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Real Madrid

David Alaba über Rummenigge-Kritik und seinen Wappen-Kuss

Guido Müller
Suchte in Madrid eine neue sportliche Herausforderung: David Alaba
Suchte in Madrid eine neue sportliche Herausforderung: David Alaba / Fran Santiago/Getty Images
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Praktisch seine gesamte Fußballer-Karriere hatte David Alaba beim FC Bayern München verbracht, eher er nach insgesamt 13 (!) Jahren an der Säbener Straße noch einmal eine neue große Herausforderung bei Real Madrid suchte.

Jetzt erklärte der Österreicher gegenüber der Sport Bild die Beweggründe für seinen Wechsel zu den Königlichen, über den die sportliche Führung der Bayern seinerzeit nicht gerade begeistert war. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte gar gegenüber dem kicker seinen Ärger um die in seinen Augen sehr hohen Gehaltsforderungen des Allrounders kundgetan.

"Ich glaube, sehr wenige Menschen haben in dieser existenziellen Krise Verständnis, wenn ein Fußballprofi schon 15 Millionen im Jahr verdient und dann mit 19,5 Millionen nicht zufrieden ist." Rumms!

Groll hegt Alaba gegenüber seinem ehemaligen Vorgesetzten ob dieser Vorhaltung dennoch nicht. "Als ich mich dafür entschieden habe, den FC Bayern zu verlassen und eine neue Herausforderung angehen zu wollen, habe ich ihm mitgeteilt, dass ich dies mache, um mich sportlich und als Person weiterzuentwickeln", erklärte der Linksfuß. "Ich wollte etwas Neues machen. Das habe ich Herrn Rummenigge so mitgeteilt, er hat das verstanden und mir nur das Beste gewünscht.“

David Alaba, Karl-Heinz Rummenigge
Verabschiedung einer Klub-Legende: Rummenigge sagt Alaba "Servus!" / Alexander Hassenstein/Getty Images

Der Kontakt zur Bayern-Führungsetage sei seit seinem Weggang nach Madrid zwar ein wenig eingeschlafen, aber: "Ich hatte und habe noch immer ein sehr gutes Verhältnis zu Herrn Rummenigge."

"Wollte niemanden provozieren!"

Für Real waren Alabas Forderungen jedenfalls nicht zu hoch. Seinen Gehalts-Poker hat der 29-Jährige also gewonnen. Doch das allein war nicht das Motiv, weshalb er am Tag seiner Präsentation im Bernabéu-Stadion das Vereinswappen der Königlichen küsste - was ihm von einem Teil der Bayern-Fans ebenfalls vorgeworfen wurde.

"An diesem Tag haben wir eine ganze Strecke von Fotomotiven aufgenommen. Für mich war das ein aufregender, spannender und sehr emotionaler Tag. Ich war glücklich, endlich angekommen zu sein. Ich wollte zeigen, wie sehr ich mich freue, eine neue Herausforderung angehen zu können. Mit dem Küssen des Real-Wappens wollte ich niemanden provozieren, schon gar nicht den FC Bayern und die Fans."

Denn Klub und Fans hat Alaba nach so langen Jahren tief in sein Herz geschlossen. "Ich bin mit 16 Jahren, als Kind, zum FC Bayern gekommen. Dort bin ich zum Mann geworden, München ist meine zweite Heimat geworden. Die Entscheidung fiel mir unglaublich schwer. Wir reden hier immerhin von 13 Jahren für diesen Verein. Das sind Erinnerungen, Freundschaften fürs Leben. Ich habe Zeit gebraucht, den Abschied zu verarbeiten."

Ob diese Erklärungen ausreichen, die Bayern-Fans mit ihrem ehemaligen Leistungsträger auszusöhnen, wird die Zukunft zeigen. Spätestens dann, wenn beide Klubs, mal wieder, auf Königsklassen-Niveau aufeinandertreffen...

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