Eintracht Frankfurt

Warum Krösches Vertrags-Strategie für die Eintracht Gold wert ist

Daniel Holfelder
Markus Krösche verfolgt eine besondere Strategie für die Eintracht
Markus Krösche verfolgt eine besondere Strategie für die Eintracht / Christof Koepsel/GettyImages
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Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche legt großen Wert auf lange Vertragslaufzeiten. Was steckt dahinter?


Die neue Erfolgsformel der Eintracht besteht aus mehreren Elementen. Zum einen wird den Neuzugängen eine Eingewöhnungsphase von 18 bis 24 Monaten zugebilligt, verbunden mit einer sehr langen Vertragslaufzeit. Zum anderen zahlen die Frankfurter vergleichsweise hohe Erfolgsprämien, achten jedoch auf moderate Grundgehälter.

Krösche will mit dieser Strategie ablösefreie Abgänge verhindern und einen konstanten Transferüberschuss erzielen. Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel Jesper Lindström. Der Däne wechselte im Sommer für 6,5 Millionen nach Hessen und hat seinen Marktwert inzwischen auf 14 Millionen Euro gesteigert. Dank der langen Vertragslaufzeit bis 2026 hält die Eintracht alle Trümpfe in der Hand.

Auf eine ähnliche Entwicklung wie bei Lindström hoffen die Adlerträger auch bei Jens-Petter Hauge. Der Leihspieler von der AC Mailand wird im Sommer für sieben Millionen fest verpflichtet und soll ebenfalls einen langfristigen Kontrakt unterzeichnen.

Die Idee dahinter ist klar: Die Eintracht will in Zukunft vor allem junge, entwicklungsfähige Spieler holen, die erst nach einer gewissen Zeit ihren Marktwert steigern. Bei kürzeren Vertragslaufzeiten könnten diese Spieler dann schnell wieder weg sein - und zwar ohne nennenswerten Transfergewinn. Die langen Verträge eröffnen der Eintracht eine deutlich bessere Verhandlungsposition. Dank der moderaten Grundgehälter entstehen auch keine größeren finanziellen Schäden, wenn die Neuzugänge sich nicht wie erhofft entwickeln.

Kein Spieler soll ins letzte Vertragsjahr gehen

Für diesen Sommer bedeutet das konkret, dass alle 2023 auslaufenden Arbeitspapiere entweder verlängert oder die betreffenden Spieler verkauft werden. Mit Kostic, N'Dicka, Kamada und Tuta stehen also potenziell vier absolute Leistungsträger vor dem Absprung.

Auch in den Vertragslaufzeiten der Neuzugänge, die bis jetzt feststehen, schlägt sich die neue Transferstrategie nieder. Stürmer Randal Kolo Muani und Abwehrmann Jérôme Onguéné haben für je fünf Jahre unterschrieben, Marcel Wenig und Faride Alidou für vier Jahre. Der Kroate Hrvoje Smolcic, bei dem die Eintracht bald Vollzug melden will, wird ebenfalls für vier oder fünf Jahre unterschreiben.


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