FC Augsburg

Erpressung, Armin Veh, etc.: Die pikanten Hintergründe zum Augsburg-Beben - FCA bezieht offiziell Stellung

Oscar Nolte
Stefan Reuter soll Augsburg-Präsident Klaus Hofmann zum Rückzug gezwungen haben
Stefan Reuter soll Augsburg-Präsident Klaus Hofmann zum Rückzug gezwungen haben / Matthias Hangst/GettyImages
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Beim FC Augsburg sind in kurzer Folge Präsident Klaus Hofmann und Cheftrainer Markus Weinzierl zurückgetreten. Die Hintergründe für das Beben in der Fuggerstadt, mittlerweile von der Bild offen gelegt, sind außerordentlich pikant!


Nachdem am vergangenen Freitag Präsident Hofmann überraschend das Handtuch warf und dies mit gesundheitlichen Problemen begründete, kündigte am Samstag ein sichtlich angefressener Markus Weinzierl vor laufenden Kameras seinen Job als Cheftrainer. Desaströs!

Verantwortlich für dieses Beben zeichnen sich laut Bild Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter und Co-Geschäftsführer Michael Ströll. Das Duo soll Hofmann zu seinem Rückzug gezwungen haben und Trainer Markus Weinzierl solange mit ausstehenden Vertragsgesprächen vertröstet haben, bis diesem der Kragen platzte.

Armin Veh sollte Stefan Reuter beim FC Augsburg überwachen!

Auslöser des ganzen Erdrutsches soll Hofmanns Entscheidung gewesen sein, Armin Veh als kontrollierende Instanz einzusetzen, die über Reuter und Ströll wachen soll. Ob Veh da mitgespielt hätte, ist fraglich, doch Reuter und Ströll nahmen diesen Angriff zum Anlass und feuerten kräftig zurück.

Mit angeblich gehackten Nachrichten aus seinem privaten Telefon sollen Reuter und Ströll Präsident Hofmann zu seinem Rücktritt gezwungen haben. Darüber hinaus forderten die beiden Strippenzieher, dass Hofmann seine Anteile (30 Prozent) am Verein verkaufen soll. Das ist zwar noch nicht geschehen, Hofmann ist zumindest aber zurückgetreten.

Ohne den Präsidenten sah auch Markus Weinzierl keine Grundlage, weiter als Cheftrainer für den FCA zu arbeiten; immerhin hatten ihm Reuter und Ströll mit dem Vermeiden der Vertragsgespräche klar gemacht, dass sie nicht unbedingt hinter ihm stehen.

Markus Weinzierl
Markus Weinzierl ist als Augsburg-Trainer zurückgetreten / Daniel Kopatsch/GettyImages

Was an den durchaus stichhaltigen Informationen der Bild dran ist, dürfte sich bald schon zeigen. Dafür wurde zu viel Staub und Dreck in Augsburg aufgewirbelt.

Der Verein steht so oder so vor einem Scherbenhaufen. Präsident Hofmann war es, der mit seinen hervorragenden Kontakten in die USA den Transfer von US-Supertalent Ricardo Pepi möglich gemacht hat. Dafür gab Augsburg die für den Verein untypische Rekordsumme von 16,3 Millionen Euro aus. Ohne Hofmann dürfte diese Strategie keine Zukunft mehr haben.

Reuter und Ströll, die im Licht der neuen Enthüllungen nicht gerade in einer kontrollierenden Position agieren, müssen nicht nur einen neuen Cheftrainer finden, sondern auch ohne den erloschenen Draht in die USA weiterarbeiten, der den FCA auf ein neues Level hätte hieven sollen. Chaos und Skandal pur in der Fuggerstadt!


UPDATE - Augsburg bezieht Stellung

Der FC Augsburg hat mittlerweile offiziell Stellung zu den Vorwürfen bezogen. Die Erklärung im Wortlaut:

Klaus Hofmann: "Ich habe in den letzten Wochen und Monaten immer wieder deutliche und stärker werdende Stress-Signale meines Körpers vernommen, so dass ich in meiner gesundheitlichen Situation keine Doppelfunktion in meinem Unternehmen und gleichzeitig beim FC Augsburg vernünftig ausführen kann. Gerade jetzt, wo wichtige Entscheidungen in Augsburg anstehen, müssen voll handlungsfähige Gremien die richtigen Weichen stellen, was ich nicht mehr leisten konnte. Mein Rücktritt hat nichts mit angeblich gehackten Nachrichten oder sonstigen Spekulationen zu tun, sondern ausschließlich die von mir genannten gesundheitlichen Gründe."

Stefan Reuter und Michael Ströll: "Es ist mehr als bedenklich, wenn derartige Fehlinformationen gestreut werden. Vor allem beim Thema Gesundheit gilt es den Wunsch von Klaus Hofmann nach Privatsphäre ohne Wenn und Aber zu respektieren."

Thomas Müller (Aufsichtsratvorsitzender FCA): "Klaus Hofmann hat am vergangenen Donnerstag sowohl der Geschäftsführung als auch den Gremien gegenüber seine Ämter niedergelegt und dies ausschließlich mit gesundheitlichen Problemen begründet. Es gibt keinerlei anderweitige Gründe als diese, weswegen es unser aller Pflicht ist, dies zu akzeptieren. Klaus Hofmann wird auch weiterhin als Geschäftsführer und Anteilseigner der Hofmann Investoren GmbH eng mit dem FCA verbunden bleiben, worüber wir sehr froh sind."


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