Eintracht im Camp-Nou-Taumel: Überragende SGE schießt Barça aus dem eigenen Stadion!

Simon Zimmermann
Heimspiel in Barcelona!
Heimspiel in Barcelona! / David Ramos/GettyImages
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Wahnwitziger Auftritt der Frankfurter Eintracht im Camp Nou. Mit 3:2 fegte die SGE über die Hausherren hinweg und zieht ins Halbfinale der Europa League ein. Magisch, magischer, Eintracht in Europa! Spielbericht und Netzreaktionen zur denkwürdigen Nacht in Barcelona.


Tore:
0-1: Kostic (4. Minute)
0-2: Borré (36.)
0-3: Kostic (67.)
1-3: Busquets (90.+1)
2-3: Depay (90.+11, Foulelfmeter)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rot für N'Dicka (90.+10)


Was soll man zur Eintracht in Europa noch sagen? Uns gehen so langsam die Superlative aus! Wenn der Präsident vor dem Spiel mit den Fans Dosenbier trinkt, ganz Barcelona von 30.000 SGE-Anhängern eingenommen wird und in Kataloniens Hauptstadt mal wieder hessisch gebabbelt wird - dann ist mal wieder Europapokal-Zeit mit den Adlerträgern. Der ganz normale Wahnsinn eben!

Die Vorfreude auf das Highlight beim großen FC Barcelona vor knapp 100.000 Zuschauern kannte jedenfalls keine Grenzen. Und auch in Deutschland brauchte man nicht mal SGE-Fan zu sein, um der Partie entgegenzufiebern.

Zum Spiel: SGE-Coach Oliver Glasner musste in der Dreierkette auf Tuta verzichten. Der Brasilianer sah im Hinspiel Gelb-Rot. Für ihn rückte Touré in die Startelf - wohl vor allem aufgrund seiner Dynamik. Ansonsten ersetzte wie erwartet Kapitän Rode den verletzten Sow.

Vor dem Spiel noch ein gutes Omen aus SGE-Sicht: Keines der letzten neun Duelle gegen spanische Teams wurden verloren (fünf Siege, vier Remis)! Auf der anderen Seite ging Barça mit einer Serie von 15 ungeschlagenen Spielen in das Duell.

Quasi das heißeste Team Europas gegen die heißesten Anhänger und Spanien-Experten!

Traum-Start für die Eintracht!

Entsprechend der Stimmung auf den Rängen war der Start ins Spiel aus Frankfurter Sicht. Schon in Minute drei zeigte Schiedsrichter Soares Dias auf den Punkt. Garcia hatte Lindström im Sechzehner klar zu Boden gerissen! Filip Kostic behielt die Nerven und netzte zur frühen Führung ein.

Im Anschluss dränge Barça auf den schnellen Ausgleich. Mehrmals tauchten die Katalanen gefährlich vor dem Eintracht-Kasten auf. Entweder zielte der Favorit allerdings nicht genau genug oder Kevin Trapp war zur Stelle. Die SGE-Kicker - wie sollte es anders sein - verteidigten leidenschaftlich. Angeführt von der "Hinti Army"!

Traumtor 2.0

Auf der anderen Seite wollten die Gäste weiter Nadelstiche setzen. Ansgar Knauff, Traumtorschütze aus dem Hinspiel, nahm sich ein Herz und dribbelte an die Sechzehner-Kante. Sein Schuss war allerdings zu harmlos.

Wenig später nahm sich Borré ein Beispiel an seinem Teamkollegen. Aus rund 22 Metern zog der Kolumbianer einfach mal ab. Ter Stegen im Barça-Kasten hatte kaum Zeit auf den Strahl des Eintracht-Stürmers zu reagieren. Der Ball schlug hinter ihm ein und ließ Netz und Camp Nou erbeben. Traumtor 2.0 für die Eintracht! Und die schier unfassbare 2:0-Führung!

Zur Pause ging es mit einem 2:0 für Frankfurt in die Kabine. Es lag in der Luft: Das ist so ein Abend, an dem die Eintracht nicht zu bezwingen sein wird! Barça verzweifelte teilweise an der SGE-Defensive und wirkte häufig ideenlos.

Barça-Fans hauen ab - Lindström verpasst die Vorentscheidung

Die zweite Hälfte begann ohne die Barça-Anhänger hinter dem Tor von Kevin Trapp. Offenbar blieben sie dem zweiten Durchgang fern - aus Protest, weil nach ihrem Geschmack zu viele Eintracht-Fans im Stadion waren. Muss man nicht verstehen...

Als das Camp Nou in Eintracht-Hand war, hatte Lindström die riesige Chance auf das 3:0. Der Däne rannte allein auf ter Stegen zu und schloss von halbrechts im Strafraum ab, der Deutsche konnte aber mit einer Fußabwehr klären.

Im Anschluss checkte der Schiedsrichter eine Szene im Eintracht-Strafraum auf Handspiel. Oder besser: wollte checken. Das System schien bereits runtergefahren gewesen sein. Fast so wie die Hoffnungen der Gastgeber. Übrigens: War nie und nimmer Handspiel.

Kostic, die Zweite!

Hochgefahren war dagegen weiter die Eintracht. Filip Kostic sowieso. Da dachte sich der Kostic einfach mal: Ich hau dem ter Stegen noch ein zweites Vor-Osterei ins Netz. Eine Kopfballverlängerung nahm Kostic an und platzierte die Kugel maßgenau flach ins lange Eck - unhaltbar für ter Stegen und das 3:0 für die Eintracht!

"Oh, wie ist das schön"-Sprechchöre hallten im Anschluss durch das weite Rund, das endgültig in Frankfurter Hand war. Kostic sorgte für die endgültige Entscheidung - Barças Moral war endgültig gebrochen.

Nicht mal ein Ehrentreffer schien den Katalanen vergönnt. Das 1:3 von Busquets wurde nochmals gecheckt (der VAR war wieder on air). Der Mittelfeld-Stratege stand mit einer Fußspitze im Abseits. Doch Busquets wollte wohl zumindest noch ein Traumtor erzielen. In der Nachspielzeit nahm er einen Ball von der Strafraumkante direkt und traf ihn so perfekt, dass nicht mal Kevin Trapp etwas gegen diesen Schuss ausrichten konnte.

Und in der zehnten Minute der Nachspielzeit gab es dann auch noch Elfmeter für Barça und Platzverweis für N'Dicka. Debay traf mit Hilfe der Latte vom Punkt.

Dann halt eine 3:2-Gala aus Frankfurter Sicht!

Im Halbfinale wartet nun übrigens West Ham United auf die Eintracht. Wieder geht es in der Vorschlussrunde der Europa League also nach London. Gegen Chelsea war die Eintracht in einem dramatischen Elfmeterschießen ausgeschieden. Gegen die Hammers dürfte die Chance aufs Finale aber höher sein. Doch das ist Zukunftsmusik. Dies Nacht im Camp Nou muss in vollen Zügen ausgekostet werden. Fußballherz, es darf wieder schlagen!


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