Eintracht Frankfurt Frauen

Spektakuläres 4:2 gegen Freiburg: Die Einzelkritik der Eintracht-Spielerinnen

Helene Altgelt
Sara Doorsoun und co. setzten sich in einem Offensivspektakel gegen Freiburg durch
Sara Doorsoun und co. setzten sich in einem Offensivspektakel gegen Freiburg durch / Mark Wieland/GettyImages
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2:4 leuchtete am Ende des Spiels das Ergebnis auf der Anzeigetafel im Dreisamstadion. Eintracht Frankfurt hat gegen den SC Freiburg den ersten Saisonsieg geholt. In einem Spiel, bei dem sich beide Defensivreihen nicht mit Ruhm bekleckerten, hätten sogar noch mehr Tore fallen können - für die Zuschauer unterhaltsam. Die Einzelkritik für Frankfurt.


Stina Johannes (Tor): 7/10

In ihrem zweiten Ligaspiel für die SGE machte Johannes einen sicheren Eindruck zwischen den Pfosten und bestätigte die gute Leistung, die sie gegen Bayern gezeigt hatte. In der Ballverteilung solide, wehrte sie einige Freiburger Versuche souverän ab. Die beiden Tore von Freiburg waren für sie sehr schwer zu halten, da trifft Johannes keine Schuld.

Sophia Kleinherne (Linksverteidigung): 5/10

Eine eher wackelige Leistung der Nationalspielerin, die von Eintracht-Coach Niko Arnautis aus der Innenverteidigung nach rechts versetzt wurde. Kleinherne war, ebenso wie ihre Mitspielerinnen in der Abwehr, bei einigen Hereingaben unsicher. In der 23. Minute verlor sie ein Kopfballduell gegen Kayikci, die dann zu einer guten Chance kam, vor Freiburgs Anschlusstreffer zum 4:2 klärte sie unzureichend. Kleinhernes bester Moment war in der 75. Minute, als sie sich ausnahmsweise nach vorne einschaltete und den Platz für eine präzise Flanke nutzte - die Vorlage für das 4:1 durch Lara Prasnikar.

Sara Doorsoun (Innenverteidigung): 4/10

Auch Doorsoun konnte mit ihrer Erfahrung die Frankfurter Defensive nicht stabilisieren und wurde an diesem Nachmittag ihrer Rolle als Abwehrchefin nicht gerecht. Die 30-Jährige zeigte Unsicherheiten, wenn sie von Freiburg aggressiv angelaufen wurde und wagte sich mehrmals ins Mittelfeld vor, was aber auch zum Risiko werden konnte. Ihre auffälligste Szene war ein Distanzschuss in der neunten Minute, ansonsten fiel Doorsoun noch beim 4:2 für Freiburg auf, als sie die Freiburger Torschützin Chiara Bouziane nicht deckte.

Sjoeke Nüsken (Innenverteidigung): 5/10

Sjoeke Nuesken
Sjoeke Nüsken: Mittelfeldspielerin oder Verteidigerin? / Sebastian Widmann/GettyImages

Zwei Dinge waren bei dem Spiel wieder zu sehen. Erstens: Sjoeke Nüsken ist eine sehr gute Fußballspielerin. Zweitens: Sjoeke Nüsken ist eigentlich keine Innenverteidigerin, auch wenn Niko Arnautis sie jetzt dort sieht. Nüsken zeigte in mehreren Momenten, was sie als defensive Mittelfeldspielerin so stark macht, wenn sie Bälle klug abfing oder aus der Kette herausrückte und so die Gefahr frühzeitig verhinderte. Aber sie war auch oft schlecht positioniert, ließ sich nach außen ziehen, sodass viel Platz entstand, oder ermöglichte dadurch Konter. Diese Wackler überschatteten letztlich Nüskens Spielintelligenz.

Verena Hanshaw (Rechtsverteidigung): 6/10

Vielleicht die beste Frankfurter Verteidigerin gegen Freiburg - wobei sie weniger durch ihre Kernaufgabe als durch ihr Spiel nach vorne auffiel. Hanshaw interpretierte ihre Rolle recht offensiv und machte das auch gut, zog zum Beispiel einfach mal ab oder fand immer wieder mit langen Bällen die schnelle Reuteler - ein Zusammenspiel mit viel Potenzial. Dabei war sie über weite Teile des Spiels passsicher, schränkte aber mit fortschreitender Spieldauer ihre offensiven Aktivitäten ein. Auch, weil sie ein paar Mal zu weit vorne positioniert gewesen war, was Freiburg ausnutzte.

Tanja Pawollek (Mittelfeld): 5/10

Von Pawollek war generell wenig zu sehen, der Deutsch-Polin gelang es in der Schaltzentrale der Eintracht nicht so recht, das Spiel zu machen. Stattdessen war sie eher defensiv aktiv, rückte auch immer wieder zwischen Nüsken und Doorsoun in die Verteidigung - damit auch in einigen Szenen eine wichtige Absicherung für Frankfurt. Für ein unnötiges Einsteigen sah sie die gelbe Karte, vor dem Ausgleich verlor Pawollek das entscheidende Kopfballduell.

Laura Feiersinger (Mittelfeld): 6/10

Feiersinger machte das wichtige 1:0, als sie eine Hereingabe von Dunst verwertete und der Ball vom Pfosten ins Tor sprang. Anschließend war die Österreicherin bei einigen Angriffen mit dabei, traf aber in mehreren Szenen die falsche Entscheidung. In der 18. Minute hatte sie eine große Chance zum 2:0, konnte den Abpraller aber nicht verwerten, da der Ball ihr versprang. Einige gute Hereingaben waren dabei, insgesamt gelang ihr nach vorne aber ein bisschen zu wenig, auch wenn sie defensiv wie immer tadellos mitarbeitete.

Barbara Dunst (Mittelfeld): 7/10

Barbara Dunst
Barbara Dunst zeigte an ihrem Geburtstag eine gute Leistung / Sebastian Widmann/GettyImages

Das Geburtstagkind Dunst zeigte eine gute Leistung und war die aktivste Spielerin im Frankfurter Mittelfeld. Die österreichische Nationalspielerin war spritzig und störte Freiburgs Passspiel immer wieder, womit sie auch einige Bälle erobern konnte. Sie bewies in vielen Szenen eine gute Übersicht, leitete Konter ein und fand die Stürmerinnen, die auf ihre Bälle lauerten. Dunst bereitete mit einer Hereingabe das 1:0 ihres Teams vor und versuchte sich, natürlich, auch an einem Distanzschuss. Beim Ausgleich sah die 25-Jährige allerdings nicht gut aus, als sie die Flanke nicht verhindern konnte.

Nicole Anyomi (Sturm): 6/10

Anyomi strahlte zwar ständig Torgefahr aus, war aber andererseits nicht perfekt in das Frankfurter Spiel eingebunden. Die junge Nationalspielerin kam etwa in der 15., 58. und 62. Minute in guten Positionen zum Schuss und forderte dabei auch Freiburgs Torhüterin Rafaela Borggräfe. Auch ansonsten zeigte sie oft ihr Gespür für die Räume und war gut positioniert, leistete sich dann aber immer wieder Abspielfehler.

Géraldine Reuteler (Sturm): 8/10

Freiburgs unsichere Dreierkette, die noch viele Lücken ließ, und Reutelers Schnelligkeit und technische Beschlagenheit: Diese Kombination war für den SC verheerend und für Frankfurt einer der Erfolgsgaranten für den Auswärtssieg. Freiburg bekam Reuteler nie in den Griff, die 23-Jährige machte viele gute Laufwege und wurde immer wieder von hinten gesucht. Im Eins-gegen-Eins stark, zeigte sich die Schweizer Nationalspielerin mit guten Pässen uneigennützig. Reuteler ist für Arnautis' System wie gemacht, da sie unermüdlich anläuft und in gefährlichen Situationen Bälle gewinnt und dazu eine sehr gute Konterspielerin ist, die oft nur mit einem Foul gestoppt werden kann. Jetzt müsste nur noch ein gefährlicherer Abschluss dazukommen - Reuteler vergab ein paar Mal aus aussichtsreichen Positionen.

Lara Prasnikar (Sturm): 7/10

Lara Prasnikar
Torjägerin Lara Prasnikar durfte gleich doppelt jubeln / Sebastian Widmann/GettyImages

Dieses Problem hatte Prasnikar nicht, die sich kaltschnäuzig zeigte und einen Doppelpack schnürte. Bis auf die zwei Tore gelangen ihr nicht viele Aktionen aus dem Spiel heraus, auch wenn sie gegen den Ball gut mitarbeitete - Prasnikar flankte zwar mehrmals, aber es fehlte ihren Hereingaben an Genauigkeit. Aber wenn sie da sein musste, war sie es und schlich beide Male gut der Freiburger Abwehr davon. Besonders das zweite Tor, eine technisch anspruchsvolle und platzierte Direktabnahme, war sehr gut gemacht.

Einwechselspielerinnen

Shekiera Martinez (66. für Anyomi): keine Bewertung

Ihre erste richtige Aktion war gleich ein Tor: Martinez erhielt den Ball allein auf weiter Flur und lupfte ihn souverän über die Freiburger Keeperin. Danach fügte sie sich gut ins Pressing ein, hatte aber eher wenige Aktionen mit dem Ball.

Carlotta Wamser (79. für Prasnikar): keine Bewertung

Wamser setzte mehrere Male zum Dribbling an und konnte sich auch stark durchsetzen, verlor dann aber oft die Kugel - daran sah man, dass die 18-Jährige viel Potenzial hat, aber noch abgezockter werden muss.

Anna Aehling (79. für Doorsoun): keine Bewertung

Solide Leistung von Aehling, die sich keine Fehler leistete und ein paar Mal aufmerksam verteidigte.

Leonie Köster (88. für Reuteler) und Camilla Küver (88. für Dunst): keine Bewertung

Köster und Küver kamen in den letzten fünf Minuten zu keiner nennenswerten Aktion mehr.


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