DFB-Frauen

DFB-Frauen verpassen vorzeitige WM-Quali: Die Noten zur Pleite in Serbien

Daniel Holfelder
Hier trifft Lea Schüller zum zwischenzeitlichen 1:2
Hier trifft Lea Schüller zum zwischenzeitlichen 1:2 / Srdjan Stevanovic/GettyImages
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Die DFB-Frauen haben die vorzeitige Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland verpasst. Gegen vor allem physisch überlegene Serbinnen setzte es nach zuvor sieben Siegen in sieben Spielen die erste Niederlage.

Tore:
1:0 Poljak (36.)
2:0 Damnjanovic (49.)
2:1 Schüller (60.)
3:1 Damnjanovic (69.)
3:2 Waßmuth (90.+2)


Trotz des 2:3 führt die deutsche Elf aber weiterhin die Tabelle in der Quali-Gruppe H an.

1. Deutschland - 21 Pkt. - 8 Spiele
2. Serbien - 18 Pkt. - 8 Spiele
3. Portugal - 13 Pkt. - 7 Spiele
4. Türkei - 11 Pkt. - 8 Spiele
5. Israel - 1 Pkt. - 7 Spiele
6. Bulgarien - 0 Pkt. - 6 Spiele


Die deutsche Elf in der Einzelkritik:

Merle Frohms

Die Noch-Frankfurterin konnte einem leidtun. Bei allen drei serbischen Treffern ohne Chance, ansonsten ohne Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Vor dem 0:1 mit einer starken Fußparade (35.). Bewertung: 5/10

Giulia Gwinn

In der ersten Hälfte hinten rechts, wechselte in Durchgang zwei nach links. Verschuldete mit einem Stellungsfehler das 0:1 und verursachte mit einem katastrophalen Rückpass beinahe das 0:2 (45.+1). Auch ihre Flanke vor dem 2:3 war nicht wirklich gezielt, die Kugel rutsche ihr eher ab und wurde deshalb gefährlich. Traf nach 26 Minuten den Pfosten. Bewertung: 3/10

Sophia Kleinherne

Verteidigte in Durchgang eins innen neben Feldkamp, rückte nach der Pause auf die Rechtsverteidigerposition. Sah direkt zu Beginn schlecht gegen Damnjanovic aus (6.) und wirkte während des gesamten Spiels überfordert. Insbesondere in puncto Physis und Zweikampfhärte muss die 22-Jährige zulegen. Bewertung: 4/10

Jana Feldkamp

So sehr sich die Hoffenheimerin durch Übersicht und Ruhe am Ball auszeichnet, so sehr gehen ihr noch die Zweikampfstärke und die körperliche Präsenz ab. Wurde von Damnjanovic quasi während der gesamten Partie am Nasenring durch die Manege gezogen - das 1:3 stellte den Tiefpunkt dar. Bewertung: 2/10

Maximiliane Rall

Nach wenigen Sekunden direkt mit einem haarsträubenden Fehlpass, der gut und gerne zum 0:1 hätte führen können. Stabilisierte sich aber schnell und setzte nach vorne immer wieder Akzente. Keine überragende Partie der Münchnerin, aber warum gerade sie zur Halbzeit runtermusste, bleibt das Geheimnis der Bundestrainerin.  Bewertung: 5/10

Lena Oberdorf

Begann auf der Sechs, wurde in der zweiten Halbzeit eine Position nach hinten beordert. Weitaus weniger präsent als sonst und vor allem im Spiel nach vorne mit Problemen, hob sich mit ihrer Physis trotzdem deutlich von ihren Kolleginnen ab. Ließ sich beim 0:2 gemeinsam mit Feldkamp durch einen einfachen langen Ball aushebeln, leitete aber mit einer schönen Spieleröffnung Schüllers 1:2 ein. Bewertung: 5/10

Lina Magull

Bemüht, schaffte es aber nicht, das Spiel an sich zu reißen. In der 38. mit einem hervorragenden Distanzschuss (mit ihrem schwachen linken Fuß), der an die Latte klatschte. Wurde kurz nach der Pause von Dallmann ersetzt. Bewertung: 5/10

Alexandra Popp

Rettete in der 21. auf der Linie und vergab kurz darauf eine aussichtsreiche Gelegenheit, als sie über den Ball schlug (25.). Die Kapitänin gefiel durch die ein oder andere gekonnte Spielverlagerung -davon hätte die deutsche Elf deutlich mehr gebraucht, um die vielen Zweikämpfe gegen das robuste serbische Team zu umgehen. Bewertung: 5/10

Svenja Huth (Spielerin des Spiels)

In der ersten Hälfte noch weitestgehend unsichtbar, allerdings mit einer starken Flanke auf Gwinn, die nur den Pfosten traf (26.). Nach der Pause ein Aktivposten. Die deutsche Mannschaft hätte gut daran getan, den Ball öfter der flinken Wolfsburgerin zu überlassen. Bewertung: 6/10

Jule Brand

Nein, so kann sich die 19-Jährige nicht bei der Bundestrainerin empfehlen. Ließ sich in den Zweikämpfen regelmäßig abkochen und sorgte kaum für Gefahr. Ein guter Pass auf Popp, dem ein schönes Dribbling voranging (25.), ansonsten bot die zukünftige Wolfsburgerin nur Magerkost. Bewertung: 3/10

Lea Schüller

Schüller ist eine Torjägerin vom alten Schlag, die auf vernünftige Zuspiele angewiesen ist. Davon gab es vor allem im ersten Durchgang herzlich wenige. Nach der Pause nutzte die Münchnerin ihre erste Chance eiskalt. In der Schlussphase mit einer guten Flanke auf Anyomi und einem ordentlichen Abschluss, der leider nicht zum Last-Minute-Ausgleich führte (90.+3). Bewertung: 5/10


Einwechslungen:

Tabea Waßmuth (ab 46. für Brand)

Erzielte das 2:3, blieb aber den Rest der zweiten Halbzeit blass. Bewertung: 5/10

Dzsenifer Marozsan (ab 46. für Rall)

Die 29-Jährige machte von ihrer Körpersprache her nicht den Eindruck, als wollte sie das Spiel gewinnen. Bereitete allerdings das 1:2 mit einer herrlichen Flanke vor und leitete auch das 2:3 geschickt ein. Davon abgesehen mit wenig Licht (guter Freistoß 84.) und viel Schatten (etwa 83. katastrophaler Freistoß oder 88. schlimmer Fehlpass). Bewertung: 5/10

Linda Dallmann (ab 54. für Magull)

Was war das denn? Die Münchnerin hatte nach ihrer Einwechslung gefühlt keinen einzigen Ballkontakt. Bewertung: 2/10

Nicole Anyomi (ab 76. für Kleinherne)

Führte sich direkt mit zwei Fehlpässen ein (78.), fand aber dann besser ins Spiel. Die Frankfurterin ist sicher keine Kandidatin für die Startelf, dank ihrer Athletik aber prädestiniert für die Jokerrolle. Ohne Bewertung


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