"Erwartungshaltung viel zu hoch" - Moukoko über Medienhype und Sprung zu den Profis

Youssoufa Moukoko
Youssoufa Moukoko / Boris Streubel/GettyImages
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Als Youssoufa Moukoko in der Junioren-Bundesliga unzählige Rekorde aufstellte, wurde der Stürmer zum Dauerthema in den Medien. Dabei war Moukoko damals gerade mal 13 Jahre alt. In einem Interview hat der BVB-Star jetzt erzählt, wie er den medialen Hype wahrgenommen hat und warum der Sprung zu den Profis nicht einfach war.

Jüngster Bundesliga-Spieler aller Zeiten, jüngster Bundesliga-Torschütze, jüngster Spieler mit 50 Bundesliga-Einsätzen... Die Liste der Rekorde von Youssoufa Moukoko (18) ist lang. Dabei ist der BVB-Stürmer jetzt gerade einmal 18 Jahre alt. Die Berichterstattung begann aber schon, als Moukoko noch 13 Jahre alt war. Das hat eine große Erwartungshaltung geschürt.

In einem Interview mit den Ruhr Nachrichten hat Youssoufa Moukoko über den medialen Hype vor ein paar Jahren gesprochen. "Die Erwartungshaltung war viel zu hoch", erzählt der heute 18-Jährige. Die Leuten hätte damals immer gelesen, wie viele Tore er geschossen haben. Das sei nicht immer förderlich. "Heute zählt das gar nichts mehr!", so Moukoko gegenüber der Zeitung.

Große Umstellung von Jugend zu Profis

Die frühe mediale Berichterstattung ging auch mit Kritik einher, als Moukoko es nicht auf Anhieb schaffte, ein ähnliches Leistungsniveau bei den Profis abzurufen. "Ich musste erst lernen, wie man in der Bundesliga erfolgreich spielt", gab der Linksfuß offen zu. "Da konnte ich nicht mehr ab der Mittellinie loslaufen, dribbeln und schießen. Ich muss mich in allen Spielsituationen behaupten können und im Strafraum zur Stelle sein, wenn die Jungs die Chancen auflegen."

"Der Weg aus der Jugend zu den Profis war schwer, und er ist es immer noch", erzählte Moukoko. "Fußballerisch war ich bereit, denke ich. Aber körperlich war ich damals mit 16 Jahren noch nicht bereit für Profifußball." In der Bundesliga treffe man nur auf Gegenspieler, die zu den Besten auf ihren Positionen gehören. Da müsse man sich durchsetzen. Wie schnell ihm das gelingt, spiele in seiner Wahrnehmung aber keine so große Rolle. "Es zählt nicht, wie schnell du nach oben kommst, sondern wie weit du es bringst", so Moukoko.

Die mediale Berichterstattung um die vielen aufgestellten Rekorden schürten zwar eine große Erwartungshaltung, auf der anderen Seiten sei das aber auch motivierend. "Ich will immer neue und mehr Rekorde brechen, dazu sind Rekorde da", gibt sich Moukoko selbstbewusst. "Das motiviert mich. Ich will der Beste werden, der ich sein kann. Und da gehören solche Zahlen dazu."