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Hamburger SV

DFB oder Ghana? Bald muss sich Stephan Ambrosius entscheiden

Guido Müller
Muss sich bald für ein Land entscheiden: Stephan Ambrosius
Muss sich bald für ein Land entscheiden: Stephan Ambrosius / Martin Rose/Getty Images
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Trotz der mittlerweile ziemlich ernüchternden Tabellensituation für den Hamburger SV gibt es in dieser Saison auch einige Lichtblicke: da wäre zum einen die Treffsicherheit eines Simon Terodde (19 Tore und vier Assists in 23 Liga-Spielen), aber auch die großartige Entwicklung von Eigengewächs Stephan Ambrosius. Der muss jedoch in naher Zukunft eine grundsätzliche Entscheidung fällen.


Und zwar: pro Ghana (dem Land seiner Eltern) oder pro DFB. Angesichts der schon guten Leistungen Ambrosius' während der Frühphase der Saison wurde der ghanaische Verband in Person von Nationaltrainer Charles Akkonor im September in Hamburg vorstellig, um das Abwehrtalent zu umgarnen - und für eine Entscheidung für Ghana zu motivieren.

Das klappte (vorerst) nicht, denn bald darauf berief Stefan Kuntz den Innenverteidiger erstmals in den Kreis der U21-Nationalmannschaft. Und Ambrosius folgte diesem Ruf und stand beim Testkick gegen Slowenien im November mit dem Adler auf der Brust auf dem Feld.

Doch noch immer haben die Afrikaner das Rennen um das Abwehrtalent nicht aufgegeben. Vielmehr sind sie entschlossen, Ambrosius für die im März anstehenden WM-Qualifikationsspiele in Südafrika (25. März) und zuhause gegen São Tomé und Príncipe (28. März) zu nominieren.

Starke Konkurrenz beim DFB

Sollte Ambrosius dieser Einladung folgen (und zum Einsatz kommen), wäre der Weg für eine Zukunft beim DFB für immer versperrt.

Stefan Kuntz wiederum beruft seinen Kader für die Gruppenphase der zweigeteilten U21-EM am kommenden Sonntag. Mit der Nominierung von Stephan Ambrosius ist in diesem Fall zu rechnen. Doch nimmt der 22-Jährige sie auch an?

Perspektivisch hätte Ambrosius in Deutschlands A-Nationalmannschaft Konkurrenten wie Niklas Süle, Antonio Rüdiger, Robin Koch oder Matthias Ginter vor der Brust. Ein dickes Brett. Auf jeden Fall dicker, als das, was er in Ghana zu bohren hätte.

Stefan Kuntz
Will den Spielern mit zwei Staatsbürgerschaften bei ihrer Entscheidung helfen: Stefan Kuntz / Martin Rose/Getty Images

Kuntz kennt das Problem - und kündigt bereits an, den Spieler bei seiner Entscheidungsfindung nicht allein im Regen stehen zu lassen: "Wir haben viele Spieler, die für zwei Nationen spielen können und in deren Brust zwei Herzen schlagen. Der Junge muss für sich entscheiden, ob er für Deutschland spielen möchte. Wir unterstützen alle bei dieser Entscheidung." (Quelle: bild.de)

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