Bayern München

Alexander Nübel in der Sackgasse? Bayern-Bosse pochen auf Verbleib

Simon Zimmermann
Alexander Nübel feiert die Meisterschale
Alexander Nübel feiert die Meisterschale / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Die Torwart-Situation beim FC Bayern bietet weiter ordentlich Konfliktpotenzial. Während die Nübel-Seite und auch Neu-Trainer Julian Nagelsmann eine Leihe des Keepers bevorzugen, pochen die Bayern-Bosse weiter auf einen Verbleib der Nummer zwei.


Alexander Nübel will deutlich mehr Spielzeit. Der Berater des 24-jährigen Torhüters wurde in den letzten Wochen nicht müde zu betonen, dass sein Schützling mit seinem ersten Bayern-Jahr nicht zufrieden sein konnte. Nur viermal stand Nübel in Pflichtspielen zwischen den Bayern-Pfosten.

Anvisiert ist von der Nübel-Seite deshalb eine Leihe. Interesse scheint es vor allem aus Frankreich zu geben. AS Monaco und Meister Lille würden Nübel gerne ausleihen. Pläne, die nach Sportbild-Informationen auch Neu-Trainer Julian Nagelsmann unterstützen soll.

Bayern-Bosse wollen Nübel nicht verleihen - Neuer ist genervt

Das große Problem: Die Bayern-Verantwortlichen sehen die Lage um Nübel komplett anders. Demnach schieben sie einem temporären Abgang des Keepers weiter rigoros einen Riegel vor. Nübel solle sich weiterhin über das Training mit Kapitän Manuel Neuer für mehr Einsätze und dessen Nachfolge empfehlen. "Wir haben in Alexander Nübel eines der größten Torwarttalente Europas geholt. Wir brauchen exzellente Torhüter. Wir haben einen neuen Trainer, große Ziele. Auch bei Alexander denken wir im Moment nicht daran, ihn abzugeben", bekräftig Oliver Kahn gegenüber der Bild.

Der Grund aus Bayern-Sicht liegt auf der Hand: Bei einer Leihe von Nübel müsste eine neue Nummer zwei her. Trainer Julian Nagelsmann wünscht sich einen starken Neuer-Vertreter - ähnlich wie es Sven Ulreich war. Anders als bei Ulreich ist das Konfliktpotenzial mit Nübel als Nummer zwei aber deutlich größer. Schließlich pocht der 24-Jährige auf Spielzeit und will Neuer langfristig als Stammkeeper ablösen. Der FCB-Kapitän selbst soll von der aktuellen Situation genervt sein. Freiwillig Spiele abgeben wird Neuer auch in der kommenden Saison nicht.

Finanzielle Gründe sprechen gegen Nübel-Leihe

Und so scheint eine Leihe weiterhin die naheliegende Option zu sein, um diesen Konflikt aus dem Weg zu gehen. Da hinter Nübel aber nur die beiden Youngster Christian Früchtl (21) und Ron-Thorben Hoffmann (22) im Kader stehen, bräuchte es einen externen Keeper als Neuer-Vertreter. Weder Früchtl noch Hoffmann wird diese Rolle zugetraut. Der FC Bayern müsste folglich eine Ablöse investieren. Finanzielle Gründe spielen bei der harten Linie um eine Nübel-Leihe deshalb ebenfalls eine gewichtige Rolle.

Muss Nübel bleiben, könnte die Situation eskalieren. Denn offenbar ist tatsächlich vertraglich geregelt, dass Nübel eine gewisse Anzahl an Pflichtspielen pro Saison bekommen muss. Diese wurden ihm in der abgelaufenen Saison aber verwehrt. Noch verzichtet die Nübel-Seite allerdings darauf, den bis 2025 gültigen Vertrag anzufechten. Vor allem deshalb, weil man weiter daran glaubt, dass Nübel künftig die Nummer eins wird.

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