Vorwürfe gegen Flick: Sorgte der Bundestrainer für eine Spaltung im Nationalteam?

Yannik Möller
Hansi Flick
Hansi Flick / Stuart Franklin/GettyImages
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Das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar hatte mehrere Ursprünge. Ein Problem: Die Mannschaft soll keine richtige Einheit gewesen sein, was offenbar auch mit internen Vorwürfen gegenüber Hansi Flick bezüglich des sogenannten Bayern-Blocks einhergeht.


Bei einer Europa- oder eben auch Weltmeisterschaft stechen häufig Teams heraus, die als Einheit agieren und auf eine gute Stimmung innerhalb der Mannschaft zurückgreifen können. Das war auch eine Stärke, die der deutschen Nationalelf bei der WM in Brasilien regelmäßig angedichtet wurde. Aktuell machen vor allem die Brasilianer und auch die Niederländer einen derart geschlossenen Eindruck.

Deutschland hingegen nicht. Zwar ist die Mannschaft schlussendlich nicht erneut in der Vorrunde ausgeschieden, weil sich gewisse Spieler auf dem Feld nicht riechen konnten. Und doch war es offenbar ein Faktor, dass es intern knisterte. Der Sportbild zufolge gibt es diesbezüglich auch deutliche Vorwürfe gegenüber Hansi Flick.

Vorwurf: Flick mit besonderer Beziehung zum 'Bayern-Block'

Hinter vorgehaltener Hand ist ihm anscheinend vorgeworfen worden, einen "besonderen Draht" zum Bayern-Block zu haben. Dass Flick, kurz bevor er in das Amt des Bundestrainers schlüpfte, eine gewisse und auch erfolgreiche Zeit mit Leon Goretzka, Manuel Neuer und Co. an der Säbener Straße verbrachte, ist offenbar kein automatischer Vorteil.

Es sei ihm auch aufgrund dieser internen Vorwürfe nicht gelungen, das komplette Team hinter sich zu vereinen, heißt es.

Das prominente Beispiel: Der Tausch von Ilkay Gündogan vom ersten zum zweiten Gruppenspiel. Der City-Star machte gegen Japan kein schlechtes Spiel. Nachdem Goretzka für ihn eingewechselt wurde, verlor Deutschland spürbar an Struktur - und kassierte schlussendlich noch zwei Gegentore.

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Ilkay Gündogan und Hansi Flick / FRANCK FIFE/GettyImages

Anschließend zeigte sich Goretzka öffentlich enttäuscht, dass er nicht in der Startelf stand. Zum Spiel gegen Spanien änderte sich das, Gündogan rückte dafür eine Position nach vorne auf die Zehn.

Innerhalb der Mannschaft sei dieser Wechsel als "Harmonie-Wechsel" kritisiert worden. Neben Gündogan, der zwar gewiss nicht primär deshalb, aber doch über einen Rücktritt aus der Nationalelf nachdenken soll, habe dieser Tausch vor allem bei Antonio Rüdiger und Marc-Andre ter Stegen für Verwunderung gesorgt.

Unzufriedenheit statt Einheit - letzter Appell zeigte keine Wirkung mehr

Dass zudem Kai Havertz für Thomas Müller Platz machen musste, obwohl Letzterer alles andere als eine gute Form zeigte, dürfte als weiteres Indiz angeführt werden. Thilo Kehrer und Jonas Hofmann waren ebenfalls enttäuscht, weil sie sich mehr Einsatzzeiten erhofft hatten.

Ein später Appell eines Bayern-Spielers, von dem die Sportbild spricht, dass doch nun alle zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen müssten, kam entsprechend zu spät. Das Team war keine Einheit. Stattdessen gab es gegenseitige Vorwürfe und Unverständnis bei mancher Personalentscheidung.


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