Kainz schießt sich selbst an: HSV gewinnt kuriosen Elfmeter-Pokalkrimi in Köln

Simon Zimmermann
Der HSV darf am Ende jubeln!
Der HSV darf am Ende jubeln! / Alex Grimm/GettyImages
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Pokaldrama in Köln. Im Duell Geißböcke gegen Rothosen musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Zuvor hatte der Effzeh in letzter Sekunde dank eines umstrittenen Elfmeters noch ausgeglichen. Am Ende hatte der Zweitligist dennoch das glücklichere Ende für sich und zieht damit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Florian Kainz war am Ende der Pechvogel - auf ganz kuriose Weise. Der letzte Elfmeterschütze der Kölner musste treffen, um den Effzeh im Spiel zu halten. Und der Österreicher traf auch. Doch sein Schuss zählte nicht. Kainz rutschte mit seinem Standbein aus und schoss sich an den eigenen Fuß. Der Ball ging als Bogenlampe zwar ins Tor - der Schuss war aber irregulär und zählte demnach als Fehlschuss.


Tore:
0:1 - Robert Glatzel (92. Minute)
1:1 - Anthony Modeste (120.)


Traditionsduell im Rheinenergiestadion zu Köln. Der Effzeh empfing den HSV zum Achtelfinale im DFB-Pokal. Gegen den Zweitligisten schmiss FC-Coach Steffen Baumgart kräftig die Rotationsmaschine an. Unter anderem saß Toptorjäger Anthony Modeste nur auf der Bank. Im Vergleich zur Pleite gegen die Bayern wechselte Köln die Startelf auf sechs Positionen.

Die Gäste aus Hamburg wechselten nur zweimal im Vergleich zum Remis gegen Dresden. Wintzheimer und Muheim standen neu in der Startelf.

Köln startet stark - Großchancen auf beiden Seiten

Der Effzeh startete trotz der vielen Umstellungen gut. Andersson hatte nach sieben Minuten die erste dicke Chance. Nach einer Ecke wehrte HSV-Keeper Heuer Fernandes den Kopfball des Schweden aber gekonnt ab.

Knapp eine Viertelstunde später stand wieder Heuer Fernandes im Fokus. Dem Deutsch-Portugiesen unterlief dieses Mal ein ungenaues Zuspiel, das Anderson abfangen konnte. Der FC-Stürmer legte quer auf Kollege Uth. Sein Schuss aufs leere Tor wurde von Schonlau noch entscheidend abgefälscht.

Doch auch die Gäste aus der Hansestadt wurden torgefährlich. In der 35. Minute hatte Glatzel die erste dicke Gelegenheit. Wintzheimers Schuss wurde direkt in den Fuß des HSV-Torjägers abgefälscht, der allerdings freistehend vor FC-Keeper Schwäbe vergab.

Kurz vor dem Pausenpfiff trafen die Rothosen dann sogar den Pfosten. Heyers Schuss aus rund elf Metern klatschte gegen das linke Gehäuse und landete im Anschluss bei Kittel, der im Nachschuss nur ganz knapp rechts am Pfosten vorbeilegte.

Nach 45 Minuten war es eine ausgeglichene Partie mit zwei Großchancen auf beiden Seiten - und damit ein gerechtes Remis. Das auch nach dem Seitenwechsel seine gefährlichen Szenen hatte.

Auch in Durchgang zwei ein ausgeglichenes Spiel - HSV mit Alu-Pech

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff musste Heuer Fernandes den Schuss des freistehenden Thielmann parieren. In der Folge blieb es zunächst umkämpft und ausgeglichen, bis es in der Schlussphase wieder bessere Torgelegenheiten gab.

Heuer Fernandes parierte einmal mehr gut. Dieses Mal war es der eingewechselte Modeste mit einem Kopfball nach einer Ecke. Zuvor versuchte sich HSV-Spielmacher Kittel per Freistoß, den Schwäbe aber entschärfen konnte. Jonas Hector hatte bei seinem Foulspiel zuvor durchaus Glück, nicht die zweite gelbe Karte gesehen zu haben.

Die letzte Großchance hatte Heyer sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Einen Kittel-Freistoß von der rechten Seite nahm der Rechtsverteidiger mit links per Volley. Seine Abnahme landete aber nur am linken Außenpfosten.

Doch es blieb beim 0:0 nach 90 Minuten. Das Duell musste in die Verlängerung, ein Pokal-Krimi bahnte sich an!

Glatzel schießt HSV ins Viertelfinale

In den 30 Extra-Minuten dauerte es nicht lange, bis endlich der Ball im Netz zappelte. Die Gäste aus Hamburg schlugen nach 92 Minuten zu. Kittel setzte sich über die linke Seite gekonnt gegen Schmitz durch und hob gefühlvoll auf Glatzel. Der HSV-Mittelstürmer nickte aus knapp fünf Metern zum goldenen Treffer des Abends ein.

Robert Glatzel
Glatzel erzielt das 1:0 für die Gäste / Alex Grimm/GettyImages

Im Anschluss versuchte der Effzeh nochmals alles, um zumindest das Elfmeterschießen zu erreichen. Doch die Abschlüsse bleiben glücklos oder scheiterten an Heuer Fernandes. Als alle schon dachten, den Rothosen - dieses Mal gekleidet in Blau-Schwarz mit schwarzen Hosen - gelingt die Überraschung beim Bundesligisten, meldete sich Anthony Modeste.

Der Franzose wurde bei einer Hereingabe von Schonlau leicht gehalten, Schiedsrichter Daniel Schlager entschied auf Strafstoß, den Modeste souverän einschob. Eine zumindest schmeichelhafte Entscheidung des Unparteiischen.

Und so ging es tatsächlich doch noch ins Elfemterschießen!

Anthony Modeste
Modeste verwandelte sicher vom Punkt / Alex Grimm/GettyImages

Das Elfmeterschießen

  • 0:1 - Kinsombi
  • Heuer Fernandes hält gegen Özcan
  • Schwäbe hält gegen Kittel
  • 1:1 - Modeste
  • 1:2 - Vuskovic
  • 2:2 - Ljubicic
  • 2:3 - Gyamerah
  • 3:3 - Duda
  • 3:4 - Schonlau
  • Kainz trifft - aber irregulär

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