Hamburger SV

2:1 bei Eintracht Braunschweig: HSV zittert sich in Runde 2!

Guido Müller
David beglückwünscht den Siegtorschützen Glatzel (rechts freut sich Suhonen)
David beglückwünscht den Siegtorschützen Glatzel (rechts freut sich Suhonen) / Cathrin Mueller/Getty Images
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Lange Zeit, für die meisten Fans wohl etwas zu lange, sah es beim Pokal-Auftritt des Hamburger SV beim Drittligisten Eintracht Braunschweig nach dem zweiten Erstrunden-Ausscheiden in Folge aus. Doch Glatzels Siegtreffer verhinderte eine abermalige Blamage. 


Doch das Ding hätte auch in die andere Richtung gehen können. Die Gründe dafür waren, wie so oft bei HSV-Niederlagen in der jüngeren Vergangenheit, bei den Hamburgern selber zu suchen.

HSV gibt nach Führung die Kontrolle ab

Denn die hatten das Spiel bis zum 1:0 durch Gyamerah (29. Minute) absolut und unangefochten im Griff (90 zu 10 Prozent Ballbesitz) - nur um mit der Führung im Rücken die Kontrolle vollständig an die Niedersachsen abzugeben. 

Und die nahmen die Einladung dankbar an. Als Ihorst schließlich in der 41. Minute den Gleichstand besorgte, lag er ehrlicherweise schon seit einigen Minuten in der Luft. 

Luc Ihorst
Jubelnd dreht Ihorst nach seinem Ausgleichstreffer ab / Cathrin Mueller/Getty Images

Und auch nach der Pause änderte sich an dieser für den HSV höchstgefährlichen Dynamik zunächst nichts.

Die Braunschweiger hatten das psychologische Momentum auf ihrer Seite. Zumal sie von einer traumatischen 0:4-Heimniederlage gegen Drittligaaufsteiger Viktoria Berlin am vergangenen Sonntag kamen. Der HSV - mal wieder ein Aufbaugegner?

Zwischen der 45. und der 68. Minute sah es tatsächlich danach aus. Zumal auch die gut 6.000 Zuschauer (7.000 hätten reingedurft) im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße in dieser Phase spürten, dass eine Überraschung durchaus möglich war - und ihre Elf leidenschaftlich nach vorne trieben.

Glatzel in Terodde-Manier

Doch dann zog Robert Glatzel der aufkommenden Euphorie den Stecker - und erzielte in eben dieser 68. Minute nach einer Leibold-Ecke fast wie aus dem Nichts das 2:1 für sein Team. Das in der Folge wenigstens nicht denselben Fehler aus der ersten Halbzeit wiederholte, sondern den Fuß diesmal auf dem Gaspedal hielt. 

Robert Glatzel
Stand da, wo ein Torjäger stehen muss: Robert Glatzel / Cathrin Mueller/Getty Images

Wenn man etwas kritisieren will, vielleicht sogar muss, ist es die schlampige Chancenverwertung (Jatta muss in der 73. eigentlich das 3:1 machen). 

Hätte man vorm gegnerischen Tor etwas kaltschnäuziger agiert, hätte man sich die Schreckmomente in der Schlussphase (Pena Zauner-Kopfball in der 92. , May-Volleyschuss in der 93. Minute) ersparen können. 

Aber wer will schon meckern - nach den zahlreichen Pokal-Traumata in den vergangenen Jahren. Dachte sich nach Schlusspfiff wohl auch HSV-Keeper Heuer Fernandes: "Nach der 1:0-Führung haben wir einige Dinge nicht gut gemacht. Aber jetzt sind wir einfach happy, in die nächste Runde eingezogen zu sein." (via mopo.de)

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