Durchbruch für den Frauenfußball: Giulia Gwinn sieht EM als "Game-Changer"

Daniel Holfelder
Giulia Gwinn
Giulia Gwinn / Maja Hitij/GettyImages
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Nationalspielerin Giulia Gwinn hält die Euphorie rund um die Europameisterschaft im Sommer keineswegs für eine Eintagsfliege. Vielmehr glaubt die Rechtsverteidigerin des FC Bayern, dass dem Frauenfußball durch das Turnier der Durchbruch gelungen ist.


Im Interview mit der Bild-Zeitung sprach die 23-Jährige von einem "Meilenstein, [...] der den Motor für den Frauenfußball gezündet" habe. "Wir haben den Frauenfußball auf ein neues Level gehoben", erklärte sie weiter und verwies auf die hohen TV-Quoten sowie die gestiegenen Zuschauerzahlen in der Frauen-Bundesliga.

"Die EM war nicht nur ein Sommermärchen, sondern ein Game-Changer. Die Leute bleiben bei uns nicht nur für den Moment, sondern dauerhaft am Ball", fasste Gwinn zusammen.

Die positive Entwicklung sei auch beim FC Bayern zu erkennen. Während beim ersten Auftritt der Bayern Frauen in der Allianz-Arena (Champions-League-Viertelfinale im März gegen Paris Saint-Germain) 13.000 Zuschauer vor Ort gewesen seien, habe man im Dezember gegen Barcelona schon 24.000 Besucher anziehen können. "Der Sprung ist immens. Und ich bin mir sicher: Wenn wir 2023 wieder in der Allianz Arena spielen dürfen, werden noch mehr Leute kommen", blickte Gwinn optimistisch in die Zukunft.

WM-Traum "noch nicht abgehakt"

Der Zugang zu den großen Stadien sei grundsätzlich ein wichtiger Schritt, um den Frauenfußball auf das nächste Level zu heben, fuhr sie fort. Darüber hinaus "ist es entscheidend, dass zumindest jede Erst- und Zweitliga-Mannschaft so trainieren und spielen kann, wie es die Männer auch können. Diese Bedingungen müssen geschaffen werden – gerade, wenn man einen neuen TV-Vertrag abschließt wie die Liga jetzt", forderte Gwinn, die auch über ihre im Oktober erlittene Kreuzband-Verletzung sprach.

"Es war ein sehr harter Schlag für mich. Ich hatte ein nahezu perfektes Jahr und wusste in dem Moment sofort, was es für eine Verletzung ist. Aber ich wurde super aufgefangen, die Reha läuft nach Plan", sagte sie. "Ich gebe zu, dass ich sofort gerechnet habe, wie viel Zeit ich noch bis zur WM habe (Anm. d. Red.: Die WM beginnt am 20. Juli 2023). Ich setze mich dabei nicht unter Druck, weil ich es nicht komplett selbst in der Hand habe und es in allererster Linie darum geht, bestmöglich zurückzukommen – und nicht schnellstmöglich. Aber abgehakt ist der Traum von der WM noch nicht …"


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