Nach Bayern-Pleite: Diese Fragen muss sich Koeman gefallen lassen

Koeman und Barça waren chancenlos
Koeman und Barça waren chancenlos / David Ramos/Getty Images
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Komplett chancenlos verlor der FC Barcelona sein Heimspiel gegen den FC Bayern mit 0:3. Zwischen beiden Teams war ein deutlicher Klassenunterschied zu erkennen, der zeigt, dass Barça aktuell den Anschluss an die Spitze verloren hat.

Im Mittelpunkt der Kritik stand auch Ronald Koeman, der sich nach der Pleite einige Fragen gefallen lassen muss und Angriffsfläche bietet:

1. Warum 3-5-2?

Ronald Koeman
Ronald Koeman griff zur falschen Taktik / David Ramos/Getty Images

In den ersten drei Ligaspielen der neuen Saison hatte Ronald Koeman seine Elf im Barça-typischen 4-3-3 auf den Rasen geschickt und damit Erfolg gehabt. Die beiden Heimspiele gegen Getafe und Real Sociedad wurden gewonnen, beim schweren Auswärtsspiel gegen Athletic Bilbao holte man einen zufriedenstellen Punkt.

Gegen Bayern stellte Koeman jedoch wieder um und bot das unbeliebte 3-5-2-System auf. Sein Plan war offenbar, defensiv die Null zu halten und über Konter zum Erfolg zu kommen. Eine Idee, die nicht aufging und uns direkt zum nächsten Punkt führt...

2. Warum Luuk de Jong in der Startelf?

Luuk de Jong
Luuk de Jong hing völlig in der Luft / David Ramos/Getty Images

Der Ex-Gladbacher war am Dienstagabend ein kompletter Fremdkörper und hing völlig in der Luft. Sein Geschwindigkeitsdefizit war eklatant - für einen Spielplan, der auf Konter abzielt, ist der kopfballstarke Niederländer nicht zu gebrauchen.

Als Philippe Coutinho für de Jong eingewechselt wurde, hatte er innerhalb von fünf Minuten mehr Aktionen als der Stoßstürmer in 66 Minuten zuvor.

Wenn Barça das Spiel komplett dominiert und Flanken in den Strafraum gesegelt kommen, kann de Jong wertvoll sein. Bei Spielen auf hohem Niveau gegen starke Gegner dagegen nicht.

3. Warum bekommen die Youngster keine Chance?

Alejandro Balde, Serge Gnabry
Alejandro Bale wusste in der Schlussphase zu gefallen / David Ramos/Getty Images

Der FC Barcelona ist im Umbruch und verfügt auch über vielversprechende Youngster, die eine große Zukunft vor sich haben. Doch Koeman hatte gegen Bayern nicht die cojones, um sie auch ins kalte Wasser zu werfen.

Obwohl Jordi Alba vor dem Spiel angeschlagen und stark fraglich gewesen war, durfte (oder musste) er von Beginn an ran. Der junge Alex Balde, erst in der Schlussphase für den völlig entkräfteten Routinier eingewechselt, musste dagegen weiter auf seine Chance warten.

Auch Yusuf Demir und Gavi kamen nur als Einwechselspieler in die Partie - Sergi Roberto, de Jong und Alba enttäuschten dagegen auf ganzer Linie.

Amazon-Prime-Experte Mario Gomez erklärte nach Abpfiff, dass die Barça-Fans Entwicklung sehen wollen und lieber junge Spieler, die noch Fehler machen, unterstützen, als über dem Zenit befindliche Profis.

4. Warum war Bayern auch körperlich überlegen?

Marc-Andre ter Stegen, Dayot Upamecano, Niklas Süle
Bayern war in allen Belangen überlegen / David Ramos/Getty Images

Die letzten Wochen hatte es für den FC Bayern in sich: Seit dem ersten Spieltag hatte der Rekordmeister eine Englische Woche nach der anderen, dazu war der Großteil des Kaders in der Länderspielpause unterwegs.

Barça hatte dagegen erst drei Ligaspiele, zudem war am vergangenen Wochenende spielfrei. Dennoch wirkten die Deutschen wesentlich frischer, spritziger, körperlich präsenter. Die Katalanen waren nicht nur spielerisch, sondern auch in den Zweikämpfen klar unterlegen. Laut Sport spulten die Münchener insgesamt 15km mehr ab (124,7km zu 109,8km).

Eine Ausnahme bildete der aggressive und bissige Ronald Araujo, der als einziger Feldspieler aus der Startelf ein angemessenes Niveau an den Tag legte.