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FC Schalke 04

Elgert zum Schalke-Plan für die 2. Liga: Die Grundtugenden stehen im Fokus

Yannik Möller
Schalkes U19-Trainer-Ikone Norbert Elgert ist sich der Voraussetzungen für die zweite Liga sicher
Schalkes U19-Trainer-Ikone Norbert Elgert ist sich der Voraussetzungen für die zweite Liga sicher / Maja Hitij/Getty Images
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Mit der Pleite in Bielefeld steht für Schalke nun auch rechnerisch fest: Für die nächste Saison muss für die zweite Liga geplant werden. In die Kaderplanung ist auch U19-Trainer Norbert Elgert involviert. Vor allem die Grundtugenden sollten nach Meinung der Trainer-Ikone in den Vordergrund gerückt werden.


"Es geht jetzt darum, Kräfte und Energien zu bündeln und alles dafür zu tun", sagt Norbert Elgert gegenüber der WAZ und meint damit das Ziel des direkten Wiederaufstiegs. Schalke 04 hat sich dieses Ziel bereits vor ein paar Wochen gegeben. Nun, da der Abstieg auch finalisiert wurde, weiß jeder, in welche Richtung die Planungen laufen müssen.

In einer solchen Lage sei es übergeordnet wichtig, wie man mit einer solche Situation umgehe, so der erfolgreiche U19-Trainer und Spieler-Ausbilder: "Wie reagierst du darauf? Wichtig ist, dass man nach so einem brutalen Misserfolg sofort wieder aufsteht und mit der Wiedergutmachung beginnt."

Elgert im Schalker Kaderplaner-Team aktiv - Grundtugenden im Fokus

Dieses Mal steht Elgert nach einer mal wieder, und dieses Mal ganz besonders enttäuschenden S04-Saison nicht nur bei seiner Jugendmannschaft an der Seitenlinie. Er selbst gehört zum Kaderplaner-Team, arbeitet dabei mit Mike Büskens und Sportvorstand Peter Knäbel zusammen.

Für den 64-Jährigen gibt es in diesem Aufgabenbereich eine klare Vision: "Es muss ein Team zusammengestellt werden, das den Namen Team auch verdient." Dafür hat er auch eine eigene Bedeutung für das Wort "Team" parat: "Totaler Einsatz Aller Mitspieler."

Norbert Elgert
Seit vielen Jahren betreut Norbert Elgert die S04-U19 / AFP Contributor/Getty Images

Elgert weiter: "Wir brauchen in der 2. Bundesliga eine Mannschaft, die unser Trikot mit Stolz trägt. Eine, die so viel Gas gibt, dass du sie nach dem Spiel vom Platz tragen musst." Manch ein S04-Fan dürfte an dieser Stelle schon zusammenzucken. Besonders über die letzten zwei, drei Jahre ist eine große Diskussion über die "Hauptsache malochen"-Denke auf dem Platz entstanden. Davon wollen einige Anhänger weg, hin zu einem modernen, ansehnlichen und primär zukunftsträchtigen Spielstil.

Dass die neue Mannschaft - und bei all den zu erwartenden Abgängen wird es eine nahezu völlig neue Mannschaft geben - aber auch aus Qualität bestehen muss, und nicht nur aus Identifikation, das ist klar. Der Fokus liegt für den Jugendtrainer aber woanders: "Die Grundtugenden müssen im Vordergrund stehen."

Peter Knäbel
Sportvorstand Peter Knäbel möchte einen gewissen Fokus auf Spieler aus der Region legen / FEDERICO GAMBARINI/Getty Images

Das dürfte auf Fleiß, Disziplin und Leidenschaft hinauslaufen. Zweifelsfrei wichtige Aspekte, die keinesfalls zu vernachlässigen sind. Wie Elgert aber sagt, es sind Grundtugenden. Schalke muss (mal wieder) aufpassen, dass diese Grundtugenden - also die Basis für alles weitere - nicht zum Alleinstellungsmerkmal verkommen.

Elgert bescheinigt Thiaw, Bozdogan und Co. eine positive Entwicklung

Einen wichtigen Teil werden auch Spieler aus der eigenen Jugend ausmachen. Talente, die aus der Knappenschmiede kommen. Dafür gab es auch in den letzten Wochen mehrere Beispiele. Etwa Kerim Calhanoglu, der unter Dimitrios Grammozis bereits mehrmals das Vertrauen geschenkt bekam.

"Kerim hat nach fünf Monaten ohne Wettkampf gezeigt, dass er den Anforderungen in der Bundesliga auch körperlich gewachsen war", schätzt Elgert seinen Einstieg ein. Insgesamt sei die Ausgangslage des Vereins gerade für junge Spieler "alles andere als einfach" gewesen. "Sie sind in eine schwierige Gesamtsituation geraten", weiß der Coach.

Kerim Calhanoglu
Kerim Calhanoglu war für Schalke bereits mehrmals im Einsatz / FEDERICO GAMBARINI/Getty Images

Doch schon jetzt kann Schalke mit mehreren eigenen Youngster rechnen, wenn es in wenigen Monaten in die neue Saison geht. Das betont auch Elgert: "Dafür hat auch Memo [Mehmet-Can Aydin] das wirklich sehr, sehr ordentlich gemacht. Und auch die Entwicklung bei Malick Thiaw und Can Bozdogan sehe ich durchaus positiv. Levent Mercan hatte am Schluss leider viel Verletzungspech."

Sie werden aller Voraussicht nach zu einem festen Gerüst der neuen Mannschaft gehören. Alles, was es über den Klub zu wissen gibt, hat ihnen ihr U19-Coach bereits beigebracht. Nun gilt es, sich dieser neuen Herausforderung zu stellen. "Wir bleiben und sind immer noch Schalke, und wir müssen die Kraft, die dieser Klub immer noch hat, endlich wieder bündeln. Dann kommen wir auch wieder zurück", gibt sich dieser kämpferisch.

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