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EM 2020

Nach "hölzernem" Eigentor: Hummels kontert Schweini-Kritik

Jan Kupitz
Hummels schlägt seinen eigenen Keeper
Hummels schlägt seinen eigenen Keeper / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Bei der 0:1-Auftaktniederlage gegen Frankreich war Mats Hummels der Pechvogel im deutschen Team. Ausgerechnet der Rückkehrer sorgte mit einem Eigentor für den einzigen Treffer des Tages - TV-Experte und Ex-Nationalmannschaftskollege Bastian Schweinsteiger kritisierte den BVB-Star für seine Rettungsaktion.


"Es sieht sehr hölzern aus. Ich hätte von einem Mats Hummels erwartet, dass er den klären kann", hatte Schweini nach der Frankreich-Partie in der ARD über das Eigentor des 32-Jährigen gesagt.

Doch Hummels ließ die Kritik der Bayern-Legende nicht auf sich sitzen und konterte im Interview mit der Bild-Zeitung. "Ich denke, Basti als ehemaliger Fußballer sollte besser einschätzen können, wie schwierig dieser Ball ist", so Hummels, der ergänzte: "Aber er darf als Experte natürlich seine Meinung äußern."

Hummels: "Konnte nicht viel anders machen"

Der Abwehrboss des BVB führte aus, dass man ihm bei diesem Treffer keinen großen Vorwurf machen könne. So müsse man unterscheiden, dass es Eigentore gebe, "bei denen man sehr viel ausrichten kann – und welche, bei denen man selbst wenige Optionen hat. Das Eigentor gegen Frankreich war keines, bei dem ich viel hätte anders machen können."

"Es war nicht so, dass mich speziell das Eigentor runtergezogen hat."

Mats Hummels zur Bild

Hummels schilderte, dass es für ihn extrem schwierig gewesen sei, die scharfe Hereingabe von Lucas Hernandez zu klären: "Es kamen direkt im Spiel drei, vier Mitspieler zu mir, die mir gesagt haben, wie schwierig dieser Ball war. An einem richtig guten Tag bekomme ich ihn vielleicht geklärt. Aber für einen Innenverteidiger war das vielleicht der unangenehmste Ball, den es gibt." Aufmunterung seiner Teamkollegen brauchte er daher nicht.

Kylian Mbappe, Mats Hummels
Bis auf das Eigentor zeigte Hummels eine starke Partie / Alexander Hassenstein/Getty Images

Dennoch sei er mit einem unguten Gefühl ins Bett gegangen, was vor allem daran lag, dass "wir mit einer Niederlage in das Turnier gestartet sind". Immerhin konnte Hummels auch Positives aus dem Spiel ziehen: "Allgemein aber haben wir viel von dem, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt."

Für die kommende Partie gegen Portugal und Superstar CR7 (Samstag, 18:00 Uhr) scheint der Innenverteidiger daher hoffnungsvoll zu sein: "Wir müssen die Portugiesen gemeinsam stoppen. Aber diesen Spirit haben wir, in jeder einzelnen Trainingseinheit: Wir fighten bis zur letzten Sekunde. Das Problem bei Portugal ist die Masse der guten Offensivspieler. 2014 war Ronaldo noch der Fixpunkt der Offensive. Jetzt haben sie eine große Fülle an herausragenden Spielern. Wir wollen gegen Portugal wieder, wie 2012 und 2014, eine gute Figur abgeben."

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