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Eintracht Frankfurt

Bobic beklagt miese Stimmung bei der Eintracht und wehrt sich gegen Kritik

Jan Kupitz
Fredi Bobic verlässt die Eintracht
Fredi Bobic verlässt die Eintracht / Pool/Getty Images
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Den Abschluss der aktuellen Saison hatte man sich bei Eintracht Frankfurt sicherlich deutlich versöhnlicher vorgestellt. Obwohl die SGE einen in der Endabrechnung starken fünften Platz in der Bundesliga erreichte, gab es am Main zuletzt nur wenig Harmonie. Fredi Bobic beklagt die Stimmungsmache.


Lange, lange Zeit lag die Eintracht auf Champions-League-Kurs - der Einzug in die Königsklasse wäre der wohl größte Erfolg der Vereinshistorie gewesen. Doch nachdem bekannt wurde, dass Bobic und Adi Hütter den Verein im Sommer verlassen werden, ging nicht mehr viel. Nur vier Punkte wurden aus den letzten fünf Spielen eingefahren, mit dem Tiefpunkt der peinlichen 3:4-Pleite auf Schalke.

Weil Bobic und Hütter im Anschluss an die S04-Partie darum bemüht waren, das Positive dieser Saison hervorzuheben - nämlich, dass die Europa League erreicht wurde -, platzte Vorstandssprecher Axel Hellmann der Kragen. "Die Leistung auf Schalke war blamabel. Das ist nicht der Zeitpunkt, sich über den fünften Platz zu freuen oder als Erfolg zu verkaufen. Diese Schönrederei ist das falsche Signal", fand Hellmann deutliche Worte. Die Stimmung kocht!

Auch bei den Fans ist das Duo längst unten durch. Die meisten Anhänger würden Bobic und Hütter gerne zum Teufel jagen, die Erfolge der gemeinsamen Zeit rücken durch die letzten Wochen in den Hintergrund.

Bobic kritisiert Stimmungsmache

Die Sport Bild konfrontierte Bobic mit der aktuellen Situation und fragte, ob die Eintracht aktuell wieder zur Zweitracht verkomme. "Den Eindruck kann man von außen haben, ja", gestand der 49-Jährige, der in zwei Wochen bei Hertha BSC anheuern wird. "Ich habe geliefert, ich habe Wort gehalten, was ich zu Beginn meines Engagements bei der Eintracht gesagt habe. Dass das jetzt manche so nicht mehr sehen wollen - das ist Teil des Business."

"Die Verkündung meines Weggangs, die ja nicht von mir, sondern durch eine Indiskretion aus dem Verein erfolgte, auf die ich reagieren musste, und dann der Abschied von Adi Hütter hat einige auf den Plan gerufen, die schlechte Stimmung verbreiten wollten", bemängelt Bobic. "Eine der großen Stärken der Eintracht in den letzten fünf Jahren war: Alles lief sehr ruhig ab, wir haben geschlossen zusammengearbeitet, Internes blieb intern." Eine klare Spitze gegen die Verantwortlichen der SGE - Hellmanns Kritik wollte Bobic wohl nicht so einfach auf sich sitzen lassen.

Zudem nahm Bobic seinen Trainer in Schutz: Adi Hütter habe es "nicht verdient, wie mit ihm umgegangen wird. Er hat die letzten drei Jahre Überragendes für die Eintracht geleistet."

"Sehr, sehr gute Saison für Eintracht Frankfurt"

Trotz aller Unzufriedenheit rund um die Eintracht wollte Bobic es nicht versäumen, einmal mehr auf den Triumph in dieser Spielzeit hinzudeuten: "Es war eine sehr, sehr gute Saison für Eintracht Frankfurt. Auch wenn wir uns den Traum vom ersten Einzug in die Champions League leider nicht erfüllen konnten. Mit der Champions League wäre es eine 1 plus gewesen. So ist es eine glatte 1, die lasse ich mir auch von niemandem kaputtreden."

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