90min

EA Sports antwortet auf Ibrahimovic-Vorwürfe

Nov 25, 2020, 10:36 AM GMT+1
Ibrahimovic ist nicht damit einverstanden, auch auf dem virtuellen Rasen aufzutauchen
Ibrahimovic ist nicht damit einverstanden, auch auf dem virtuellen Rasen aufzutauchen | DeFodi Images/Getty Images
facebooktwitterreddit

Mit einem Tweet sorgte Superstar Zlatan Ibrahimovic vor zwei Tagen für Wirbel in der virtuellen Fußballwelt. Der Schwede kann nicht verstehen, wieso Spieleentwickler EA Sports sein Aussehen und den Namen für den weltweiten Konsolen-Hit FIFA verwenden darf.

Es könnte der Beginn einer lange Rechtsfrage sein. Via Twitter äußerte Zlatan Ibrahimovic am Montag, dass er dem Spiele-Entwickler EA Sports keine Berechtigung für die Benutzung seines Namens oder einer Gesichtsabbildung erteilt hat. Dennoch taucht beides originalgetreu im Spiel FIFA 21 auf. Damit ist der 39-Jährige nicht einverstanden.

Vor allem will er nicht, dass mit ihm Geld gemacht wird, wovon er selbst nichts hat. Die etwas egoistische Aussage entpuppt sich auf den zweiten Blick als scharfe Kritik, die EA ernsthafte Probleme einbringen könnte.

Ibra wendet sich an FIFPro - Bale schließt sich an

In seinem Post bezog sich der Angreifer von AC Mailand vor allem auf die Organisation FIFPro. Die internationale Vereinigung von Profifußballern kümmert sich nicht nur um Spieler, deren Verträge aus unterschiedlichsten Gründen gekündigt wurden. Auch ist sie zum Teil für die Vermarktung und Lizenzierung der großen Stars verantwortlich.

Eine Maxime der weltweit vertreten Organisation ist, dass Namen oder Bilder nur mit der Einstimmung der jeweiligen Inhaber verkauft werden. Genau dies bezweifelt Ibrahimovic laut BBC nun. Es könnte durchaus sein, dass einige Details ohne sein Wissen an EA weitergegeben wurden, wo Ibrahimovic dann wie ein ganz normaler Vertragspartner behandelt wurde.

Der Schwede kündigte daher Untersuchungen an. Mit Gareth Bale fand sich schnell ein prominenter Mitstreiter, der ebenfalls hinter die Kulissen blicken möchte. Eine illegale Weitergabe von Daten könnte noch weit mehr Spieler betreffen und der Organisation wie auch dem Entwickler von FIFA massive Sorgen bereiten.

EA wehrt sich gegen Vorwürfe

Allein im neuen Teil sind ganze 7.000 Spieler und etwa 700 Klubs integriert. Die rechtlichen Konsequenzen wären ebenso wie der Aufwand und die Aufarbeitung kolossal. Allerdings wehrte sich EA früh gegen die Vorwürfe der namhaften Stars.

"EA Sports FIFA ist das weltweit größte Fußball-Videospiel und für eine authentische Erfahrung arbeiten wir Jahr für Jahr mit unzähligen Ligen, Teams und Verantwortlichen zusammen, um die Rechte der Ähnlichkeiten eines jeden Spielers abzusichern." Ein enger Partner dabei ist eben FIFPro, das nun Argumente für die Konformität des Verfahrens zusammensucht.

Einige haben sich bereits gefunden. Für die Stars ist es nämlich nicht so einfach, eine Regelwidrigkeit festzustellen. Die Klubs aus der Premier League verkaufen ihre Rechte beispielsweise kollektiv an die Entwickler. Dazugehörige Details finden sich in den Verträgen jedes Spielers.

In Italien ist dies nicht der Fall. Allerdings beschloss EA vor der Saison eine enge Partnerschaft mit dem AC Mailand. Ibrahimovic kann sich ebenfalls zu der Welt XI aus dem Jahr 2013 zählen. Diese wurde von FIFPro zusammengestellt. Von einer Unkenntnis über eine mögliche Zusammenarbeit kann seitdem also nicht die Rede sein. Auch wenn der 39-Jährige berechtigte Zweifel äußerte, wird er mit seinen Forderungen auf harten und berechtigen Widerstand treffen.

facebooktwitterreddit