Rivalen nach Dortmund ziehen lassen. Mit Süle, der sich bei den Mannschaftskollegen großer Beliebtheit erfreut, soll Salihamidzic in fünf Jahren nicht ein einziges Gespräch über dessen Zukunft beim Rekordmeister geführt haben. Ähnlich verhält es sich bei Serge Gnabry, Thomas Müller und Robert Lewandowski, der auch öffentlich das bayerische Zögern in puncto Vertragsverhandlungen kritisiert hatte.

Zuletzt amüsierten sich die Bayern-Stars, die kurz zuvor wegen eines Trips nach Ibiza in der Kritik standen, über ein von Sport Bild veröffentlichtes Video, dass den Sportvorstand zu später Stunde tanzend in einem Club auf Mallorca zeigt. Salihamidzic hatte auf der beliebten Ferieninsel verschiedene Spielerberater getroffen und den Tag offenbar in einer Bar ausklingen lassen. Dass er sich dabei eng umschlungen mit einer unbekannten Frau filmen ließ, muss zumindest als unglücklich bezeichnet werden.

Neben diesem eher boulevardesken Nebenkriegsschauplatz wirft aber vor allem Brazzos Transfergebaren Fragen auf. Salihamdzic' Suche nach neuen Spielern soll inzwischen von einer gewissen Panik dominiert sein. Statt sich frühzeitig um Neuzugänge zu bemühen und anderen Klubs zuvorzukommen, wie es unter Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß der Fall war, scheint Brazzo meist sehr spät an die begehrten neuen Spieler heranzutreten - in der Regel zu spät. Sowohl bei Nico Schlotterbeck als auch bei Antonio Rüdiger, die die Süle-Lücke hätten schließen können, sei der Rekordmeister zu zögerlich gewesen. Schlotterbeck kontaktierte man erst kurz vor dessen Einigung mit dem BVB und versuchte, den sich anbahnenden Wechsel nach Dortmund in letzter Minute mit einem finanziell lukrativeren Angebot zu verhindern - was bekanntlich ohne Erfolg blieb. An Rüdiger trat Salihamidzic erst heran, als der Nationalverteidiger mit Real Madrid schon so gut wie einig war. Auch Sasa Kalajdzic, Sadio Mané und Sébastian Haller habe man erst kontaktiert, nachdem Robert Lewandowski seinen Abschied für spätestens 2023 angekündigt hatte.

In der Führungsriege soll reichlich Unverständnis über diese Versäumnisse herrschen. Einzig Uli Hoeneß steht noch hinter seinem Ziehsohn. Und auch über einen möglichen Salihamdzic-Nachfolger wird bereits spekuliert. Max Eberl, der vor Brazzos Amtsantritt immer mal wieder Thema an der Säbener Straße war, gilt erneut als aussichtsreicher Kandidat. Allerdings besteht bislang (noch) kein Kontakt zum ehemaligen Gladbacher.


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