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Hat der FC Bayern bei Ramy Bensebaini angeklopft? Das Gerücht im Check

Simon Zimmermann
Hat der FC Bayern bei Ramy Bensebaini angeklopft?
Hat der FC Bayern bei Ramy Bensebaini angeklopft? / Lars Baron/GettyImages
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Wildert der Rekordmeister bei einem Bundesliga-Konkurrenten? Aus Italien heißt es, der FC Bayern habe bei Ramy Bensebaini angeklopft. Der Gladbach-Verteidiger soll aber auch bei zwei Topklubs der Serie A hoch im Kurs stehen. Das Gerücht im Check.


Das Gerücht

Mit der Gazzetta dello Sport bringt die größte italienische Sportzeitung Gladbachs Ramy Bensebaini beim FC Bayern ins Spiel. Demnach habe der Rekordmeister bereits beim 26-jährigen Algerier vorgefühlt. Das Ergebnis der ersten Kontaktaufnahme sei aber unklar.

Neben den Bayern sollen auch die AS Rom und Italiens Meister Inter Mailand Interesse an Bensebaini zeigen, der in Gladbach meist als Linksverteidiger zum Einsatz kommt, aber auch im Zentrum auflaufen kann.

Die Quelle

Interesse aus Italien sickerte bereits durch. Die Roma sucht unter José Mourinho auf praktisch jeder Position nach Verstärkung. Bei Inter könnte Bensebaini Nachfolger von Ivan Perisic werden. Auch Filip Kostic gilt als Kandidat für die Nerazzurri.

Ivan Perisic
Bei Inter könnte Bensebaini auf Ex-FCB-Leihgabe Perisic folgen / Marco Canoniero/GettyImages

Von einem Interesse der Bayern spricht die Gazzetta dello Sport nun erstmals und exklusiv. Generell ist das Sportblatt als recht vertrauenswürdige Quelle bekannt, die gerne aber auch mal spekulativ berichtet - was in der heutigen Fußball-Medienwelt an der Tagesordnung ist. Gut vorstellbar ist es jedenfalls, dass es zumindest einen Kontaktversuch aus München gegeben hat.

Die Ausgangslage

Denn der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, wenn er nicht alle sehr guten Bundesliga-Spieler im Blick hat. Bensebaini gehört auf seiner Position zweifelsohne zu den Besten der Liga. Dazu läuft sein Vertrag in Gladbach 2023 aus. Ohne eine Verlängerung wäre der kommende Sommer also der letzte gute Zeitpunkt, um noch eine angemessene Ablöse zu generieren. Aber damit kennt man sich am Niederrhein mittlerweile ja bestens aus...

Aus Gladbacher Sicht will man ein ähnliches Szenario wie bei Zakaria und Ginter sicher vermeiden. Bensebainis Marktwert wird derzeit auf 22 Millionen Euro geschätzt. In etwa eine solche Summe sollte für den Algerier trotz der geringen Vertragslaufzeit noch zu erzielen sein. Wie gesagt: vorausgesetzt er verlängert nicht.

Aus Bayern-Sicht machen die Umstände Bensebaini sicher nicht unattraktiv. Zumal man sich bei der Pokal-Blamage mit eigenen Augen von dessen Qualitäten überzeugen konnte. Beim 5:0-Sieg der Fohlen erzielte der 26-Jährige einen Doppelpack.

Wie viel Sinn macht ein Transfer für den FC Bayern?

Derzeit scheinen die Bayern in der Abwehr gut aufgestellt zu sein. Einzig die rechte Defensivseite könnte noch als Problemzone bezeichnet werden. Ein Bensebaini-Transfer würde hier nicht weiterhelfen - der Algerier ist Linksfuß.


Die Abwehrspieler des FC Bayern

  • Dayot Upamecano (IV)
  • Tanguy Nianzou (IV/DM)
  • Niklas Süle (IV/RV)
  • Lucas Hernandez (IV/LV)
  • Benjamin Pavard (RV/IV)
  • Alphonso Davies (LV)
  • Omar Richards (LV)
  • Josip Stanisic (RV/LV)
  • Bouna Sarr (RV)

Mit neun, teils klaren Backups wie Stanisic, Sarr oder Omar Richards, ist die Personaldecke für die vier bis fünf möglichen Positionen im aktuellen FCB-Kader recht groß.

Bezogen auf Bensebaninis Arbeitsfeld verfügt Nagelsmann mit Davies und Hernandez über zwei klare Stammkräfte mit Leistungsträger-/Führungsspieler-Anspruch. Dahinter soll Neuzugang Richards als Linksverteidiger-Backup aufgebaut werden. Stanisic ist der Allrounder für beide Seiten.

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Hernandez und Davies sind zwei wichtige Bayern-Eckpfeiler - und wie Bensebaini Linksfuß / CHRISTOF STACHE/GettyImages

Selbst wenn die Bayern daher Süle kommenden Sommer verlieren und Sarr loswerden, macht ein Transfer von Bensebaini eher wenig Sinn. Verteidiger mit starkem linken Fuß stehen genügend im Kader - viel eher droht die Baustelle rechts noch größer zu werden.

Fazit

Die Bayern dürften Bensebaini - wie viele andere Spieler auch - auf dem Zettel haben. Transfer-Priorität sollte der Algerier aufgrund seines Positionsprofils aber nicht sein. Zumal auch 15-20 Millionen Euro in der aktuellen Lage auch für die Bayern nicht einfach mal eben zu stemmen sind.

Mehr als lau dürfte dieses Gerücht nicht sein. Ob Bensebaini über den kommenden Sommer hinaus in Gladbach bleibt, scheint offen. Nach München wird es ihn aber eher nicht ziehen. Ziele in Italien oder auch England sind da deutlich realistischer.

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