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Eintracht Frankfurt

Hütter empört die Eintracht-Fans - Muss der SGE-Coach vorzeitig gehen?

Christian Gaul
Adi Hütter sorgt für Aufregung bei den Frankfurter Fans
Adi Hütter sorgt für Aufregung bei den Frankfurter Fans / Alex Grimm/Getty Images
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Nach der laufenden Saison wird Trainer Adi Hütter die Eintracht aus Frankfurt verlassen, um sich der Borussia aus Mönchengladbach anzuschließen. Ironischerweise konnte man zuvor schon am Niederrhein beobachten, inwiefern die Ankündigung eines Trainerwechsels und eine sportliche Talfahrt Hand in Hand gingen. In Frankfurt läuft es ähnlich schlecht, die Fans der Adler wünschen sich eine sofortige Freistellung des Österreichers. Dabei sind es auch die kürzlich von Hütter gewählten Worte, welche für Unmut sorgen.


Nach einem 4:3-Sieg gegen den VfL Wolfsburg und einem 2:1-Erfolg eine Woche zuvor in Dortmund befand sich Eintracht Frankfurt nach dem 28. Spieltag der Bundesliga auf Rang vier der Tabelle - mit sieben Punkten Vorsprung auf den BVB.

Doch vor der folgenden Partie in Gladbach verkündete Frankfurts Trainer Adi Hütter, dass er in der kommenden Spielzeit beim kommenden Gegner an der Seitenlinie stehen will und wird. Prompt holte man sich am Niederrhein ein 0:4 ab und auch den drei Spielen danach sammelte man insgesamt nur vier magere Zähler. Das jüngste 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 sorgte dafür, dass der BVB aktuell wieder mit eine Punkt mehr auf dem wichtigen vierten Platz zu finden ist.

Doch nicht die Ergebniskrise und das damit drohende Verspielen der Champions League sorgen bei den Frankfurter Anhängern für Aufregung. Hütter wird eine gewisse Teilnahmslosigkeit vorgeworfen und man fordert vor den letzten beiden Liga-Spielen eine vorzeitige Freistellung.

"Der Trainer war nicht schuld" - Hütter bringt sich selbst in die Schusslinie

Schon nach dem 0:4 in Gladbach schien Hütter für viele Anhänger zu entspannt für die eben erst erhaltende Ohrfeige. Doch besonders nach dem Remis gegen Mainz, welches zeitgleich für den Verlust des vierten Tabellenplatzes sorgte, äußerte sich Hütter wenig motivierend.

"Ich will nicht von einer Enttäuschung sprechen. Es liegt nicht am Trainer, es liegt nicht am Team. Vielleicht haben wir auch über unsere Verhältnisse gespielt. Was die Leute reden, ist mir egal. In den Katakomben ist wichtiger", ließ Hütter noch am Spielfeldrand verlauten.

Die Frankfurter Anhänger warfen dem Trainer danach vor, die durchaus erreichbaren Ziele mit der Eintracht herzuschenken.

Dabei handelte es sich noch um die sehr sachlich vorgetragenen Wünsche der Frankfurter Anhänger, auch wesentlich härtere Worte wurden gewählt. Dabei trug Hütter, nach seiner revidierten Bekundung zur Eintracht, zum zweiten Mal selbst ordentlich dazu bei, dass er seine bisherige Arbeit in unschöner Erinnerung hinterlassen wird.

Auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen Mainz kündigte Hütter zwar an, alles für den vierten Platz geben zu wollen, doch nach den zuvor getätigten Aussagen hörten viele Anhänger nur noch halbherzig hin.

"Der Fight ist noch nicht vorbei", wollte Hütter im Kern wissen lassen, doch letztlich scheint ein ähnliches Szenario einzutreten, wie es die Fans seines zukünftigen Vereins derzeit erleben.

Denn auch in Gladbach ging es nach der Verkündung, dass Marco Rose sich demnächst in Dortmund einfinden wird, sportlich bergab. Beide Übungsleiter haben sich grundlegend ihren Wechselwunsch nicht vorzuwerfen.

Allerdings gaben und geben beide besonders in der Außendarstellung ein eher problematisches und wenig sensibles Bild ab. Der Unmut der Frankfurter Anhänger ist nachvollziehbar, doch eine Freistellung vor dem 33. Spieltag scheint unrealistisch - nicht nur aufgrund der geregelten Ablöse-Modalitäten, sondern auch aufgrund des Risikos, die Königsklasse mit einem Trainerwechsel zu verpassen. Die mögliche Schuld wird sich der Frankfurter Aufsichtsrat nicht aufhalsen wollen.

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