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FC Barcelona

Koeman wackelt bedenklich - Barça nimmt Nachfolger ins Visier

Jan Kupitz
War's das für Ronald Koeman?
War's das für Ronald Koeman? / Eric Alonso/Getty Images
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Nach der deutlichen Pleite gegen den FC Bayern hat der FC Barcelona den nächsten Nackenschlag bekommen: Gegen Kellerkind Granada kamen die Katalanen nicht über ein 1:1 hinaus - der Stuhl von Ronald Koeman wackelt bedenklich.


Nachdem im Champions-League-Spiel gegen die Münchener ein Klassenunterschied deutlich geworden war, erhielt Ronald Koeman einen klaren Auftrag: Die nächsten drei Spiele - gegen die Underdogs Granada, Cadiz und Levante - müssen ohne wenn und aber gewonnen werden. Ansonsten, so titelte die spanische Presse, werde die Luft für den umstrittenen Chefcoach richtig dünn.

Doch schon das erste der drei Spiele wurde von Barça in den Sand gesetzt. Am Montagabend fuhren die Katalanen im heimischen Camp Nou ein glückliches 1:1 gegen Granada ein. Ronald Araujo erzielte den Ausgleichstreffer erst in der 90. Minute. Für die Ambitionen des FC Barcelona viel zu wenig - folglich steht Koeman noch stärker unter Beschuss.

FC Barcelona v Granada CF - La Liga Santander
Barça tat sich gegen Granada schwer / David Ramos/Getty Images

Der Niederländer verteidigte das Resultat nach Abpfiff jedoch und verwies auf die Moral, die sein Team während der Spiels gezeigt habe. "Ein schlechter Start erschwerte das Spiel gegen einen Gegner, der von der 2. Minute an auf Zeit spielte. Wir haben das System geändert, mit Piqué, Araújo, de Jong... Und so ist das Unentschieden zustande gekommen", verwies Koeman auf seine taktische Umstellung. "Wir müssen den Ehrgeiz der Mannschaft hervorheben, immer den Ausgleich zu suchen."

"Man muss immer mit dem eigenen Stil spielen, aber wenn das Spiel eine Änderung erfordert, muss man das tun. Ich denke, wir haben das gut gemacht. Die Leute sind mit dem Ergebnis unzufrieden, aber ich glaube nicht, dass sie mit der kämpferischen Leistung der Mannschaft unzufrieden sein werden."

Koeman wird in Barcelona vor allem für seinen biederen Spielstil kritisiert, doch angesichts der heiklen personellen Lage (mit Pedri, Fati und Dembélé fehlten beispielsweise drei gewitzte Youngster) sind dem Niederländer auch ein Stück weit die Hände gebunden. "Mit dem, was zur Verfügung steht, haben wir unser Bestes getan. Und mit ein bisschen Glück hätten wir gewonnen", betonte der 58-Jährige. "Wenn ich mir die Kaderliste anschaue... Was sollen wir tun? Tiki-Taka spielen? Wir haben getan, was getan werden musste. Das Barça von heute ist nicht das Barça von vor acht Jahren."

Auf eine mögliche Entlassung angesprochen, entgegnete Koeman nur, dass er nicht mehr über seine Zukunft sprechen wolle.

Auch Löw auf Barcelonas Liste?

Das tun dafür andere, wie zum Beispiel die spanische Presse. Dort ist man sich einig, dass Koemans Zeit im Camp Nou abgelaufen ist und die Katalanen bereits nach einem Nachfolger fahnden. Laut dem Barça-nahen Journalist Gerard Romero sollen Vereinslegende Xavi, Andrea Pirlo, Antonio Conte, Phillip Cocu und auch Jogi Löw auf der Liste der Klubbosse stehen.

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