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Alidou-Poker zwischen HSV und Frankfurt geht weiter

Guido Müller
Wie lange bleibt Faride Alidou dem HSV noch erhalten?
Wie lange bleibt Faride Alidou dem HSV noch erhalten? / Joern Pollex/GettyImages
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Dass sich Faride Alidou, die Entdeckung beim Hamburger SV in der aktuellen Saison, spätestens im Sommer der Frankfurter Eintracht anschließen wird, ist besiegelt. Doch noch immer verhandeln beide Klubs über eine Ablöse für einen Wechsel schon in diesem Winter.


Keine leichte Situation - weder für Alidou noch für den HSV

Keine leichte Situation für den Jung-Profi, der es geschafft hat, sich binnen weniger Wochen in den Fokus fast sämtlicher Erstligisten zu spielen. Selbst die Bayern und der BVB sollen sich mit Alidou zumindest kurzfristig beschäftigt haben.

Der aktuelle Status quo ist aber auch keine ideale Konstellation für die Hamburger. Denn bliebe Alidou über den Januar hinaus (und bis zum Saisonende) beim HSV, würde jede Aktion von ihm natürlich doppelt unter die Lupe genommen.

Bräche er in seinen Leistungen ein, würde schnell das Wort vom Spieler die Runde machen, der mit Gedanken längst bei seinem neuen Arbeitgeber ist.

Für den HSV wiederum, als Einheit aus verantwortlich Handelnden und Anhängerschaft verstanden, wäre jedes weitere Tor des 20-Jährigen, jede weitere Vorarbeit oder jedes weitere spektakuläre Dribbling ein weiterer Stich ins Herz.

Stiche, die den Schmerz, dass er im Sommer "seinen" HSV ohne jede Transferentschädigung verlässt, nur größer machen würden. Doch das hat man sich am Volkspark wohl auch ein Stück weit selbst zuzuschreiben.

Aber noch besteht ja die Möglichkeit, dass die SGE doch noch einen überschaubaren Betrag (die Rede ist von etwa 500.000 Euro) an die Hamburger zahlt - um sich den flinken Flügelstürmer bereits im morgen beginnenden Winter-Transfermarkt endgültig und per sofort zu sichern.

Rein sportliche Aspekte sprechen durchaus für diese Variante. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge, wollen die Hessen nämlich im Winter transfertechnisch durchaus aktiv werden. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von einem Rechtsverteidiger - und von einem Rechtsaußen.

Zwar hat Alidou in seinen zehn Profi-Einsätzen für die Hanseaten überwiegend die Linksaußen-Position bekleidet, hat jedoch während all dieser Auftritte auch gern die Seiten (meist mit Bakery Jatta) gewechselt.

Und - sein einziger Scorer-Doppelpack (beim 4:1 gegen Jahn Regensburg) gelang ihm von eben dieser rechten Seite aus. Zunächst steckte Alidou fein auf Ludovit Reis durch, der das 1:0 markierte, ehe er eine knappe Viertelstunde später - in einer Art Kopie des Führungstreffers - einen Pass von Kittel auf rechts aufnahm und zum 2:1 (seinem ersten Profi-Tor) einschoss.

Faride Alidou
Gerade hat Alidou (Mitte) sein erstes Profi-Tor für den HSV geschossen - und wird von seinen Mitspielern beglückwünscht! / Martin Rose/GettyImages

Tendenz geht zu Verbleib bis zum Saisonende

Doch ob die Eintracht wirklich gewillt ist, den Forderungen ihrer Hamburger Kollegen nachzukommen, bezweifelt das Boulevard-Blatt. Andererseits ist auch nicht damit zu rechnen, dass die Hamburger ihre Ansprüche nochmals runterschrauben werden.

Stand jetzt sieht es also eher danach aus, dass Alidou dem HSV für die restlichen 16 Liga-Spiele und, wer weiß, vielleicht ja auch das eine oder andere Pokalspiel (am 18. Januar geht's im Achtelfinale zum 1. FC Köln) erhalten bleibt und den Klub erst im Sommer verlässt.

Für seinen Trainer Tim Walter wäre dieses Szenario auch alles andere als problembehaftet. Sachlich-pragmatisch kommentierte der Coach gegenüber der Bild: "Solange nichts vermeldet wird, und solange Faride unsere Farben trägt , ist er unser Spieler."

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