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DFL und Bundesliga planen stufenweise Fan-Rückkehr: Vereine mit ausgearbeiteten Konzepten

Roman Buerki
Die Stadien in der Bundesliga könnten nach und nach wieder gefüllt werden | Maja Hitij/Getty Images

Während der Sommerpause im deutschen Fußball werden Konzepte erarbeitet und vorgelegt, wann und wie die nächste Bundesliga-Saison starten könnte. Ein Bestandteil dessen: Eine stufenweise Rückkehr von Fans in die Stadien. RB Leipzig verfügt bereits über ein abgenommenes Konzept.

Vereinsfunktionäre, Spieler und Zuschauer waren und sind sich einig: Der Fußball ohne Zuschauer, das ist eine einzigartige, wenn auch notwendige Maßnahme gewesen, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können - aber das darf kein Dauerzustand sein. Auch die DFL sieht das so, weshalb es das Ziel aller in der Bundesliga beteiligten Personen ist, dass Zuschauer so schnell, aber auch so sicher wie möglich wieder in die Stadien können.

SV Werder Bremen v 1. FC Koeln - Bundesliga
Leere Stadien: Ein zuletzt bereits gewohnter Anblick im Profi-Fußball | Oliver Hardt/Getty Images

Die nächste Spielzeit soll entweder am 11. September, oder eine Woche darauf am 18. September starten. Selbstverständlich wird es auch dann nicht möglich sein, dass die Stadien ohne Begrenzungen oder Sicherheitsmaßnahmen gefüllt werden können. Langsam annähern muss und will man sich, wie es zurzeit in einer DFL-Sonderkommission besprochen wird, so die Bild. Dafür werden verschiedene Konzepte ausgearbeitet, auch von den einzelnen Vereinen, wie eine stufenweise Öffnung aussehen könnte.

Konzepte zum stufenweisen Einlassung von Zuschauern: Bundesliga könnte erneut vorweg gehen

Laut Informationen der Bild und Sport Bild sollen vor allem Borussia Dortmund, der NRW-Nachbar 1. FC Köln, Bayern München sowie RB Leipzig mit ihren Plänen am weitesten sein. Leipzig hat für das eigens ausgelegte Hygienekonzept für die erhoffte Fan-Rückkehr sogar schon die Zustimmung des zuständigen Gesundheitsamts bekommen. Demnach könnte rund die Hälfte aller Plätze, also etwa 20.000 Zuschauer, freigegeben werden.

All diese Pläne stehen natürlich grundsätzlich und dauerhaft auf dem Prüfstand. Sie alle arbeiten und funktionieren unter der Prämisse, dass sich die zurzeit halbwegs sichere Lage und die positiven Entwicklungen in der Eindämmung des Coronavirus weiter fortsetzen werden. Kommt es zu neuen Ausbrüchen, die nicht nur lokal bekämpft und eingedämmt werden können, geraten selbstredend auch die Zuschauer-Konzepte in Gefahr.

RB Leipzig v Fortuna Duesseldorf - Bundesliga
RB Leipzig soll bereits ein passendes Konzept für die Red Bull Arena vorgelegt haben | Alexander Hassenstein/Getty Images

In Leipzig würde die Ticketvergabe mit personalisierten Tickets ablaufen, um potenzielle Infektionsketten rasch und effizient nachvollziehen und somit unterbrechen zu können. Auch der DFL-Vorsitzende Christian Seifert sprach gegenüber der Welt zuletzt von einer "adressenseitigen Nachverfolgbarkeit" als eine Voraussetzung. Diese mit Namen und Handynummer personalisierten Tickets würden bei den Sachsen unter den Dauerkarten-Besitzern ausgelost werden.

Für den BVB, der etwa 28.000 Zuschauer wieder ins Stadion lassen könnte, ist das allerdings keine Option. Laut Bild fürchte die Borussia eine Art "Kultur-Kampf mit der Fan-Szene", wenn derartige Konzepte einzig und alleine mit personalisierten und ausgelosten Karten umzusetzen wären. Die DFL sieht dieses Problem wohl ähnlich, möchte diesen Punkt daher nicht als verbindend in das dann übergreifende Gebot aufnehmen. Die Verantwortung in diesem Punkt, wie die Karten vergeben werden, soll bei den jeweiligen Vereinen liegen.

Hygiene-Maßnahmen als verpflichtender Bestandteil der DFL: Offene Fragen rund um Gästefans und Alkohol-Ausschank

Weitere, absolut notwendige Maßnahmen sind bereits aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens bekannt: Es wird eine Maskenpflicht herrschen, Abstände müssen eingehalten werden. Um Wartezeiten und größere Kontakte möglichst zu vermeiden, würde es unterschiedliche Einlasszeiten und -kontrollen geben. Die Anreise soll vor allem ohne den Öffentlichen Nahverkehr geschehen, um nicht künstlich größere Menschenansammlungen zu generieren.

Natürlich gibt es auch noch unbeschlossene Punkte. Ob es ein Verbot für Stehplätze geben wird, um anhand von festen Sitzplätzen eine bessere Kontrolle über die Ansammlungen innerhalb des Stadions zu haben, wird ebenso diskutiert wie ein mögliches Alkohol-Verbot. In Leipzig wäre zumindest der Alkohol erlaubt, aber - was grundsätzlich ebenfalls noch zur Debatte steht - keine Gäste-Fans.

Christian Seifert
Die DFL und Christian Seifert werden ein übergeordnetes Konzept erarbeiten | Stuart Franklin/Getty Images

Reisegruppen und generelle Reisen quer durch Deutschland könnten vermieden werden, sollten nur die heimischen Fans zugelassen werden, die in der Regel und zum großen Teil aus der noch näheren Umgebung kommen.

Vorsichtiger Optimismus in der Bundesliga - Virus-Kontrolle als Voraussetzung

Derartige Fragen müssen noch geklärt werden. Noch ist es also unklar, wie in manchen Punkten verfahren wird: Vereinsangelegenheit, oder eine Entscheidung der DFL für übergeordnete Regeln? Wie werden die Sicherheitskonzepte zusätzlich zu den Hygiene-Maßnahmen aufgenommen, die sich durch mehr Zuschauer und Fans zwangsweise ergeben müssten?

Auch wenn abschließend noch längst nicht alles geklärt ist und bei weitem nicht jeder Klub bereits ein schlüssiges wie akzeptiertes Konzept hat vorgelegen können: Die Rückkehr zur gewohnten und geliebten Stadionatmosphäre nimmt langsam Gestalt an - stufenweise und mit großer Vorsicht, aber sie könnte beginnen. Allerdings alles unter der sehr vorsichtigen Annahme und Bedingung, dass das Virus-Geschehen weiterhin kontrollierbar bleibt.